Illegale Krebstherapie: Einem Stadtlohner Biologen drohen bis zu vier Jahre Haft

rnNeuer Verhandlungstermin

Der Stadtlohner Biologe, der eine umstrittene und nicht zugelassene Krebstherapie angeboten hat, muss sich ab nächster Woche vor Gericht verantworten. Doch ob es zum Prozess kommt, ist unklar.

Stadtlohn

, 19.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Amtsgericht Heilbronn startet einen neuen Versuch, das Strafverfahren gegen einen Stadtlohner Biologen wegen Betrugs zu eröffnen. Vorwurf: der Einsatz einer illegalen Krebstherapie.

Bereits im Oktober 2019 sollte sich der Angeklagte vor dem Gericht in Heilbronn verantworten. Dazu kam es aber nicht. Der Grund: gravierende gesundheitliche Probleme. Die hatten auch dazu geführt, dass er nach einigen Monaten in Untersuchungshaft auf freien Fuß gesetzt worden war und alle anberaumten Verhandlungstermine aufgehoben wurden.

Honorare im fünfstelligen Euro-Bereich

Zur Erinnerung: Dem Biologen mit Doktortitel wird zur Last gelegt, die dramatische Lage von Krebskranken ausgenutzt zu haben, um eine umstrittene wie illegale Therapie mit Stammzellen-Derivaten als „Lebensretter“ anzupreisen und sich das mit Honoraren im fünfstelligen Euro-Bereich vergüten zu lassen.

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Jetzt soll am 24. Januar, 9 Uhr, das Hauptverfahren dann tatsächlich eröffnet werden. Zwei Fortsetzungstermine (7. und 21. Februar) stehen ebenfalls bereits auf dem Terminplan des Heilbronner Amtsgerichts. Ob es aber tatsächlich dazu kommt, da ist sich auch Richter Michael Reißer nicht sicher. Aber: „Der Termin wurde bislang nicht aufgehoben.“

Nach wie vor gesundheitliche Probleme

Der Haftbefehl wurde nämlich zwischenzeitlich außer Vollzug gesetzt, der Angeklagte befindet sich in Freiheit. „Mit Auflagen“, sagt Richter Reißer. „Gewisse gesundheitliche Aspekte“ hätten bei der Entscheidung eine Rolle gespielt. Weil man der Meinung sei, dass der Stadtlohner in der Haft nicht angemessen versorgt werden könne.

Sollte es am 24. Januar zu einer Verhandlung kommen, dann hat das Schöffengericht über ein Strafmaß zwischen einem Jahr und vier Jahren Freiheitsstrafe zu befinden.

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