Kindergarten Prinz Botho wächst noch

DRK-Familienzentrum

Der Prinz wird 20. Ein gutes Prinzenalter möchte man meinen. Dieser Prinz wächst sogar noch: Das DRK-Familienzentrum feiert seinen 20. Geburtstag und steht vor einer Erweiterung um zwei Gruppen. Dann ist der Kindergarten am Losbergpark der größte der Stadt.

STADTLOHN

, 07.09.2016, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Juliane Rehkamp strahlt. Die Leiterin des Familienzentrums freut sich nicht nur auf die Feier runden Geburtstags "ihres" Kindergartens, zu der am Samstag, 24. September alle Stadtlohner eingeladen sind. Sie ist auch stolz auf die soeben geschaffte Rezertifizierung als Familienzentrum. Seit 2008 darf die DRK-Einrichtung diesen Titel offiziell führen.

Als erster Kindergarten in Stadtlohn wies Prinz Botho damals in einem Prüfverfahren nach, dass die Öffnungszeiten berufstätigen Menschen entgegenkommen, dass die Gesundheitserziehung eine besondere Rolle spielt, dass in der eigenen Küche lecker und vitaminreich gekocht wird, dass auch für Eltern Bildungs- und Freizeitangebote organisiert werden - zum Beispiel ein Segeltörn auf dem Ijsselmeer: "Das schweißt zusammen", sagt Juliane Rehkamp.

Öffnungszeiten erweitert

104 Kinder besuchen zurzeit das Prinz-Botho-Familienzentrum, darunter 24 U3-Kinder und sieben Integrationskinder. Betreut werden sie von 25 pädagogischen Mitarbeiterinnen und zwei Köchinnen. "Unsere Personalstärke und das große Raumangebot ermöglichen es uns, kleinere Gruppen zu bilden, nämlich sechs statt nur fünf, die mit normalen KiBiz-Mitteln möglich wären."

Die ohnehin schon großzügigen Öffnungszeiten des Familienzentrums sind im vergangenen Monat noch ausgeweitet worden. Möglich macht dies eine besondere Förderung des Kita-Plus-Programms, für die Prinz Botho jetzt vom Bundesfamilienministerium den Zuschlag bekommen hat. Flexible Gleitzeiten ermöglichen jetzt eine Betreuung von 6 bis 20 Uhr. Die neue Regelung, so Juliane Rehkamp, habe jetzt schon ganz konkret für eine alleinerziehende Mutter neue berufliche Perspektiven geschaffen. Juliane Rehkamp betont aber auch: "Die Eltern gehen sehr verantwortlich mit den flexiblen Betreuungsmöglichkeiten um." Überlange Betreuungen gebe es nicht.

40 neue Betreuungsplätze

Die Plätze im Prinz-Botho-Kindergarten sind begehrt. Auch fürs neue Kindergartenjahr 2017/18 sind schon alle belegt. Oder genauer: Es wären alle belegt, wenn der Kindergarten nicht um 40 Plätze erweitert würde. Die beiden neuen Gruppen werden in den benachbarten ehemaligen OGS-Räumen der Johannesschule untergebracht. "Die Plätze werden benötigt, weil die Zahl der Geburten wieder auf über 200 angestiegen ist - es gab in de Vergangenheit Jahre mit nur 160 Geburten", sagt Bürgermeister Helmut Könning und freut sich: "Das ist für eine Stadt ein Luxusproblem."

Geschichte des Kindergartens

Der Kindergarten am Losbergpark wurde 1996 als Johanneskindergarten gegründet. Träger war das Johannes-Förderwerk. Ein Schwerpunkt war von Beginn an bis heute die Integration von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf. Das Johannes-Förderwerk übergab 2003 die Trägerschaft an das Deutsche Rote Kreuz. Die Einrichtung wurde unter dem Namen DRK-Johanneskindergarten weitergeführt. 2008 wurde der Kindergarten erstmals als Familienzentrum zertifiziert. Gleichzeitig erfolgte die Umbenennung in DRK-Familienzentrum Prinz Botho. Namensgeber ist Botho Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein (1927- 2008), der frühere DRK-Ehrenpräsident.  

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