Keine Zeit für Fragen aus dem Publikum

Diskussion mit Kandidaten

Fünf Direktkandidaten für den Bundestag stellten sich im Polittalk. Von privaten über politische Fragen konnte alles geklärt werden. Nur, was die Zuhörer bewegte, kam kaum zur Sprache.

STADTLOHN

20.09.2017, 18:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Keine Zeit für Fragen aus dem Publikum

Das Podium mit (v., l.) Moderator Tim Slaba, Karlheinz Busen, Johannes Röring (CDU), Ursula Schulte (SPD), Rolf Kohn (Linke) und Holger Lordiek (Grüne)

Direkt zu Beginn stellten die Moderatoren Annette Frontzek und Tim Slaba den Kandidaten sehr private Fragen, um die Politiker auch als Menschen kennenzulernen. Johannes Röring (CDU) sorgte hier für den ersten Lacher, als es darum ging, wo er sich in seiner Jugend gerne aufgehalten hatte: „Jedenfalls nicht in der Schule!“

Dann wurde es politisch. Themen wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Gerechtigkeit bei Löhnen konnten weder Politiker noch Zuschauer aus der Reserve locken. Die ersten Regungen im Publikum zeigten sich, als es im Themenblock zur sozialen Gerechtigkeit um Altersarmut ging.

Erster Applaus

Ursula Schulte (SPD) forderte: „Auch Erziehungs- und Pflegeleistung sollen mit in die Rente fließen!“ Das Publikum ließ sich einen ersten Applaus entlocken. Der Vertreter der Linken, Rolf Kohn, entgegnete ihr: „Das ist doch ein Ergebnis Ihrer Politik.“ Er forderte, alle Menschen sollten ausnahmslos für die Rente einzahlen. Holger Lordiek (Grüne) stimmte zu: „Keine Berufsgruppe sollte ausgenommen werden!“

Im Themenblock „Wir und die Welt“ ging es beim Thema Klimaschutz um eine Erhöhung der Flugsteuer. Erstmalig zeigten sich die Vertreter auf dem Podium angriffslustig. Karlheinz Busen (FDP) meinte: „Die Grünen wollen alles regulieren – wie wir essen, wie wir wohnen und wie wir reisen.“ Lordiek (Grüne) erwiderte: „Wir müssen die Flugsteuer erhöhen, um das Bewusstsein für den Klimawandel zu schaffen!“ Moderator Slaba war froh über jede Regung der Politiker: „Sie scheinen wahlkampfmüde.“ Beim Klimaschutz kam die Sprache auch auf Dieselfahrzeuge. Johannes Röring (CDU) zeigte sich überzeugt, dass man auf dem Land auf sein Auto angewiesen ist: „Wir müssen Betrug aufdecken, aber keine allgemeine Konzernschelte erteilen.“

Am Ende keine Zeit mehr

Für die Fragen, die Vertreter der KFD, des Kolping, der KAB und der Jungen Gemeinschaft in den vergangen Wochen gesammelten hatten, blieb nach zwei Stunden Polittalk keine Zeit mehr. Während der Veranstaltungen gab es kaum Raum für Fragen aus dem Publikum.

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