Kleine „Bahnhofshalle“ im Losbergpark nimmt Gestalt an

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Die ersten Narzissen blühen schon zaghaft am Losberg. Auch der Eisenbahnclub blickt voller Erwartung auf den Frühling: Im Losbergpark entsteht eine kleine Bahnhofshalle für die Parkeisenbahn.

Stadtlohn

, 17.01.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rembert Vehlken und Heinz Garwer blinzeln am Donnerstag zufrieden in die Januarsonne, die durch die Sparren scheint. Oben auf der Leiter prüft Zimmermann Jens Elsing das fertige Gebälk. Nur noch das Dach fehlt, dann ist die neue kleine „Bahnhofshalle“ für die Schmalspurbahn im Losberg fertig.

Aber das Wort „Bahnhofshalle“ hören der Vorsitzende des Eisenbahnclubs und der Chef des WLE-Eisenbahnmuseums nicht so gerne. „Es ist ein Unterstand“, erklärt Rembert Vehlken. Und der diene nicht nur den Fahrgästen der Parkeisenbahn, sondern besonders auch den Besuchern des unmittelbar angrenzenden Spielplatzes.

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Zwölf Meter lang und vier Meter breit spannt sich die Holzkonstruktion am kleinen Lokschuppen im Losbergpark über das Gleis der Parkeisenbahn. „Hier muss noch gepflastert werden, da stellen wir noch Sitzbänke auf.“ Heinz Garwer hat ein klares Bild vor Augen.

Dachfrage ist noch ungeklärt

Nur wie das Dach des neuen Unterstandes aussehen wird, ist noch nicht ganz klar. „Es laufen heute noch Abstimmungsgespräche mit der Stadt Stadtlohn“, erklärt Heinz Garwer. Die preisgünstige Dachplanung der Eisenbahner fand im Rathaus aus gestalterischen Gründen wenig Zuspruch. Garwer zeigte sich am Donnerstag aber überzeugt davon, dass schon bald eine Einigung gelingt und die Bauarbeiten abgeschlossen werden können.

Jedes Jahr weit über 1000 Fahrgäste

Wofür braucht der Eisenbahnclub diesen Unterstand? Von Mai bis November dreht die Parkeisenbahn des Eisenbahnclubs an allen Sonn- und Feiertagen ihre Runden. An jedem Fahrtag genießen 80 bis 100 Kinder die etwa 400 Meter lange Runde durch den Losbergpark.

Jedes Jahren freuen sich viele hundert Kindert auf eine Eisenbahnfahrt (hier ein Archivfoto) durch den Losbergpark.

Jedes Jahren freuen sich viele hundert Kindert auf eine Eisenbahnfahrt (hier ein Archivfoto) durch den Losbergpark. © Stefan Grothues

„Wenn es aber mal einen kurzen Regenschauer gibt, dann sind die Fahrgäste weg – und kommen nicht wieder“, sagt Heinz Garwer. Denn bislang habe jede Unterstellmöglichkeit gefehlt. „Und das gilt auch für den Spielplatz nebenan“, ergänzt Rembert Vehlken.

Darum hat der Eisenbahnclub das Projekt auf den Weg gebracht. 13.000 Euro kostet das Vorhaben – je nach Dachvariante kann der Preis noch ein wenig schwanken. Rund 2000 Euro bringen die Eisenbahner aus Clubmitteln auf. Die Sparkassenstiftung, das Land NRW und die Stadt Stadtlohn beteiligen sich an den Kosten.

Der Eisenbahnclub, der in diesem Jahr 35 Jahre alt wird, zählt 35 Mitglieder. Wartung und Betrieb der Parkeisenbahn, die seit 1993 ihre Runden am Losberg dreht, liegt in den Händen eines zehnköpfigen Teams um Rembert Vehlken.

Neue Hinweistafel auf die Eisenbahngeschichte aufgestellt

Am Donnerstag trafen sich Heinz Garwer und Rembert Vehlken noch zu einem zweiten Ortstermin in Sachen Eisenbahn mit dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion, Helmut Stowermann.

Eine neue Hinweistafel weist am Kreisverkehr an der Vredener Straße auf die Eisenbahngeschichte der Stadt Stadtlohn hin.

Eine neue Hinweistafel weist am Kreisverkehr an der Vredener Straße auf die Eisenbahngeschichte der Stadt Stadtlohn hin. © Stefan Grothues

Auf Antrag der CDU hatte der Rat 5000 Euro für die Idee des Eisenbahnclubs bereitgestellt, den Kreisverkehr an der Vredener Straße nahe der Hordtschule eisenbahngeschichtlich zu gestalten. In diesen Tagen hat das Projekt seinen endgültigen Abschluss gefunden.

86 Jahre lang war die Eisenbahn Teil der Verkehrs- und Wirtschaftsgeschichte in Stadtlohn.

86 Jahre lang war die Eisenbahn Teil der Verkehrs- und Wirtschaftsgeschichte in Stadtlohn. © Stefan Grothues

Schon seit dem vergangenen Jahr erinnert ein Schienenstrang und eine Eisenbahnachse auf der Kreisverkehrsinsel an die 86 Jahre währende Stadtlohner Eisenbahngeschichte. Jetzt wurde am Radweg zusätzlich eine Informationstafel aufgestellt.

Auf der Insel des Kreisverkehrs an der Vredener Straße erinnern ein Schienenstrang und eine Waggonachse an die Eisenbahngeschichte Stadtlohns. An dieser Stelle führten früher die Schienen über die Vredener Straße.

Auf der Insel des Kreisverkehrs an der Vredener Straße erinnern ein Schienenstrang und eine Waggonachse an die Eisenbahngeschichte Stadtlohns. An dieser Stelle führten früher die Schienen über die Vredener Straße. © Stefan Grothues

Kunstvoll zusammengeschweißt aus alten Schienenstücken der Feldbahn des Klinkerwerks Iking trägt die Konstruktion ein Schild mit der Inschrift: „Zur Erinnerung an die Westfälische Landes-Eisen/Nordbahn Stadtlohn – Burgsteinfurt, Stadtlohn – Borken, Stadtlohn – Vreden, 1902 – 1988“.

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