Klaus Lelgemann entwirft Stadtlohn-Modekollektion während Coronakrise

rnStadtlohner Grafikdesigner

Der Stadtlohner Grafikdesigner Klaus Lelgemann (50) hat eine Stadtlohn-Modekollektion entworfen. Während der Coronakrise wurde der gebürtige Gelsenkirchener kreativ.

Stadtlohn

, 02.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor 50 Jahren erblickt Klaus Lelgemann in der blau-weißen Hochburg Gelesenkirchen-Buer das Licht der Welt. Nachdem er seinen Schulabschluss in der Tasche hat, gibt es für junge Männer im Revier eigentlich nur einen Weg: die Ausbildung bei der Ruhrkohle AG. „Auf´m Pütt“ arbeitet er als Betriebsschlosser.

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Schnell merkt Lelgemann, dass ihm die handwerkliche Tätigkeit alleine nicht reicht. Durch einen Zufall lernt er Tisa von der Schulenburg kennen. Die Dorstener Künstlerin, die schon in den 70er-Jahren „Heilige Barbara des Ruhrgebiets“ getauft wurde und später im Kloster den Namen „Schwester Paula“ annahm, unterrichtet den damaligen Mittzwanziger mehrere Jahre.

Schwester Paula prägt ihn nachhaltig

„Ich durfte an vielen ihrer Projekte mitarbeiten. Sie hat mich mit zu Ausstellungen mitgeschleppt und nachhaltig geprägt“, sagt Klaus Lelgemann heute. Eine Szene hat er dabei immer vor Augen: „Sie sitzt in ihrem Sessel und ich habe gemalt.“

Kurz nach dem Tod von Schwester Paula kehrt er dem Ruhrgebiet den Rücken. Das Rheinland ruft. In einer Kölner Werbeagentur beginnt er, als Grafikdesigner zu arbeiten. Hier taucht er in eine völlig neue Welt ein. „Es war eine Promiagentur. Wir hatten viel mit Fußballern zu tun, waren auf großen Events oder Modenschauen“, berichtet Lelgemann.

Liebe zieht ihn nach Stadtlohn

2007 zieht es ihn allerdings erneut weiter. Die Liebe lockt ihn nach Stadtlohn ins Westmünsterland. Hier wird er endgültig sesshaft, heiratet seine Frau Elisabeth, gemeinsam bekommen sie drei Kinder. Lelgemann macht sich selbstständig, seine Kunden kommen aber weiterhin zu einem Großteil aus dem Rheinland. „Da habe ich einfach ein großes Netzwerk“, sagt der 50-Jährige. Unter anderem arbeitet er an Projekten für Victoria Köln.

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Stadtlohn wird trotzdem für ihn zur zweiten Heimat. „Ich komme ja selbst auch aus einem kleinen Ort. Da sehe ich viele Parallelen zu Stadtlohn“, erklärt Lelgemann. „Hier passt jeder auf den anderen auf. Man macht sich Gedanken übereinander und kümmert sich, wenn jemand Hilfe braucht.“

Stadtlohn-Kollektion entworfen

Eine weitere Parallele zum Ruhrgebiet: „Die Leute sind stolz darauf, wo sie herkommen.“ Als während der Coronakrise die Aufträge etwas weniger werden, macht die Klaus Lelgemann Gedanken. Am Computer zeichnet er erste Entwürfe. Nach einigen Wochen kann er das Ergebnis präsentieren: ein Stadtlohn-Modekollektion.

In verschiedensten Farben kann man über einen Online-Shop T-Shirts und Sweatshirts bestellen, die mit Stadtlohn-Motiven bedruckt sind. Mal ist es die Silhouette der größten Sehenswürdigkeiten, mal ist es nur ein kleiner Kiepenkerl; das Wahrzeichen der Stadt. Der Erfolg stellt sich schnell ein.

„An jeder Ecke drauf angesprochen“

„Ich trage es relativ häufig und werde an jeder Ecke drauf angesprochen“, berichtet Lelgemann. So geschehen auf der Abschlussfeier seines Sohnes. „Anschließend haben direkt 13 Leute ein T-Shirt bestellt.“ Dass die Kollektion ankommt, freut den 50-Jährigen gleich doppelt.

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„Wenn ich jemanden auf der Straße mit einem Stadtlohn-Shirt sehe, zeigt es mir, dass ich einen Nerv getroffen habe. Das spielt das Finanzielle eine untergeordnete Rolle“, sagt er. Weil die Kollektion so gut ankommt, hat er in den vergangenen Wochen gleich zwei weitere entworfen: Eine mit dem Motto „Mein Revier“ und eine, bei der er zu seinen künstlerischen Wurzeln zurückkehrt. Doch er selbst trägt „Stadtlohn“ auf der Brust.

Info:

Die T-Shirts und Hoodies sind über den Online-Shop erhältlich: www.shirtee.com/de/store/stadtlohn/
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