Internationale Dodgeball-Spieler bei Familie Demes

Zeltlager Balkonien

Einmal im Jahr eröffnet die Familie Demes ihr ganz persönliches Hostel. Ihre Gäste kommen aus der ganzen Welt, was sie aber alle eint: die Liebe zum Dodgeball. Wenn in Stadtlohn das größte Dodgeball-Event der Welt stattfindet, wird es Zuhause bei Familie Demes wieder multi-kulti.

STADTLOHN

von Meike Kühlkamp

, 14.08.2017, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Internationale Dodgeball-Spieler bei Familie Demes

Daniela Demes (l.), ihr Mann Otger Duesmann (r.) und Gast Emmanuel Robin Tan

„Wir haben Gäste aus Amerika, Irland, Schottland, England, Singapur und, und, und“, erzählt Daniela Demes. Zusammen mit ihrem Mann Otger Duesmann  beherbergt sie seit drei Jahren die internationalen Gäste des Turniers. „Damals hat uns Mitorganisator Martin Bienhüls gefragt, ob wir nicht Lust hätten, einige der Teilnehmer zu betreuen“, so Daniela Demes.

Das Ehepaar selbst lebte nämlich 13 Jahre lang im Ausland. „Durch unsere Zeit in Südafrika sprechen wir alle fließend Englisch, und das hat uns dann wohl als Betreuer prädestiniert“, sagt Daniela Demes. Während des Turniers unterstützen sie die fremdsprachigen Teilnehmer, so gut sie können.

„Die meisten Besucher bekommen ja gar nicht mit, was alles so im Hintergrund abläuft. Wir fahren mit unseren Teilnehmern beispielsweise zum Arzt, wenn es ihnen nicht gut geht oder sie sich verletzt haben oder ich muss zwischendurch kurz nach Hause flitzen, um Klamotten zu waschen“, so Daniela Demes. Sie und ihr Mann gehen sogar noch einen Schritt weiter: „Während des Turniers schlafen die Teilnehmer aus dem Ausland zusammen mit den anderen in Dodge Ville“, sagt Otger Duesmann.

Familie rückt zusammen

Für die übrigen Nächte bis zur Abreise rückt Familie Demes zusammen. „Zugegeben: Dann wird es ganz schön eng bei uns. So viel Platz haben wir hier ja nicht“, erzählt Daniela Demes. Zum Glück seien aber alle unkompliziert. „Letztes Jahr hatten wir 14 Turnierteilnehmer zu Besuch. Da wurden dann einfach alle Luftmatratzen und Schlafsäcke zusammen gesucht und auf den Balkon gepackt.“

Dieses Jahr wurden die fünf Teilnehmer auf die heimische und die Couch der Nachbarn verteilt. „Das war schon wesentlich entspannter, aber trotzdem ist natürlich immer viel los und gut was zu tun“, weiß Daniela Demes, die sich deswegen auch gerne mal Unterstützung von ihren Eltern aus dem Erdgeschoss holt. „Dieses Jahr hat Emmanuel bei ihnen unten geschlafen, weil er zu laut schnarcht, aber auch, weil er den Kartoffelsalat meiner Mutter so liebt.“

Emmanuel Robin Tan kommt aus Singapur, ist Leader des Teams „Outkast international Wolfpack“, das in diesem Jahr als Sieger das Turnier verließ. Was viele der Dodgeball-Besucher nicht wissen: Die Mitglieder des Teams sind keine Dodgeball-Profis. „Natürlich spielen wir in unserer Freizeit häufiger Dodgeball als die Deutschen, aber das nicht auf Profilevel“, erklärt Tan.

Spaß am Turnier

Er suche die Leute, die Teil des Teams werden wollen, unter ganz anderen Gesichtspunkten aus: „Ich schaue nicht, wie professionell die Leute spielen, sondern ob sie ein gutes Herz haben.“ Für „Outkast“ steht der Sieg nämlich immer nur an zweiter Stelle. Ihr Ziel sei es, Spaß am Turnier zu haben, zu zeigen, dass jeder gleich ist und vielleicht auch, die Deutschen für diese Sportart noch mehr zu begeistern.

„Ich mag die Deutschen. Sie haben manchmal eine ‚liebevoll grobe‘ Art, das gefällt mir. Ich empfinde Stadtlohn schon als meine zweite Heimat.“ Freunde habe Tan beim diesjährigen Turnier nicht gefunden – nur Familie. Ein großer Traum sei es, einmal seine Frau und seine drei Kinder mit nach Deutschland zu bringen. „Bisher ist das aber finanziell noch nicht möglich. Ich muss schon immer lange sparen, um den Besuch in Stadtlohn für mich alleine zu organisieren.“ Alle Outkast-Teammitglieder finanzieren sich ihre Reise ins Münsterland nämlich komplett selbst.

Umso schöner für sie, dass es Familien in Stadtlohn gibt, die sie aufnehmen und ihnen das deutsche Leben zeigen: mit einem bayrischen Abend auf dem Balkon oder beim Kegeln in der Stadtkneipe. Am Montag bekam das Team sogar die Chance, sich ins das Goldene Buch der Stadt einzutragen.

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