Mühlenpläne in Stadtlohn finden jetzt ein sicheres Fundament

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Im Mai wankte die geplante Berkelmühlen-Sanierung: Zeitplan, Gründung und Fördermittel waren fraglich. Jetzt gibt es auf allen Ebenen Entwarnung – auch weil alte Baupläne aufgetaucht sind.

Stadtlohn

, 25.11.2019, 18:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das sind ja freudige Nachrichten!“ Erwin Plate (UWG) sprach am Dienstagabend aus, was wohl alle Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses dachten. Zuvor hatte Gerd Große-Fericks vom Fachbereich Planen und Bauen die Überzeugung des Gutachters Dr. Jörg Laumann verkündet: „Bei der Gründung der Berkelmühle sehen wir jetzt klar. Sie wird für die zukünftige Nutzung ausreichen.“

Mühlenpläne in Stadtlohn finden jetzt ein sicheres Fundament

Gerd Große-Frericks nimmt die Fundamente der Mühle in Augenschein und vergleicht sie mit historischen Aufnahmen. © Stefan Grothues

Dr. Albert Daniels (FDP), Mitglied in der Lenkungsgruppe für die Mühlensanierung fasste das Urteil des Gutachters noch prägnanter zusammen: „Die Gründung ist ohne Wenn und Aber sicher.“ Und Cäcilia Völker (CDU), ebenfalls Mitglied der Lenkungsgruppe, fügte erklärend hinzu: „Nach Auskunft des Gutachters stellte die alte Nutzung der Mühle eine viel größere Belastung dar als das, was künftig dort geplant ist.“

Vielfältige Nutzung geplant

Die Mühle, ein architektonisches Wahrzeichen Stadtlohns, soll künftig gastronomisch genutzt werden und dem SMS-Stadtmarketing mit Tourismusinformation, dem „Haus der kleinen Forscher“ und dem Unternehmensverband AIW ein neues Zuhause bieten. Und im 2. Obergeschoss entsteht ein imposanter, bis zu vier Meter hoher multifunktionaler Veranstaltungsraum.

Mühlenpläne in Stadtlohn finden jetzt ein sicheres Fundament

So soll die Mühle 2023 mit dem neuen Treppenturm aussehen. Die Platzgestaltung auf dieser Ansicht ist noch nicht die endgültige. © Farwick + Grote

Alle diese schönen Pläne waren im Mai 2019 ins Wanken geraten. Damals fanden die Gutachter bis in eine Tiefe von zehn Metern keinen festen Grund. Es war unklar, wie das Gebäude überhaupt gegründet war – und wie es für die Zukunft statisch gesichert werden könnte. Das wirbelte die bis dahin gültigen Zeitpläne gehörig durcheinander. Experten rieten aus bautechnischen Gründen, die Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes mit dem Neubau des Wehrs vorzuziehen und erst 2022 mit der Mühlensanierung zu beginnen.

Die Verzögerung wiederum hätte die Förderung durch Landesmittel in Höhe von mehr als 1,5 Millionen Euro gefährdet. Skeptiker nahmen schon das Wort „Abriss“ in den Mund. Nach dem Bericht der Münsterland Zeitung über diese Entwicklung aber tauchten unerwartet alte Baupläne und Baustellenskizzen aus dem Jahr 1947 auf. Für den Gutachter war das eine Offenbarung. Es stellte sich heraus, dass es eine Gründung auf Betonpfählen gibt, die tief bis in die feste Mergelschicht herein reichen.

Bauablauf neu geplant

Auf der Grundlage dieser neuen Erkenntnisse wurde auch der Bauablauf neu geplant. Schon 2020 sollen der neue Treppenturm, Rohbau- und Dacharbeiten erfolgen. Dann pausieren die Arbeiten am Mühlengebäude für ein Jahr, damit das Mühlenwehr und die Ufermauern 2021 und 2022 abgebrochen und erneuert werden können. 2022 folgt dann die Innensanierung der Berkelmühle, die bis Anfang 2023 abgeschlossen sein soll.

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Berkelmühle 2019

„Wir hatten zu diesem Zeitplan ein gutes Gespräch mit der Bezirksregierung. Sie hat keine Bedenken“, sagte Bürgermeister Helmut Könning am Dienstagabend im Ausschuss. Die Fördergelder können auch bei einer geringfügigen Terminüberschreitung fließen.

Noch kein neuer Hotelinvestor in Sicht

„Und was passiert auf der freien Fläche, die für ein Hotel vorgesehen ist?“, wollte Bernd Schöning (FDP) wissen. Im Juni 2019 war ein möglicher Hotel-Investor aufgrund der Verzögerung von seinen Plänen zurückgetreten.

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„Wir haben noch keinen neuen Investor“, sagte Bürgermeister Helmut Könning am Dienstagabend. Aber unser Citymanager Herr Salerno führt viele Gespräche. Wir sind zuversichtlich, dass wir jemanden finden werden.“

Berkel-Dialog

  • Eine Informationsreihe unter dem Titel „Berkel-Dialog“ soll die Öffentlichkeit künftig über die weiteren Schritte zur Mühlensanierung und zum Hochwasserschutz informieren.
  • Ein erster Informationsabend für alle Interessierten findet am Dienstag, 24. September, um 19 Uhr in der Stadthalle Stadtlohn, Dufkampstraße 44 statt.
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