Klaus Pries will nicht mehr Bürgermeister werden und unterstützt jetzt Günter Wewers

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Die Fronten in der CDU sind geklärt. Überraschungskandidat Klaus Pries hat seine Kandidatur zurückgezogen. Er will nun den offiziell von der CDU nominierten Günter Wewers unterstützen.

Stadtlohn

, 03.03.2020, 12:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit seiner überraschend angekündigten Bürgermeisterkandidatur sorgte Landwirt und CDU-Mitglied Klaus Pries vor einer Woche für politische Furore in Stadtlohn. Auf der Landwirteversammlung hatte er angekündigt, gegen den CDU-Kandidaten Günter Wewers antreten zu wollen. Jetzt hat sich der innerparteiliche Zwist offenbar in Wohlgefallen aufgelöst. Klaus Pries zieht seine Kandidatur zurück. Das erklärte er am Dienstagmorgen im Gespräch mit unserer Redaktion.

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Am Montagabend hatte der CDU-Stadtverband mit über 98 Prozent der Stimmen Günter Wewers zu ihrem Bürgermeisterkandidaten für die Wahl am 13. September nominiert. Nach Pries’ Rückzug muss Wewers nun keinen unabhängigen Konkurrenten aus den eigenen Unions-Reihen fürchten.

„Ich habe sehr gute und sehr vertrauensvolle Gespräche mit dem Stadtverbandsvorsitzenden Markus Könning und mit Günter Wewers geführt. Dabei haben wir festgestellt, dass wir viele gemeinsame Ziele haben. Bürgermeister aber kann nur einer werden. Darum habe ich mich entschieden, Günter Wewers zu unterstützen.“

Handlungsbedarf bei KAG-Beiträgen und Infrastruktur

Erstmals äußerte sich Klaus Pries auch gegenüber unserer Redaktion über seine Motivation für die Kandidatur. Ein Grund sei der Ärger über die KAG-Gebühren, die die CDU im Land NRW nicht abgeschafft habe. Da würden Bürger bei Straßenerneuerunen unverhältnismäßig zur Kasse gebeten. Die CDU in Stadtlohn müsse hier gegensteuern. „Günter Wewers hat mir versichert, dass er der gleichen Ansicht ist, zumal die KAG-Einnahmen im städtischen Haushalt keine maßgebliche Rolle spielen.“

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Weiterhin sieht Pries Nachholbedarf im Ausbau der Infrastruktur gerade im Stadtlohner Außenbereich. Pries: „Das gilt für Straßen und Wirtschaftswege, vor allem aber auch für den Glasfaserausbau im Außenbereich. Da muss noch einiges geschehen.“ Auch in diesem Punkt habe er mit Günter Wewers eine Linie gefunden. Die Kommunikation der Politik mit den Bürgern, so Pries, sei offenbar auch ein Problem gewesen.

Überraschend viele Gemeinsamkeiten

„Ich war selbst überrascht, dass wir so viele Gemeinsamkeiten gefunden haben. Ich habe vor den Gesprächen nicht mit diesem Ergebnis gerechnet“, sagt Klaus Pries. Über eine mögliche Alternative zum CDU-Kandidaten hätten er und einige Mitstreiter seit drei oder vier Monaten nachgedacht. Seit sechs Wochen seien die Überlegungen auf ihn hinausgelaufen.

Einige seiner Unterstützer hätten ebenfalls an dem Gespräch mit Markus Könning und Günter Wewers teilgenommen. „Am Ende sind wir einvernehmlich zu der Entscheidung gekommen, meine Kandidatur zurückzuziehen – auch wenn es einige bedauert haben.“

Pries will Politik als sachkundiger Bürger mitgestalten

Klaus Pries will nun nicht nur Günter Wewers im Wahlkampf unterstützen, sondern auch als sachkundiger Bürger künftig in Ratsausschüssen mitarbeiten und Einfluss nehmen. Pries: „Die Gespräche waren sehr vertrauensvoll. Darauf können wir aufbauen.“

Der 44 Jahre alte Klaus Pries zeigte sich am Dienstag auch erleichtert über die Entwicklung. „Ehrlich gesagt fällt mir auch ein Stein vom Herzen. Ich hatte mir die Kandidatur gut überlegt und mit meiner Familie besprochen. Aber die Wahl hätte doch für mich alles verändert.“

„Kandidatur hat Politik wachgerüttelt“

Pries ist überzeugt davon, dass seine Kurzkandidatur keine vergebene Mühe war. „Ich glaube wir haben die Politik wachgerüttelt, intensiver mit den Bürgern zu sprechen und sich neuen Denkweisen zu öffnen. Das gilt nicht nur für die CDU, sondern für alle Fraktionen.“

Auch Dr. Markus Könning zeigte sich erleichtert über die mit Klaus Pries erzielte Einigung. „Die Gespräche waren sehr gut. Ich bin absolut froh über das Ergebnis, das für uns alle das beste ist.“

Das sieht auch Klaus Pries so. Er will sich aber nicht den Schneid abkaufen lassen. „Meine Unterstützer und ich werden genau beobachten, was sich in den nächsten Jahren in der Stadtlohner Politik tun wird und was möglich ist. Ein neue Kandidatur 2025 ist ja nicht ausgeschlossen.“

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