Mögliche Kooperation mit anderen Städten

Politik bekennt sich zur Musikschule

Jeder Musikschüler in Stadtlohn wird rein rechnerisch mit 600 Euro im Jahr subventioniert. Das kostet die Stadt Stadtlohn bei 435 Musikschülern 261000 Euro im Jahr. "Die Zahl der Schüler sinkt - das Defizit steigt", klagte Marie-Theres Brinker (UWG) am Dienstagabend in der Sitzung des Schul- und Bildungsausschusses. Dennoch bekannten sich die Politiker aller Fraktionen einmütig zum Erhalt der Musikschule.

STADTLOHN

, 25.02.2016, 00:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die UWG hatte das Thema auf die Tagesordnung gebracht. Die Stadt, so Brinker, müsse einen Weg finden, die Kosten dauerhaft zu senken. Brinker betonte gleichzeitig: "Die Musikschule leistet gute Arbeit. Wir wollen die Existenz der Musikschule nicht anzweifeln." Für die UWG schlug sie vor, die Stadt solle sich für eine stärkere Kooperation der Musikschule mit der Husarenkapelle, mit den Wiesentalern und mit dem KG-Spielmannszug einsetzen. Ausbildungen in den Musikkapellen könnten günstigere Alternativen zum Musikschulunterricht darstellen. Marlies Dertmann (FDP) begrüßte den UWG-Vorschlag: "Wir haben auch schon Vorstöße in diese Richtung gemacht. Wir finden den Antrag gut. Wir können uns sonst die Musikschule vielleicht bald nicht mehr leisten."

CDU, SPD und Grüne dagegen lehnten den Vorschlag vehement ab. Denn, so erklärte Kirsten Neander-Harks (SPD), die Umsetzung des Vorschlags der UWG wäre der Anfang vom Ende der Musikschule. Wenn die Bläserausbildung in die Musikkapellen verlagert werde, bliebe nur noch eine "Rumpfmusikschule" für Streichinstrumente, Klavier und Gesang.

Offene Gespräche

Neander-Harks: "Die Fixkosten aber bleiben, die Unterrichtskosten werden noch höher." So gerate die Musikschule in eine bedrohliche Schieflage, die auch das wichtige Kulturprojekt "Jekits - Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen" in den Schulen gefährde. Dieser Argumentation schlossen sich Cäcilia Völker (CDU) und Leonhard Diekmann (Grüne) an. Völker: "Eine Kooperation kann aber sinnvoll sein, wenn sie nicht einseitig auf Kostensenkung fixiert ist." Diekmann brachte andere Kooperationsmöglichkeiten ins Gespräch: Die Stadtlohner Musikschule könne vielleicht mit denen der Nachbarstädte kooperieren, um Kosten zu senken und um das Angebot zu verbreitern. Hendrik Hadeweg (CDU) betonte: "Die Musikschule ist ein wichtiges kulturelles Angebot. Das wollen wir erhalten, auch wenn es Geld kostet." Andrea Kömmelt (UWG) erklärte: "Das wollen wir auch." Am Ende der Diskussion stimmte sie genau wie Marie-Theres Brinker einem Kompromissvorschlag zu, den auch alle anderen Ausschussmitglieder befürworteten: Die Verwaltung soll offene Gespräche führen, um die Kooperationsmöglichkeiten auszuloten.

 

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