Michael Weise vermittelt Boule nicht nur als Sport, sondern als Gefühl

rnStadtlohner Buchautor

Der Stadtlohner Michael Weise macht als Bouletrainer vielfältige Erfahrungen. Die hat er nun mit einem Trainerkollegen in einem Praxisleitfaden zusammengefasst. Die Resonanz ist enorm.

Stadtlohn

, 17.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Der Funke sprang während eines Frankreich-Urlaubs vor rund 20 Jahren über - endgültig. Michael Weise, der bis dahin schon ein wenig Boule gespielt hatte, lernte die Popularität dieses Sports kennen und schätzen. In Frankreich ist Boule schließlich ein Massenphänomen.

Die Leidenschaft entwickelte sich über die Jahre immer weiter – und die möchte der Stadtlohner nun verbreiten. Gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Norbert Koch brachte er einen Praxisleitfaden Boule heraus, der vor allem den Laien ansprechen soll. Mit bis dato nicht zu erwartender Resonanz.

Projekt entwickelte eine ganze eigene Dynamik

„Eigentlich wollten wir das ganze Projekt kurz halten“, erklärt der 65-Jährige die rund neunmonatige Arbeit. Doch das Ganze habe eine besondere Energie entwickelt: Herausgekommen ist ein großformatiger Ordner mit vielen Anleitungen zu Technik, Taktik, mentalem Training und Teambuilding.

78 Übungen und Spiele werden in sechs Kapiteln auf wetterfesten Karten dargestellt. Allein zum Thema „Legen“ gibt es 23 Übungskarten und zum „Schießen“, der schwierigsten Technik, weitere 24. „Daneben haben wir eine Trainingsbroschüre mit zahlreichen Hinweisen und Anregungen gestellt und auf der Homepage einen Videokanal eingerichtet“, ergänzt Weise. Darin kommen auch der Verbandschef und Nationaltrainer sowie deutsche Spitzenspieler zu Wort.

Kein Standardwerk für besondere Sportart

Die Idee dazu war den beiden Bouletrainern gekommen, als sie feststellten, dass es für diese Präzisionssportart gar kein Standardwerk gibt. „Ziel war es, vor allem den Breitensport zu fördern und eine Ein- und Heranführung an diesen Sport zu liefern“, so Weise. Der Erfolg zeigt sich schnell: Andere Landesverbände wollen das Werk ins Französische, Englische oder Holländische übersetzen. Auch der Deutsche Pétanque-Verband empfiehlt ihn ausdrücklich.

Eine Welle ist spürbar

In erster Linie geht es den Autoren darum, den Sport in Deutschland und in der Region beliebter zu machen. „Wenn man ein wenig über den Tellerrand hinausblickt, dann ist schon eine richtige Welle im Gange“, berichtet Weise. Das sind die Erfahrungen eines Trainers, der Mannschaften auf Spitzenniveau betreut – und diese gibt es bis hoch zur Bundesliga. Diese werden umfassend gecoacht, nicht nur in Technik und Taktik.

Boule und Pétanque werden auf immer mehr Plätzen gespielt

Das heißt dann nicht mehr Boule sondern Pétanque: „Dazu gebe ich Einführungskurse in der Grafschaft Bad Bentheim, im Ruhrgebiet, wo meine Wurzeln liegen, und im holländischen Grenzgebiet.“ Beispiel Schüttorf: Dort besitzt der heimische FC 35 Spielflächen und eine eigene Halle, vielerorts werden in der Region Tennis- zu Bouleplätzen umgebaut. In Gildehaus bieten gleich vier Vereine Boule an. Die haben Michael Weise gemeinsam eingeladen, eine Einführung anhand des Leitfadens zu geben.

Einfache Regeln, schnelle Erfolge

Gründe für diesen Hype gibt es einige, so Weise: „Die Bouleregeln sind einfach, erste Erfolge stellen sich schnell ein.“ Und die Mittel sind ebenso überschaubar – mit 30 bis 70 Euro ist man bei den Stahlkugeln plus Schweinchen, der Zielkugel, dabei. Was oft fehle, seien geeignete Flächen. „Da wünschte ich mir auch in Stadtlohn einen öffentlichen Platz – zum Beispiel im Losbergpark.“

Boule respektive Pétanque böte sich für Sportvereine an. „Alle Altersklassen können es lernen und spielen. Zudem ist die Verletzungsgefahr natürlich gering“, spricht Weise gerne auch vom Ziel des „lebenslangen Lernens“. „Am Ende ist es das Ziel, jeden Spieler besser zu machen. Das geht nur mit Training – und dazu brauchst du am Ende auch gute Trainer.“ Der Praxisleitfaden sei dafür die optimale Ergänzung.

Französisches Flair auf dem Marktplatz am 17. August

Dass dieser Sport in Stadtlohn und der Region eine Chance hat, zeigt die Premiere des Aktionswochenendes „Boule, Baguette und Wein“ auf dem Marktplatz im vergangenen Sommer. „Da sind wir förmlich überrollt worden. Und die Mitspieler haben gemerkt, dass man nach 15 Minuten Einführung schon ordentlich und im fairen Wettbewerb spielen kann.“

Eine Wiederholung gibt es am 17. August – mit kleineren Verfeinerungen: „Wir werden das Angebot an französischen Speisen ausbauen und tiefer in die Abendstunden gehen“, verspricht Michael Weise erneut „französische Ferienstimmung“ auf dem Markt. Denn Boule sei mehr als ein Sport – „Boule ist ein Gefühl.“ Spiel, Spaß, Gemeinschaft, Kommunikation, Genuss – dass alles verbinde dieser Sport. Und eines betont Michael Weise immer wieder: „Boule ist leicht zu lernen, aber schwer zu gewinnen!“

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