Hospiz-Gespräch über Souvenirs und Lebensgeschichten zum 15-jährigen Bestehen

Elisabeth-Hospiz

Team, Förderer und Ehrenamtliche feiern den 15. Geburtstag des Elisabeth-Hospizes. Auch die Geschichte einer 94-Jährigen wurde erzählt.

Stadtlohn

, 16.10.2018, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hospiz-Gespräch über Souvenirs und Lebensgeschichten zum 15-jährigen Bestehen

Autorin Bettina Riedinger (l.) und Hospizleiterin Rieke Liesmann © Susanne Dirking

Seit 15 Jahren gibt es in Stadtlohn das Elisabeth-Hospiz. Etwas ganz Besonderes war neben den verschiedenen Veranstaltungen zum Jubiläum das Projekt „Lebenswege … ein Koffer geht auf Reisen“. Am Sonntag, dem Welt-Hospiztag hatten Hospizleiterin Rieke Liesmann und ihr Team, Freunde, Förderer und ehrenamtliche Helfer in den Raum der Stille des Hauses eingeladen.

Anhand unterschiedlicher persönlicher Souvenirs zu Erinnerungen, Erfahrungen und Gedanken konnten die Gäste nachempfinden, mit welchen Botschaften der Koffer auf seiner Reise gefüllt worden war. So hatte ein Stadtlohner Künstler ein markantes Marien-Bildnis hineingegeben, das Freude und Trauer zugleich ausstrahlte. Daneben sah man eine künstlerisch gestaltete Kerze.

Und die bunten Zeichnungen der Schüler, die nach dem Vortrag „Hospiz macht Schule“ entstanden waren, präsentierte das Hospiz-Team aufgereiht an einer Wäscheleine. Da konnte man lesen: „Wenn es mir schlecht geht, hilft mir Musik“ und Jana schreibt, wie wichtig ihr im Notfall Familie, Freunde und Kuscheltiere sind.

Fragen an die Senioren

Als wertvolle Begleiter in ernsten Lebenslagen wurden Bücher präsentiert, wie „Das Café am Rande der Welt – eine Erzählung über den Sinn des Lebens“. Den „Umgang mit Trauer“ schilderte eine Bachelor-Arbeit. Und eine kleine Engelsfigur sollte an eine liebe und gute Tante erinnern. Das alles konnte man in dem großen Reisetagebuch nachlesen.

Als Gastreferentin begrüßte die Hospizleiterin dann Bettina Riediger. Im Konferenzraum stellte die in Stadtlohn aufgewachsene Autorin ihr Herzensprojekt vor, für das sie Interviews mit Senioren geführt und daraus jeweils ein persönliches Erinnerungsbuch gestaltet hatte. Auf Fotos zeigte die Schriftstellerin die 94-jährige Luise und beschrieb das Interview mit der tapferen und mutigen Frau. „Unglaublich, was diese als 21-jährige Studentin beim Feuersturm auf Dresden im Zweiten Weltkrieg erlebt hat“, erzählte sie.

Spannende Bilder und kluge Antworten zum Thema Alt-werden gab ein kurzer Film, in dem bekannte Stadtlohner Bürger ehrenamtlich die Bewohner des Seniorenheims begleiteten. Es sei nie zu früh, mit dem Fragen an die Senioren anzufangen, empfahl Bettina Riediger und die zehn wichtigsten davon gab sie jedem Teilnehmer schriftlich mit auf den Weg.

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