„Menschen sollten Menschen kennenlernen – Eine künstlerische Begegnung“

Thema Inklusion als Muse

Farbenfroh ist nicht nur der Weihnachtsbaum, der mit Beginn der Adventszeit den Raum vor dem Sitzungssaal des Rathauses in Stadtlohn schmückt, sondern bunt und facettenreich ist auch die Welt von Menschen mit Handicap in der Wanderausstellung des Kreises Borken, die seit Montag den Weihnachtsbaum umrahmt.

STADTLOHN

von Elvira Meisel Kemper

, 03.12.2015, 00:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Menschen sollten Menschen kennenlernen – Eine künstlerische Begegnung“

So und nicht anders sollte Unterricht aussehen. Das finden Schüler des Berufskollegs Lise Meitner.

Unter dem Titel "Menschen sollten Menschen kennenlernen - Eine künstlerische Begegnung" sind elf Bilder der Berliner Künstlerin Dr. Käthe Wenzel zu sehen, die sie nach dokumentierten Gesprächen vor einem Jahr an elf Schulen und Kindergärten mit behinderten Kindern und Jugendlichen im Alter von vier bis 21 Jahren im Kreis Borken gemalt hat.

Spannende Beobachtung

"Für das Bildungsbüro war es eine spannende Beobachtung, die theoretischen Inhalte des Inklusionsplanes mit den Bildern verknüpft zu sehen", erinnert sich Andreas Pieper, pädagogischer Mitarbeiter des Regionalen Bildungsbüros des Kreises Borken. Die Ausstellung ist ein Baustein des Kreises im Prozess und in den Überlegungen zum Inklusionsplan Bildung. Der Titel der Ausstellung stammt von der 20-jährigen Hanin Sholeh, die als Schülerin des Berufskollegs Lise Meitner eine Ausbildung zur Hauswirtschaftshelferin absolviert. Sholeh fühlt sich gleich doppelt ausgegrenzt aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Behinderung. "Ich finde, behinderte Menschen sollten mehr mit normalen Menschen zusammen sein, damit diese komische Unsicherheit weggeht", schlägt Sholeh deshalb vor. Wenzel erschuf nach dieser Aussage ein eindrucksvolles Bild einer Schulklasse von Behinderten und Nichtbehinderten. Die Flagge Deutschlands und Palästinas, dem Herkunftsland der Schülerin, ergänzte Wenzel am rechten Bildrand.

Ähnlich sprechend ist auch das Bild, dass Wenzel nach den Aussagen von vier Schülern der Johannesschule Stadtlohn malte. Reisen, das Wiedersehen mit der Familie und für einen Cent eine Stadt oder ein Land kaufen, wo alle Flüchtlinge hinkönnten, sind die Träume dieser Schüler. Es sind ganz normale Träume, so wie sie jeder hat.

Positive Aspekte

Deshalb war Bürgermeister Helmut Könning auch so begeistert von Wenzels Äußerung als Fazit dieser Aktion, die ebenfalls in der Ausstellung nachlesbar ist. "Inklusion lernen müssen Menschen ohne Behinderung", ist der Kernsatz daraus, den Könning für bezeichnend hält. Karlheinz Pettirsch, Erster Beigeordneter der Stadt Stadtlohn, zieht einen etwas anderen, bedeutungsvollen Schluss: "Es sind ein paar positive Aspekte der Inklusion ablesbar, die im Gegensatz zur öffentlichen Darstellung stehen."

 

 

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses bis zum 16. Dezember zu sehen. Infos zur Ausstellung im Internet:

www.bildungskreis-borken.de

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