Mit der Kamera in Vietnam unterwegs

Margret und Hermann Liemann

Reisen ist Leidenschaft. Zumindest für Margret und Hermann Liemann. Die Fotografen sind gerade aus Asien zurückgekehrt – mit etlichen Bildern. Wir haben mit den beiden über ihre Reise gesprochen.

STADTLOHN

von Von Lena Beneke

, 04.10.2017, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von Lena Beneke Bilder, die einen praktisch in sich aufsaugen, einen nicht mehr loslassen – solche Fotos haben die Liemanns auch von ihrem zweiten Vietnam-Urlaub mitgebracht. Es sind Bilder, die das wild, das historische und das traditionelle Vietnam zeigen. Was Margret (60) und Hermann Liemann (64) an Bildern geschossen haben, könnte man als Porträt eines Landes bezeichnen. Vietnam ist etwa so groß wie Deutschland – bloß in die Länge gezogen. Allein die Küstenlinie erstreckt sich über 3400 Kilometer. In zwei Wochen kann man also nicht mal einfach das ganze Land bereisen. Deswegen haben sich die Liemanns das Land aufgeteilt, erst den Süden bereist – das war vor vier Jahren. In diesem Herbst war endlich der Norden dran. Hupen per Gesetz Start der zweiwöchigen Reise war – wie sollte es anders sein – in Hanoi, der Hauptstadt. Alles war wohl durchdacht, denn die Fotografen planen schon ein Jahr im Voraus, wie sie ihre Reisen am besten angehen, erzählt Margret Liemann: „Wir erkundigen uns, wann wir wo sein müssen; und auch, wann wir wo wieder weg sein sollten.“ So erreichen Margret und Hermann Liemann ihre Ziele im Norden zu der Zeit, in der die Reisfelder in vielen Grüntönen schillern und verlassen die Gegend um Hue, bevor sie von Überschwemmungen heimgesucht wird.

Vietnamesen hupen viel

Bao, der Fahrer der beiden Stadtlohner, sorgt mit seinen Deutschkenntnissen dafür, dass die Liemanns Einheimischen näher kommen. Er übersetzt, erklärt, ist ein verlässlicher Reiseleiter. So hat Bao den Liemanns auch erklärt, wieso die Vietnamesen so viel hupen, wenn sie fahren und andere Verkehrsteilnehmer sehen. „Das ist gesetzlich geregelt“, sagt Hermann Liemann. Noch aus der Zeit der ersten Autos stamme das Gesetz, sich mit Hupen im Verkehr anzukündigen, so Liemann. Das Hupen sollte für mehr Sicherheit sorgen. Heute, wo es viel mehr Verkehr gibt als noch zur damaligen Zeit, besteht das Gesetz noch immer. Und so hupen sich die Vietnamesen von Straße zu Straße.

Freude am Leben ist spürbar

Es ist eben anders, lebendiger. Und auch fröhlicher, finden die Liemanns. „Die Freude am Leben, die spürt man da“, sagt Hermann Liemann. Auch auf den Straßen bietet sich ein ganz anderes Bild als hier in Deutschland. So gibt es in Vietnam viel mehr junge Menschen als in Deutschland. Und eine weitere Besonderheit gebe es, so Margret Liemann: „Morgens um 4.30 Uhr, da werden einige Straßen gesperrt. Dann findet auf Plätzen, Straßen und in Parks Sport statt.“ Wieso so früh? Weil auch die Vietnamesen die kühlen Temperaturen der frühen Tagesstunden nutzen.

Vergessen zu fliehen

Margret und Hermann Liemann lieben das Reisen, sie waren schon in vielen Ländern. Allein in Asien haben sie Japan, Kambodscha, Vietnam, Nepal, Myanmar und Tibet bereist. Und: Jeder nimmt mehrere Kameras mit. Gestohlen wurde ihnen nie etwas. „Nur einmal in St. Petersburg“, erinnert sich Hermann Liemann, da habe ihm am Fahrkartenschalter ein Mann die Kamera abnehmen wollen. Er kam nur so weit, das Objektiv abzudrehen, da bemerkte Liemann den Dieb und reagierte. „Ich habe ihn laut angebrüllt, wo denn das Objektiv sei, dass alle Umstehenden geguckt haben“, sagt er. Geschockt habe der Mann vergessen zu flüchten und Liemann sein Objektiv wiedergegeben. Den Vorfall wird wohl keiner der beiden je vergessen.

Ihre nächste Reise wollen die beiden Fotografen im kommenden Jahr nach Japan machen. Auch da kommen die Kameras wieder mit in den Flieger. Und wer die Bilder der Liemanns sehen möchte, kann im Ahauser Gesundheitszentrum, Wüllener Straße 95, Physio-Abteilung, nachsehen. Hier hängen bald auch die Bilder aus dem Vietnam-Urlaub; wann genau, das steht allerdings noch nicht fest.

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