Emily (11) erwartet ihren ersten eigenen Kaninchen-Nachwuchs

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In drei Wochen ist es soweit. Dann bekommt ein Kaninchen von Emily ter Braak zum ersten Mal Nachwuchs. Ein Erfolg für die Nachwuchszüchterin. Die Zucht ist aber nur ein Teil ihres Hobbys.

Stadtlohn

, 12.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zögerlich hockt Bommel im Gras und schaut skeptisch auf die Stangen vor sich. Emily ter Braak versucht, das grau-weiße Schlappohr zum Springen zu animieren. Aber so richtig will es nicht klappen. An diesem sonnigen Tag schubst das alte Kaninchen lieber die Stangen vom Gestell, statt darüber zu hopsen.

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„Früher konnte er über vier Stangen springen, heute schafft er an guten Tagen nur noch drei“, erzählt die Elfjährige. Doch heute ist kein guter Tag, es bleibt bei einem Sprung über eine Stange.

Das ältere Kaninchen Bommel möchte beim Kaninhop nicht mehr so hoch springen.

Das ältere Kaninchen Bommel möchte beim Kaninhop nicht mehr so hoch springen. © Victoria Garwer

Bommel war das erste Kaninchen von Emily ter Braak. Inzwischen hat sie sich eine eigene Rasse angeschafft und erwartet bald den ersten Nachwuchs. Sie ist eines der jüngsten Mitglieder im Stadtlohner Kaninchenzuchtverein W160.

Kaninchenzucht als Hobby kommt vom Vater

Vor fünf Jahren ist sie dem Verein beigetreten. Das Hobby hat sie von ihrem Vater Mark ter Braak. Der züchtet Deutsche Riesen. Bis zu zwölf Kilo schwer kann so ein Kaninchen werden. „Die sind für Kinder vielleicht ein bisschen schwer, aber vom Gemüt her sehr ruhig und überhaupt nicht bissig“, meint Mark ter Braak.

Kaninchenzuchtverein W160 Stadtlohn

  • Kinder und Jugendliche zahlen in dem Verein keine Mitgliedsbeiträge.
  • Am 3. und 4. Oktober soll eine Lokalschau in der Stadtlohner Stadthalle stattfinden. Alle Kinder aus Stadtlohn und Umgebung sind aufgerufen, ihre Tiere beim Kaninchenzuchtverein W160 für diese Ausstellung anzumelden.
  • Der Kaninchenzuchtverein ist auch beim Herbstsonntag im September mit einem Stand und vielen Kaninchen dabei.

Der Vater war in der Familie für die dunklen Tiere zuständig, Emily hat sich der weißen Kaninchen angenommen. Denn manchmal kommt es bei dieser Rasse vor, dass bei einem Wurf Albino-Kaninchen dabei sind.

Einen Rammler der Rasse Deutsche Riesen hat die Familie. „Wir müssen alle ein bis zwei Jahre einen neuen Rammler haben, damit er nicht später mit seinen eigenen Kindern oder den Geschwistern Kinder zeugt“, weiß die Nachwuchszüchterin.

Ein Baby-Kaninchen der Rasse Deutscher Riese

Ein Baby-Kaninchen der Rasse Deutscher Riese © Victoria Garwer

Über die Zucht und die Kaninchenhaltung hat sie in den vergangenen Jahren viel von ihrem Vater gelernt. 23 kleine Kaninchen-Babies leben derzeit in den Ställen im Garten. Doch kein einziges davon ist weiß. Kein Kaninchen für Emily also.

Eigene Kaninchenrasse kam vor einem Jahr

Doch die freut sich im Moment sowieso vor allem auf den ersten eigenen Nachwuchs. Im vergangenen Jahr hat sich die Elfjährige eine eigene Rasse zum Züchten ausgesucht: Rex Castor. „Die sind nicht ganz so groß und haben so unfassbar weiches Fell. Das ist ganz flauschig“, schwärmt Emily ter Braak.

Emily ter Braak hat sich für die Rasse Rex Castor entschieden, weil da Fell so schön weich ist.

Emily ter Braak hat sich für die Rasse Rex Castor entschieden, weil da Fell so schön weich ist. © Victoria Garwer

Vorsichtig holt sie eines der Kaninchen aus dem Stall. Das kurze Fell glänzt in der Sonne in braun, gold und grau. Liebevoll streicht Emily dem Tier über den Kopf, bevor sie es auf den Rasen setzt. Ihre Kaninchen haben alle Namen, bei dem Vater bekommen die Tiere nur noch Nummern ins Ohr tätowiert mit Informationen zum Verein, dem Geburtsjahr und -monat.

„Aber wenn der Nachwuchs kommt, gebe ich vielleicht auch nicht mehr jedem einen Namen“, meint Emily. In ein paar Wochen ist es soweit. Das schwangere Kaninchen hat schon alle Vorbereitungen getroffen. „Sie zupft sich selber das Fell aus und bunkert das im Stall, damit es die Kleinen später schön warm haben und nicht erfrieren“, weiß die Elfjährige.

Kaninhop ist der zweite Teil des Hobbys

Sie hofft, dass es schöne Babys werden, die auch bei einer Schau Erfolg haben werden. „Schön ist ein Kaninchen, wenn das Fell gleichmäßig ist und die Ohren schön lang sind“, erklärt Emily. Für sie ist aber auch wichtig, dass die Tiere gut springen können.

Denn neben der Zucht hat die Stadtlohnerin noch ein zweites Hobby, das mit den Tieren zu tun hat: Kaninhop. Dabei springen die Kaninchen über Hindernisse, fast wie beim Springreiten. Emily führt ihre Schützlinge an einer Leine und versucht, sie zum Hopsen zu animieren.

Eines der Kaninchen von Emily ter Braak springt beim Kaninhop über zwei Stangen.

Eines der Kaninchen von Emily ter Braak springt beim Kaninhop über zwei Stangen. © Victoria Garwer

Das erfordert beim Training durchaus viel Geduld. An diesem sonnigen Morgen finden die Tiere das frische Gras offenbar interessanter als die Hindernisse. Dabei weiß Emily, dass ihre Kaninchen das eigentlich gut hinbekommen. „Manche sind richtige Talente. Die muss man nur davor setzen und die springen schon beim ersten Versuch einfach über drei Stangen“, sagt sie.

Ihr Lieblingskaninchen ist deswegen auch eines der Babys bei den Deutschen Riesen. Eigentlich ist diese Rasse nicht so geeignet für Kaninhop, aber dieses Tier scheint anders zu sein. „Es springt immer wieder von der einen Seite des Stall über ein hohes Brett zur anderen Seite“, erzählt Emily. In ein paar Wochen möchte sie mit dem jetzt noch zu kleinen Tier das Training anfangen.

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