Kein Zutritt ohne Einkaufswagen: Neue Corona-Regeln in Supermärkten

rnEinkaufen in Stadtlohn

Das Coronavirus hat auch Folgen für Supermärkte. Bei K+K wird allerdings auf den Einsatz von Desinfektionsmitteln verzichtet, um anderen zu helfen.

Stadtlohn

, 01.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einkaufen hat sich seit dem Ausbruch des Coronavirus massiv verändert. Nicht nur sind so gut wie alle Geschäfte geschlossen, sondern auch in den geöffneten Supermärkten hat sich einiges verändert. Viele lassen ihre Kunden nun nicht mehr ohne Einkaufswagen in ihren Laden. Die Maßnahme soll allerdings nicht nur dabei helfen, dass alle Kunden den Abstand zueinander wahren.

„Wir sind den Weg gegangen, Einkaufswagen als Zutrittskontrolle zu nehmen“, sagt Sebastian Klaas von K+K. In allen drei Filialen in Stadtlohn gebe es nun weniger Einkaufswagen als normalerweise. Da nun jeder Kunde, der einen der Supermärkte betritt, einen Wagen mitnehmen muss, könne so sichergestellt werden, dass sich nicht mehr Personen als erlaubt gleichzeitig im Geschäft aufhalten.

Nicht jeder kann einen Einkaufswagen vor sich herschieben

Denn in einigen Städten und Kommunen, in denen K+K seine Läden hat, gibt es Vorschriften bezüglich der Personenzahlen in Geschäften. Darum wurde die Zahl der Einkaufswagen reduziert und an die Maximalzahl der erlaubten Personen, die gleichzeitig einkaufen dürfen, angepasst.

Mehrere Schilder - sowohl am Eingang als auch im Geschäft selbst - weisen auf die neuen Regeln hin.

Mehrere Schilder - sowohl am Eingang als auch im Geschäft selbst - weisen auf die neuen Regeln hin. © Pascal Albert

Doch was ist eigentlich mit den Menschen, die nicht mit einem Einkaufswagen durch die Regale gehen können? Beispielsweise Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder auf Gehhilfen angewiesen sind. Generell seien alle Mitarbeiter angewiesen, mit Augenmaß zu arbeiten. „Leute mit Gehbehinderungen werden natürlich nicht angesprochen, dass sie nur mit einem Einkaufswagen in den Laden reingehen dürfen“, stellt Klaas klar. Das Gleiche gelte auch für Eltern mit Kinderwagen.

In einigen Orten und anderen Supermärkten wurde auch bereits extra Personal eingesetzt, um zu regeln, wie viele Personen auf einmal einkaufen. Zum Beispiel in allen Lidl-Filialen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und im Saarland gibt es an jedem Filialeingang einen Kundenbetreuer, teilt das Unternehmen auf seiner Internetseite mit.

Auch bei Aldi wird in einigen Märkten die Höchstzahl der Kunden, die sich gleichzeitig im Geschäft aufhalten, angepasst, erklärt Verena Lissek, Pressesprecherin von Aldi Nord. „In den betroffenen Filialen weisen entweder eigene Mitarbeiter oder externe Sicherheitsdienstleister auf diese Regelungen hin.“

Desinfektionsmittel sind „in Krankenhäusern besser aufgehoben“

Die Hygienemaßnahmen haben die Supermärkte in Zeiten des Coronavirus noch mal verstärkt. So seien bei K+K die Einkaufswagen bereits alle in den Markt gebracht worden, sagt Sebastian Klaas.

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Außerdem würden die Einkaufswagen nun noch deutlich häufiger als zuvor gesäubert werden. Alle paar Minuten würde ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin sich um die abgestellten Wagen kümmern, erklärt er. Allerdings werde dabei kein Desinfektionsmittel verwendet. „Das ist gerade in Krankenhäusern oder Pflegeheimen besser aufgehoben“, sagt Klaas.

Essigessenzen und andere Reinigungsmittel im Kampf gegen Viren

In den K+K-Filialen wird daher auf Essigessenzen gesetzt, die selbst zusammengemischt werden. Diese, so Sebastian Klaas, werden in einer Konzentration hergestellt, die für Viren genauso tödlich ist wie ein normales Desinfektionsmittel. Auch andere virenabtötende Mittel werden teilweise eingesetzt, verrät Pina Telaar, Martkleiterin des Stadtlohner K+K am Pfeifenofen 12.

Nicht nur von den Mitarbeitern werden die Einkaufswagen bei K+K regelmäßig gereinigt. Auch Kunden können noch mal ihren Wagen selbst putzen.

Nicht nur von den Mitarbeitern werden die Einkaufswagen bei K+K regelmäßig gereinigt. Auch Kunden können noch mal ihren Wagen selbst putzen. © Pascal Albert

Doch nicht nur von den eigenen Mitarbeitern werden die Einkaufswagen gereinigt. Auch Kunden haben die Möglichkeit, noch mal selbst Hand anzulegen. Dafür steht alles im Einkaufswagen-Bereich bereit.

Das Verhalten der Kunden habe sich auch verändert, erzählt die Marktleiterin. Zwar werde immer noch sehr viel eingekauft, doch die extremen Hamsterkäufe der vergangenen Wochen seien nun wieder zurückgegangen. Und „die Kunden bedanken sich auch bei uns“, sagt sie. Von vielen würden sie und ihre Kollegen aktuell mehr Anerkennung für ihre Arbeit erhalten. „Das finde ich ganz toll.“

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