19-jähriger Stadtlohner schleift Klassenkameraden mit Auto mit

rnAmtsgericht

Ein 19-Jähriger aus Stadtlohn soll mehrere Personen gefährdet haben, die aus einem Taxi stiegen. Nach einer hitzigen Diskussion am Fahrerfenster schleifte er einen der Beteiligten mit.

Stadtlohn

, 13.05.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor dem Ahauser Amtsgericht musste sich ein 19-jähriger Stadtlohner verantworten, der einen ehemaligen Klassenkameraden mit dem Auto mitgeschleift hat. Dieser habe dem Beklagten zuvor Schläge angedroht. „Ich habe mich in Gefahr gesehen“, äußerte der Beklagte gegenüber dem Richter.

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Im vergangenen Oktober soll der Beklagte um 2.45 Uhr in der Nacht mit erhöhter Geschwindigkeit die Hauptstraße in Groß Reken durchquert haben. Dabei habe er auf Höhe der Volksbankfiliale mehrere Personen gefährdet, die aus einem Taxi stiegen.

Handy entgegen geworfen

Eine der Personen hatte ihm nachgerufen, schilderte der Beklagte. Da er ihn als alten Klassenkameraden wiedererkannt hatte, drehte er im Bereich der Avia-Tankstelle und kehrte zum Ort des Geschehens zurück. Auf dem Rückweg habe ihm der Klassenkamerad sein Handy entgegen geworfen. Ein Schaden am Wagen sei aber nicht festzustellen gewesen.

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Dann kam es zur Diskussion am offenen Fahrerfenster. Dabei sei der ebenfalls 19-jährige Klassenkamerad immer lauter geworden und habe im offenen Fenster gehangen. „Komm her!“, soll er geäußert haben und, ob der Beklagte jemanden überfahren wolle.

„Er hat versucht an mich ranzukommen, mich aber nicht erreicht“, sagte der Beklagte. „Ich wollte nicht riskieren, geschlagen zu werden.“ Dass sich sein Klassenkamerad noch im Fenster befand, als er wieder losfuhr, war ihm bewusst, gibt der 19-Jährige zu.

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Der Klassenkamerad wurde eine kurze Strecke mitgeschleift und trug eine Schürfung am Knie sowie eine kaputte Hose davon. Der Stadtlohner entfernte sich vom Unfallort, laut Zeugenaussagen mit erhöhter Geschwindigkeit.

Ob er nicht bemerkt habe, was geschehen war, wollte der Richter vom Beklagten wissen. „Nein, ich habe nicht in den Rückspiegel geschaut“, entgegnete ihm der junge Stadtlohner. Mit erhöhter Geschwindigkeit gefahren zu sein – sowohl vor als auch nach dem Unfall – bestritt er zudem.

„Meine Freundin wurde fast angefahren.“

Dass der 19-jährige Stadtlohner den Unfall zwangsläufig mitbekommen haben muss, konnte auch der Geschädigte selbst nicht bestätigen. Die hitzige Diskussion am offenen Fahrerfenster bejahte er aber. „Ich habe ihn gefragt, was die Scheiße sollte“, so der Klassenkamerad. Aggressiv sei er nicht gewesen, lediglich gereizt, denn: „Meine Freundin wurde fast angefahren.“

Das Handy habe er zuvor nicht nach dem Wagen geworfen. „Das hatte ich nach dem Unfall in meiner Hosentasche“, sagte der Geschädigte und will damit die Polizei gerufen haben. Nachdem die Polizei am Unfallort eintraf, stellte sie beim Geschädigten etwa eine Promille fest.

Als er davon erfuhr, dass er seinen ehemaligen Klassenkameraden mitgeschleift hat, habe der Beklagte gehofft, dass ihm nichts passiert ist. „Es war ein großer Fehler und ich wünschte, es wäre nicht passiert,“ zeigte er sich einsichtig.

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„Die Geschichte klingt wie aus einem schlechten Film“, urteilte der Richter. Der junge Stadtlohner dürfe froh sein, dass sie glimpflich ausgegangen ist. Das Verfahren wurde mit Zustimmung aller Parteien gegen eine Geldauflage eingestellt.

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