Lieder treffen mitten ins Herz

Konzert im Otgerus-Haus

Eine Konzert-Premiere mit Live-Musik vom Feinsten boten das Duo Jazzgebeat und die plattdeutschen Liedermacher Strauhspier am Samstagabend zum Abschluss der Festwoche im neuen Otgerus-Haus.

Stadtlohn

, 17.09.2017, 20:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lieder treffen mitten ins Herz

Die Gruppe Strauhspier begeisterte mit plattdeutschen Songs das Publikum zum Abschluss der Festwoche.

Die jungen Musiktalente Leonard Demes und Manuel Rölver aus Stadtlohn überraschten am Begegnungsabend mit Jazzstandards der Extraklasse. Von ihrem perfekten musikalischen Spiel am Flügel und an der Bassgeige waren die zahlreichen Zuhörer hellauf begeistert. Erst seit einem halben Jahr musiziert das Duo in dieser Formation, was ihnen sichtlich Freude macht.

Freundlich begrüßte danach Pfarrer Jürgen Lürwer die preisgekrönte Band Strauhspier aus Rheine. Seit 36 Jahren spielen sie zusammen, „weshalb wir uns manchmal wie ein altes Ehepaar fühlen“, sagte Moderator Hermi Sürken. Strauhspier konzertiert lupenreinen Folk und Blues zu plattdeutschen Texten, Hermi Sürken am Akkordeon und Nikolaus Evers und Helmut Schnieders an den Gitarren.

"Liebe, Lust und Grünkohl"

„Alles, was im Leben schön ist greifen wir auf, auch das tägliche tragikomische Banale, sprich: Liebe, Lust und Grünkohl. Strauhspier ist der Strohhalm, an dem sich alle festhalten können, die das Plattdeutsche nicht aussterben lassen wollen“, ergänzte Sürken.

Die drei Herren haben das Herz auf dem rechten Fleck. Nicht nur musikalisch, sondern auch in der Moderation spielten sie sich die Bälle so gut zu, dass das Publikum sich amüsierte und pausenlos etwas zu lachen hatte. Als Song, der an Aktualität gewonnen hat, präsentierte das Trio „Kuem rüöwer, Naober“, der für eine gute Nachbarschaft wirbt und in der Jetztzeit aufgrund der vielen Zuwanderer eine besondere Bedeutung hat.

"Imagine" von John Lennon ins Plattdeutsche übersetzt

Mit „So mögg ik sien“ (übersetzt: „So möchte ich sein: Für andere reich und für mich selber froh“) spielten sie ein Lied mit Tiefgang aus ihrer Anfangszeit. Brandneu war der Titelsong ihrer CD „Alles wird gut“. Sogar „Imagine“ von Beatle John Lennon hatten die Musiker ins Plattdeutsche übertragen und setzten dabei ganz neue Akzente. Nicht fehlen durfte mit „Mein Rheine“ ein Ständchen für ihre Heimatstadt.

Dass sie auch ausgezeichnete Bluesmusiker sind, bewiesen Strauhspier mit dem Song „Ik wunnere mi“. Ein befreundeter Journalist hatte ihn als „Musik aus den Baumwollfeldern des Münsterlandes“ bezeichnet, scherzte Hermi Sürken. Dabei kam sein Spiel auf der Mundharmonika voll zur Geltung. Ihre Bodenständigkeit stellten Sürken, Evers und Schnieders mit „Mien Mönsterland, ik kann di nich missen“ unter Beweis; und auch das Lied vom „Tante-Meyer-Laden“ bestätigte das. 

Mit dem zauberhaften Evergreen „You are my Sunshine, you make me happy…“ auf Plattdeutsch machten Strauhspier auch das Publikum glücklich. Ganz gerührt zeigten sich die Musiker über den großen Applaus und die Rufe nach Zugaben, die sie dann mit „De Dissel“ und dem Lied vom „Herrn Pastor siene Koo“ gerne erfüllten.

Gastgeber zufrieden mit der Festwoche

Die Gastgeber selbst blicken zufrieden auf die Festwoche zurück: „Ich bin überwältigt von dem Zuspruch“, sagte Pfarrer Jürgen Lürwer. „Ganz viele Gemeindemitglieder haben mit angepackt. Es war ein wunderbarer Auftakt für das Otgerus-Haus und eine ganze Bandbreite an Leben. Ich hoffe, dass es so bleibt. Phänomenal!“

„Über 200 Kinder waren beim Kindernachmittag und über 300 Senioren beim Seniorennachmittag, um uns zu sagen: Es ist ein schönes Haus geworden, das akzeptiert wird“, erklärte Pastoralreferent Rudolf Kleyboldt. „Auch die gute Akustik erhielt Zustimmung“, sagte Verwaltungsreferent Albert Frechen.

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