Leben mit Bauzaun und Umleitungsschild

Auf der Eschstraße

Fast drei Meter tief hat sich die Baggerschaufel in den Untergrund der Eschstraße gegraben. Dorthin, wo Kanäle und Kanalanschlüsse erneuert werden müssen. Die Bauabsperrung nimmt den ganzen Straßenraum ein. Eine wichtige Hauptschlagader in der Innenstadt ist lahm gelegt. Dennoch: Die Geschäftsleute rundherum reagieren gelassen.

STADTLOHN

, 30.03.2016, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Bis jetzt sind wir mit dem Bauablauf sehr gut zufrieden", sagt zum Beispiel Apotheker Jürgen Beimesche. Seit Anfang der Woche steht unmittelbar vor seiner Sonnen-Apotheke der Bauzaun und das Umleitungsschild in die Rezepterstraße. "Die Umleitung ist natürlich eine ideale Zwischenlösung", so Beimesche. Die Bauabschnitte seien klugerweise so gewählt, dass der Verkehr über die vorübergehend "umgedrehte" Einbahnstraße abfließen kann.

Und was sagen die Kunden? Beimesche: "Zufrieden sind nicht alle. Gerade für ältere Menschen, die keine weiten Fußwege gehen können, ist die Situation zurzeit etwas schwieriger, weil sie nicht in der Nähe der Geschäfte parken können. Die meisten sehen aber die Notwendigkeit für die Bauarbeiten ein."

Boden bebt

Das bestätigen auch Conny Albersmann und Ingrid Niehues im gegenüberliegenden Modegeschäft Peacock. "Dass es zurzeit etwas ruhiger ist, das liegt an den Osterferien", sagt Conny Albersmann. Damit meinen sie den Kundenstrom. Denn wenn der Bagger loslege, sei es alles andere als ruhig. "Da bebt auch schon mal der Boden", lacht Ingrid Niehues. Aber das sei nicht weiter schlimm. "Es muss ja gebaut werden." Und so sähen es auch die Kunden.

"Wer zu uns will, der lässt sich auch von der Baustelle nicht abhalten", sagt Conny Albersmann. Schließlich seien für Fußgänger und Radfahrer alle Geschäfte in der Eschstraße nach wie vor erreichbar.

Lob für Bauarbeiter

Viel Lob von allen Seiten gibt es für die Bauarbeiter und das Baustellenmanagement. Jürgen Beimesche: "Die bemühen sich wirklich, die Belastungen möglichst klein zu halten. Das bestätigen auch die Modeverkäuferinnen von gegenüber. Conny Albersmann: "Wenn mal was ist, dann fragen sie nach, wie es uns am besten auskommt. Und rund um die Baustelle wird immer schön aufgeräumt."

Auch wenn sich Jürgen Beimesche in der Planung mehr Stellplätze gewünscht hätte, so freut er sich nun auf das neue Straßenpflaster, das nach den Kanalarbeiten verlegt wird. "Wir Geschäftsleute haben uns im Interesse der Kunden für mehr Stellplätze stark gemacht. Es gab ja auch Nachbesserungen. Jetzt warten wir erst mal ab, wie das alles funktioniert."

Neue Pflasterung

Die Sanierung der Abwasserkanäle und Hausanschlüsse in der Eschstraße ist nur das Vorspiel für die anschließende Neugestaltung des Straßenraums. 3900 Quadratmeter Pflasterfläche werden komplett neu gestaltet. Für die Fahrbahn ist ein anthrazitfarbenes Betonsteinpflaster vorgesehen. Gliederungsbänder mit hellem Betonsteinpflaster strukturieren den Straßenraum.

Zeitplan: Auf den aktuell Bauabschnitt der Kanalsanierung folgt der letzte Abschnitt von der Einmündung Hook bis zur Klosterstraße. Dieser Abschnitt soll bis Ende April abgeschlossen sein. Dann folgt die Neupflasterung, beginnend am Rathaus. Sie soll bis Anfang Dezember an der Klosterstraße abgeschlossen werden. Zuletzt wird bis Jahresende die Rezepterstraße umgestaltet. Die Kosten für die Kanalsanierung belaufen sich auf rund 240 000 Euro. Die neue Pflasterung kostet geschätzt etwa 670 000 Euro. Die Angebote werden zurzeit geprüft.

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