Klaus Konerts erstes Jahr als neuer Chef im Hundewicker Bahnhof

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Klaus Konerts (29) Bilanz ist eindeutig: „Es war ein ereignissreiches Jahr.“ Für den Inhaber des „Hundewicker Bahnhofs“ war seine Entscheidung für das Traditions-Haus genau die richtige.

Stadtlohn

, 19.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine ganz besondere Situation, als der Küchenmeister und langjährige Betreiber des „Forellenhofs“ in Borken im vergangenen Jahr plötzlich vor dem Neuanfang im „Hundewicker Bahnhof“ stand. Eine Situation, die sich für ihn durch die Schließung des „Forellenhofs“ und den plötzlichen Tod des Bahnhof-Gastronoms Dieter Wittmann ergeben hatte.

„Eigentlich hatte ich mir sogar überlegt, etwas ganz Neues anzufangen, ein Studium zum Beispiel“, sagt Klaus Konert im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Dann aber haben sich die Dinge eben doch ganz anders entwickelt als geplant.

Eine durchwachte Nacht bis zur Zusage

Die Gesellschafter des „Hundewicker Bahnhofs“ hätten bei ihm angeklopft, erzählt er. Konert brauchte genau eine Nacht, die er durcharbeitete und etliche Flipcharts, die er im Wohnzimmer verteilte und auswertete, bis zur Zusage. „Im Forellenhof hatte ich mir in all den Jahren ein Netzwerk aufgebaut und stand im Bahnhof plötzlich vor einer ganz anderen Herausforderung“, beschreibt er seine damaligen Überlegungen.

Schließlich sei nicht nur das Restaurant sondern auch die Familie durch den Todesfall des beliebten Wirtes sehr betroffen gewesen. Konert spricht von „großen Fußstapfen“, einem „bisschen schwierigen Start“ und entscheidet sich für eine sensible Vorgehensweise.

Großer Respekt für die Familie des Vorgängers

Der Respekt vor der Familie sei ihm äußerlich, aber auch inhaltlich wichtig gewesen. Nicht alles sollte neu und anders werden, aber der Kulinarik seines Vorgängers habe er auch nicht komplett nacheifern wollen. Also hat Klaus Konert dem „Hundewicker Bahnhof“ durch seine Handschrift ein neues Gesicht gegeben, gleichzeitig aber auch auf Altbewährtes nicht verzichtet. Wie zum Beispiel beim „Schnitzel Spezial“, ein mit Käse gratiniertes Schnitzel.

Im Bahnhof seit langem ein Dauerbrenner. Klaus Konert: „Das bleibt natürlich auf der Speisekarte.“ Andererseits hat er eben auch eigene Akzente gesetzt. Bei einer Karte mit erlesenen Weinen oder neuen Speisen. Konert nennt ein Beispiel: „Kalbsbäckchen gab es eben sonst nicht.“ Besonders freut ihn, dass zum Bahnhofs-Team auch nach wie vor Witwe und Tochter des verstorbenen Dieter Wittmann gehören (Ute und Ann-Kathrin Wittmann).

Stressiger Start und erfolgreiche Jahresbilanz

Der Umbau und überhaupt die ersten Wochen, bis das Team eingespielt war, seien „stressig“ gewesen, blickt der neue Bahnhofswirt zurück. Und danach? „Seitdem läuft es toll und rund, wir sind wirklich zusammengewachsen“, schwärmt er geradezu von seinem Startjahr.

Und das in mehrerlei Hinsicht: „Die Resonanz der Gäste ist prima, der Umsatz mehr als gut“, freut sich Klaus Konert über die erfreuliche Wirtschaftlichkeit seines neuen Hauses.

Das zweite Konert-Projekt ist ein altbekanntes

So ganz neu ist das zweite Objekt, in dem Klaus Konert mittlerweile als Inhaber fungiert, aber nicht: der Forellenhof in Borken wurde im April gerade wieder neu eröffnet. Hier führt Bruder Mathias Konert die Regie. Gemeinsam mit ihm und dem bewährten Küchenchef Udo Schlüter habe man als geballtes Kompetenz-Trio in der Küche auch den Start im Bahnhof schon begleitet.

Mathias Konert war vorab auch im „alten“ Forellenhof schon mit im Boot. Und genau wie sein Bruder hatte er sich gegen einen ganz anderen Berufsweg entschieden. Da kam den Brüdern das Angebot, den Forellenhof wieder zu übernehmen, gerade recht. Zumal ein zweites Restaurant immer schon auf ihrer Wunschliste gestanden habe. Auch hier musste die Entscheidung in kurzer Zeit fallen. Auch hier war die Zeit bis zur Neueröffnung ausgesprochen stressig. Und auch hier - nach der offiziellen Eröffnung mit über 1000 Gästen - ist sich Klaus Konert sicher, aufs richtige Pferd gesetzt zu haben.

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