Unternehmen und Schüler müssen auf digitale Plattform ausweichen

rnNacht der Ausbildung

Wie finden Schüler eine Ausbildung? Die erste Nacht der Ausbildung in Stadtlohn sollte Unternehmen und Schüler zusammenbringen. Wegen des Coronavirus geht das nicht mehr. Doch es gibt Ersatz.

Stadtlohn

, 02.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nacht der Ausbildung sollte am 5. November erstmals auch Stadtlohner Unternehmen und Jugendliche aus der Stadt zusammenbringen. Dann kam das Coronavirus. Und spätestens mit den seit Montag geltenden Einschränkungen kippte die Veranstaltung in den Bereich des Unmöglichen. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken (WFG) setzte nach und verlegte die komplette Nacht der Ausbildung auf eine digitale Basis: Online können sich Jugendliche über verschiedene Ausbildungsberufe informieren und direkt einen Besuchs- oder Gesprächstermin zwischen dem 5. und 20. November mit den gewünschten Unternehmen vereinbaren. Die offenen Treffen und Angebote der Firmen, die ursprünglich für den 5. November geplant waren, fallen dafür aus.

Digitale Variante könnte für Zielgruppe attraktiver sein

„Wir sind ja erstmal froh, dass eine Nacht der Ausbildung überhaupt stattfinden kann“, erklärt Martin Auras vom Stadtmarketing Stadtlohn (SMS). Entsprechend positiv bewertet er die kreisweite digitale Variante. Mehr noch: Aus Sicht der Zielgruppe habe die digitale Variante sicherlich noch einmal zusätzliche Vorteile. Schließlich würden ja Jugendliche mit digitalen Medien aufwachsen und könnten so einen noch schnelleren Draht zu den Unternehmen finden.

Jetzt lesen

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Denn natürlich gehe der Blick hinter die Kulissen der Unternehmen, der eigentliche Haupteffekt der Nacht der Ausbildung, durch die Online-Formate natürlich verloren. Allerdings könnten die interessierten Jugendlichen ja auch Besuchstermine vereinbaren. Was möglich ist, entscheiden die teilnehmenden Unternehmen.

Viele Unternehmen haben sich noch nicht angemeldet

Die Auswahl ist dabei momentan (Stand Montag, 2. November, 13 Uhr) noch recht übersichtlich: Erst fünf der ursprünglich 19 Unternehmen und Arbeitgeber aus Stadtlohn haben sich auf dem Portal angemeldet. „Dafür sind die Unternehmen selbst verantwortlich“, erklärt Martin Auras. Sie müssten sich mit eigenen Terminen und Angeboten registrieren. Sie legen auch fest, über welche Kanäle sie für die Jugendlichen erreichbar sind. „Das war ja auch alles recht kurzfristig“, sagt er weiter. Die Unternehmen wüssten ja erst seit Ende vergangener Woche über diesen Ablauf Bescheid. Er geht aber davon aus, dass die übrigen Unternehmen noch nachziehen werden. „Mir ist zumindest bisher keine Abmeldung eines Unternehmens bekannt“, erklärt er.

Jetzt lesen

Teupe und Söhne Gerüstbau ist eines der Unternehmen, das für die ursprüngliche Nacht der Ausbildung zugesagt hatte, aber noch nicht online vertreten ist: „Wir sind einfach noch nicht dazu gekommen“, sagt beispielsweise Ulrich Feldhaus. Der Personalleiter ist dort auch für die Ausbildung zuständig. Er hofft, dass er die Angebote des Unternehmens noch in dieser Woche auf der Onlineplattform nachtragen kann.

Jetzt lesen

Wie er erklärt, habe Ausbildung und vor allem die Suche nach Auszubildenden in dem Unternehmen in den vergangenen Jahren eine etwas vernachlässigte Rolle gespielt. „Das wollen wir jetzt verbessern“, sagt er. Den Erfolg der Online-Plattform mag er noch nicht abschätzen. Trotzdem: „Das ist ein enorm wichtiges Feld, da wollen wir auch wahrgenommen werden“, sagt er.

„Normales“ Format bleibt in der Schublade

Martin Auras jedenfalls ist vom Format Nacht der Ausbildung überzeugt. Für Stadtlohn und die Unternehmen dort sei die Ausgangslage natürlich nicht gut. Schließlich sollte sich das Format bei seiner ersten Auflage in Stadtlohn etablieren. Dennoch gehe er fest davon aus, dass zukünftig auch wieder eine analoge Form der Nacht der Ausbildung durchgeführt werden könne. „Wenn dann die Corona-Schutzverordnung einmal nicht mehr gilt“, sagt er.

Zum Ablauf der Onlineversion der Nacht der Ausbildung

Jugendliche, die sich über eine Ausbildung in einem der teilnehmenden Unternehmen informieren möchten, können online (www.azubi.ndakb.de) nach einem Unternehmen oder einem Ausbildungsberuf im ganzen Kreis oder auch einzelnen Kommunen suchen. Je nachdem welche Kanäle das jeweilige Unternehmen bietet, können sie dort auch direkt einen Termin vereinbaren. Die sind zwischen dem 5. und 20. November vorgesehen und reichen von Telefonaten, über Videokonferenzen bis hin zum persönlichen Gespräch vor Ort. Die Unternehmen melden sich dann bei den Teilnehmern.
Lesen Sie jetzt