Krankenhaus gibt Mitarbeitern mit Handicap eine Chance

Vorbildliches Integrations-Projekt

Mit strahlenden Gesichtern sitzen sie im Konferenzraum der Verwaltung des Maria-Hilf-Krankenhauses zwischen Kuratoriumsvorsitzenden, Geschäftsführer, Bürgermeister und weiteren, zur Pressekonferenz geladenen Gästen. Dennis Benning (22), Lena Sandkuhle (24) und André Terhalle (21) treten am 1. April eine unbefristete Stelle im Maria-Hilf-Krankenhaus an.

STADTLOHN

, 30.03.2015, 18:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Krankenhaus gibt Mitarbeitern mit Handicap eine Chance

Andre Terhalle, Lena Sandkuhle und Dennis Benning (v.l.) treten am 1. April ihre unbefristete Arbeitsstelle an.

Was für andere selbstverständlich ist, ist es für die drei jungen Menschen nicht. Sie haben ein Handicap. Das Krankenhaus Maria-Hilf in Stadtlohn ist jetzt als erstes Krankenhaus im Kreis Borken durch die Gründung einer Integrationsabteilung als Integrationsunternehmen im Rahmen des Förderprogrammes des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales bestätigt.

"Es ist schon Bombe, dass das alles geklappt hat", freut sich André Terhalle. Der 21-Jährige wird künftig die Grünanlagen pflegen, den Winterdienst übernehmen und Hol- und Bringdienste verrichten. Tätigkeiten, die er bereits seit Längerem am Krankenhaus verrichtet, doch künftig als Angestellter. Zuvor haben alle drei entsprechende Qualifikationen bei den Werkstätten Haus Hall erlangt und Erfahrungen im Krankenhaus gesammelt. Jetzt sind die drei einen großen Schritt weiter.

Zusammenarbeit selbstverständlich

In Integrationsunternehmen beziehungsweise Integrationsabteilungen arbeiten Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen. Der Anteil der Angestellten mit Handicap beträgt dabei in der Regel 25 bis 50 Prozent. Durch die Integrationsabteilung möchte sich die Stiftung den Anforderungen der Gesellschaft stellen und ihrer Verantwortung gerecht werden. Aus den Veränderungsprozessen erwartet sie neue Perspektiven und Möglichkeiten hinsichtlich der besseren Zusammenarbeit zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen.

Und darauf freuen sich die drei neuen Mitarbeiter - und auf die Zusammenarbeit mit ihren neuen Kollegen. In der Bettenzentrale sorgt Dennis Benning dafür, dass die Krankenhausbetten immer funktionstüchtig sind. Er braucht vielleicht ab und an etwas länger, sein Gegenüber zu verstehen, doch ein defektes Bett wieder flott zu machen, das gelingt fast von allein. Für den qualifizierten Bettenwart kein Problem.

Behinderung kein Nachteil

Lena Sandkuhle ist als Alltagshelferin vor allem im Altenheim unterwegs. Eine Gehbehinderung ist ihr Handicap, doch das spielt bei ihrer Tätigkeit keine große Rolle. Sie unterstützt als Betreuungsassistenz bei der Pflege oder geht in der Küche mit zur Hand. Die zu verrichtenden Arbeitsaufgaben orientieren sich an den individuellen Behinderungen der Mitarbeiter, die in den Betrieb der Maria-Hilf Service GmbH eingegliedert werden sollen.

Während der Beschäftigung werden die Mitarbeiter der Abteilung Integration durch eine differenzierte, qualitativ hochwertige Einarbeitung vorbereitet und qualifiziert. Jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit, an Fortbildungen und Qualifizierungen im notwendigen Umfang zur Sicherung seiner Tätigkeit teilzunehmen. Bürgermeister Helmut Könning hofft auch Nachahmer: "Mit solch einer Abteilung ist die wirtschaftliche Grundlage geschaffen, um langfristig Arbeitsplätze für Menschen mit Handicap zu erhalten."

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