Hospiz-Förderverein: Sterben in Würde hat auch eine finanzielle Seite

rnElisabeth-Hospiz

Unheilbar kranke Menschen finden im Elisabeth-Hospiz in Stadtlohn ihr letztes Zuhause. Das Sterben in Würde finanziell abzusichern, dieses Ziel verfolgt seit 17 Jahren der Hospiz-Förderverein.

Stadtlohn

, 06.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weit über 1300 Menschen haben in den vergangenen 17 Jahren die letzten Wochen ihres Lebens im Elisabeth-Hospiz an der Laurentiusstraße in Stadtlohn verbracht. Das Lebensende in Würde und Geborgenheit, in familiärer Umgebung und möglichst schmerzfrei zu erleben, das wollen Rieke Liesmann und Dagmar Höing den Sterbenden ermöglichen. Die beiden Frauen leiten das Team aus 25 hauptamtlichen und rund 20 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die Gäste im Elisabeth-Hospiz rund um die Uhr betreuen.

Förderverein ist wie das Hospiz vor 17 Jahren gegründet worden

Hinter diesem Team steht von Anfang an seit 2003 ein weiteres ehrenamtliches Team: Der Förderverein der Hospizbewegung Stadtlohn. „Der Förderverein kümmert sich meist im Verborgenen um das, womit sich unheilbar kranke Menschen am allerwenigsten belasten sollten: ums Geld“, sagt Engelbert Sundermann. Der frühere Stadtdirektor und Bürgermeister der Stadt Stadtlohn ist seit 2003 – damals nahm er Abschied vom Chefsessel im Rathaus – Vorstandsmitglied im Hospiz-Förderverein.

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Das Hospiz ist eine stationäre Einrichtung mit christlicher Grundhaltung. Es steht Gästen jeder Konfession und Weltanschauung offen. Benannt ist es nach Elisabeth von Thüringen (1207 bis 1231), die sich aufopferungsvoll Kranken widmete. Träger des Hospizes sind das Klinikum Westmünsterland, das Diakonische Werk des evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken, das St. Antoniushospital Gronau und der Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden.

Gäste müssen keinen Eigenanteil zahlen

„Die Aufenthaltsdauer der austherapierten Gäste, die aus dem ganzen Kreis Borken stammen, liegt im Durchschnitt bei etwa 30 Tagen“, sagt Engelbert Sundermann. „Die Gäste müssen keinen Eigenanteil zahlen“, betont der heute 83 Jahre alte Schriftführer und Kassenwart des Fördervereins.

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Doch wer trägt die jährlich rund 1,6 Millionen Euro Personal- und Sachkosten?Dabei sind die Abschreibungen noch nicht einmal berücksichtigt. Engelbert Sundermann erklärt: „Den Großteil der Kosten decken die Krankenkassen und die Pflegekasse ab, anfangs waren es 90 Prozent, jetzt sind es 95 Prozent.“ Dennoch bleibt ein sechsstellige Lücke, Jahr für Jahr. Die zu füllen hat sich der Hospiz-Förderverein zur Aufgabe gemacht.

„Der gute Ruf des Hauses motiviert Spender“

Das wichtigste Pfund, mit dem der Förderverein bei der Suche nach Spendern wuchern kann, „ist der gute Ruf des Hauses“, sagt Engelbert Sundermann. Überzeugungsarbeit müssten die Fördervereinsmitglieder kaum leisten. Sundermann: „Die Flüsterpropaganda wirkt am besten. Immer wieder spenden Angehörige, Vereine, Stammtische, Nachbarschaften und Festgesellschaften gerne, um die Arbeit des Hospizes zu unterstützen.“

Der Förderverein konnte auf diese Weise die Finanzierungslücke von Anfang an schließen. Das Finanzielle sei aber nur die eine Seite der Spendenbereitschaft, sagt Engelbert Sundermann. Sponsorenläufe, die Quäl-dich-Radtour oder andere Aktionen zeigten ja auch die Verbundenheit vieler Menschen mit dem Elisabeth-Hospiz. „Es kommt ja nicht nur auf die Geldsumme an, sondern auch darauf, dass die Einrichtung und ihr segensreiches Wirken auch im Bewusstsein der Menschen verankert ist.“

Umbesetzungen im Vorstand des Fördervereins

Im Vorstand des Fördervereins hat es jetzt einige Umbesetzung gegeben. Ludger Wilmers übernimmt von Richard Ellers das Amt des Rechnungsprüfers. Annette Bonse-Geuking ist als Beisitzerin ausgeschieden. Nachfolgerin ist Ursula Siemer-Hüls. Dem Vorstand gehören weiterhin an: Dechant Jürgen Lürwer, Schriftführer und Kassenwart Engelbert Sundermann, Rechnungsprüfer Klaus Rems sowie die Beisitzer Claus Zumbusch, Werner Brans und Eckart Ballenthin. (www.hospiz-stadtlohn.de)

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