IG Metall organisiert Kundgebung bei Hülsta

Schlichtergespräch

Die IG Metall hatte am Freitagmittag zu einer Kundgebung bei der Firma Hülsta aufgerufen. Anlass war der erste Besuch des Schlichters.

STADTLOHN/OTTENSTEIN

10.10.2014, 15:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dennoch organisierte die IG Metall bereits am ersten Schlichtungstag eine Kundgebung. „Wir müssen die Parteien sensibilisieren. Es geht zwar um 270 Einzelschicksale, aber es verbleiben noch zwei Drittel der Belegschaft“, erklärte Manfred Robert von der IG Metall in Bocholt. Auch diese Mitarbeiter bräuchten eine Zukunftsperspektive. „Wenn sich die Strukturen nicht verändern, verändern sich auch die Prognosen nicht. Wir müssen ein Zeichen setzen, dass es um die komplette Belegschaft geht“, sagte Robert im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Die Kundgebung sei eine Gelegenheit für die Arbeitnehmer, ihren Unmut auszudrücken, verkündete Iwanowski in seiner Ansprache an die Teilnehmer. „Viele Probleme sind hausgemacht und nicht dem Markt geschuldet. Hier gibt es eine gute Mannschaft, die gute Produkte herstellt“, sagte er. 270 Angestellte sollten eigentlich zum 1. Oktober entlassen werden. Gleichzeitig habe die Geschäftsführung Mehrarbeit beantragt. Für dieses Paradoxon erhielt Iwanowski zustimmende Pfiffe.

Betriebsratsvorsitzender Klaus Soboll nahm ebenfalls am Gespräch mit dem Schlichter teil. „Es ist erst einmal ein Match von beiden Seiten. Wir sind noch nicht in die Verhandlungen eingestiegen“, berichtete Soboll. Man frage sich aber schon, was Verträge eigentlich noch wert seien. Erst im vergangenen Jahr hatte der Betriebsrat Vereinbarungen getroffen, in denen Tarifverträge und Standortsicherheit bis 2015 festgelegt wurden. „Wir brauchen ein vernünftiges Konzept für die Zukunft, damit wir ordentlich aufgestellt sind und der Absatz wieder steigt“, erklärte Betriebsratsvorsitzender Benedikt Dönnebrink. Dass sie bereit sind, weiter für ihre Arbeitsplätze zu kämpfen, sagte Soboll nicht nur in seiner Ansprache. Das machten die Arbeitnehmer aus Stadtlohn und Ottenstein bei der Kundgebung schon allein durch ihre rege Beteiligung deutlich. 

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