Kiepenkerle ziehen durch Stadtlohn

Traditionsveranstaltung

Eine ganze Stadt unter der Prinz-Heinrich-Mütze: Rund 80 Kiepenkerle, Tödden und Bäuerinnen haben sich am Sonntag am Kiepenkerlsonntag getroffen.

STADTLOHN

, 15.10.2017, 18:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf den Einzug der Kiepenkerle in die Stadtlohner Innenstadt hatten sich schon viele gefreut.

Auf den Einzug der Kiepenkerle in die Stadtlohner Innenstadt hatten sich schon viele gefreut.

Winfried Otte wartet. Seine Kiepe hat er geschultert und die Kiepenkerluniform sitzt. Das nun schon seit 17 Jahren, denn so lange ist der Ascheberger beim Kiepenkerlsonntag dabei. Gleich wird seine Kiepe aufgefüllt mit Äpfeln und Eiern, die er dann an die Leute verteilt. „Manchmal gibt es auch eine Flasche Schnaps“, sagt er. Aber: „Man muss aufpassen, dass die einem die Kiepe nicht herunterreißen. Dann liegst du aber lang!“, meint der Kiepenkerl. Etwa fünf bis zehn Kilo sind an diesem Tag im Korb. Wenn er ganz voll ist, kann er bis zu 50 Kilo wiegen.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Bilder vom Kiepenkerlsonntag

Tausende von Besuchern waren am Sonntag auf den Beinen, um den Umzug der Kiepenkerle durch die Stadtlohner Innenstadt zu sehen. Die Tödden und Bäuerinnen verteilten Äpfel und Eier und auch das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite.
15.10.2017
/
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Bilder vom Kiepenkerlsonntag© Foto: Anna-Lena Haget
Schlagworte

Wenige Meter weiter schlägt Bürgermeister Helmut Könning den Zapfhahn in das Fass mit Begrüßungsbier für die illustren Gäste. Unter großem Jubel füllt der erste Bürger der Stadt das erste Glas und reißt es in die Höhe. „36 Jahre Kiepenkerlsonntag, das zeigt, dass wir die wahre Kiepenkerlhauptstadt sind und auch an dieser Tradition festhalten wollen“, ruft Helmut Könning. Er lässt es sich auch nicht nehmen, ein plattdeutsches Gedicht aus der Feder von Werner Elpers zu zitieren.

Vater und Sohn

Ein Pils und einen besonderen Gruß haben die Teilnehmer sich verdient. Viele von ihnen halten, so wie Winfried Otte, schon seit Jahren dem Feiertag der Kiepenkerle die Treue. „Für uns ist es wichtig, junge Leute anzusprechen, damit die auch mitmachen“, so Hans-Josef Petruschka aus Gescher. Brauchtumspflege weiterzugeben ist ihm eine Herzensangelegenheit. In seiner Gruppe läuft dieses Jahr ein Jugendlicher mit, der zum ersten Mal dabei ist.

Und manchmal wird die Tradition auch andersherum vererbt – so wie bei Alfons Haar und seinem Sohn Jürgen Haar aus Gescher. „Mein Vater ist ein Nachzügler“, meint Jürgen Haar lächelnd. „Ich mache das schon seit elf Jahren und er erst seit zwei. Da kann man mal sehen, so kann man die Älteren auch motivieren“, ergänzt der Gescheraner Kiepenkerl. Vater und Sohn sind im Heimatverein aktiv und es ist ihnen eine Ehre, wieder mit dabei zu sein, wenn die Kiepenkerle durch Stadtlohn ziehen.

Stimmung in den Straßen

Auch für die Einwohner und Besucher aus dem Umland ist die große Traditionsveranstaltung ein aufregender Tag. Vor der St.-Otger-Kirche hat der Chor Efkes Anders aus Barchem in den Niederlanden seinen großen Auftritt. Gleich daneben können Mutige ein Bungee-Trampolin ausprobieren und in den Straßen gibt es zahlreiche Verkaufsstände zu entdecken. Mit dem Einmarsch der Kiepenkerle haben auch die Einzelhändler ihre Türen geöffnet. Und im Otgerus-Haus hat die KFD eine Cafeteria mit dem Verkauf von Handarbeiten organisert.

Die Stadtlohner Husarenkapelle und die Wiesentaler sorgen gemeinsam mit dem Spielmannszug des Karnevalsvereins für Stimmung in den Straßen. Auch Bernhard und Elisabeth Olbers aus Stadtlohn sind als Gäste dabei, um die zahlreichen Attraktionen zu erleben. „Das Wetter ist ja ideal heute“, sagt die Stadtlohnerin, und ihr Ehemann ergänzt: „Es ist lustig und abwechslungsreich, aber Kiepenkerl zu sein wäre trotzdem nichts für mich. Ich kann nicht mehr so lange stehen“.

Highlight im Herbst

Einer der Mitbegründer des Besuchermagneten ist Karl-Heinz Althoff aus Emsdetten. Bis jetzt hat er bis auf ein Mal in jedem Jahr seine Kiepe geschultert. „Für mich ist das jedes Jahr ein Highlight, hier nach Stadtlohn zu kommen. Dieses Jahr haben wir 17 neue Kiepenkerle“, meint er stolz.

Für die Stadtverwaltung und das Stadtmarketing ist der Emsdettener voll des Lobes. „Die Kaufmannschaft und die Stadt Stadtlohn haben das, wovon andere Städte nur träumen können“, sagt er und will im nächsten Jahr auch wieder dabei sein. Auf einen Apfel und ein Ei und vielleicht ein Schnäpschen.

Lesen Sie jetzt