Wie zwei Künstler in Stadtlohn mit einer Metallkuppel Grenzen überwinden wollen

rnAktion „Weltbaustelle“

Der Stadtlohner Künstler Nobert Then fertigt aktuell eine Metallkuppel für die Kolping Bildungsstätte. Unterstützung erhält er von Emmanuel Owor. Gemeinsam möchte man Grenzen überwinden.

Stadtlohn

, 24.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Emmanuel Owor, den alle nur „Emma“ nennen, ist 27 Jahre alt. In seiner Heimat Uganda studiert er Rechtswissenschaften. „Ich möchte ein Anwalt für Menschenrechte werden, damit ich meine Community legal beschützen kann. Denn die Regierung tut es nicht“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion.

Aktuell ist Emmanuel Owor für drei Wochen in Stadtlohn. Denn er ist nicht nur angehender Jurist, sondern auch Künstler. „In Uganda ist es für das einfache Volk nicht einfach, eine Universität zu besuchen. Es ist sehr teuer“, erklärt der Ostafrikaner. Um sich seinen Traum vom Studium trotzdem erfüllen zu können, beginnt er, sein künstlerisches Talent zu Geld zu machen.

Auch in Deutschland ein gefragter Künstler

„Ich habe damals Bilder gemalt, Skulpturen gefertig und sie verkauft. Außerdem gab ich Kunstkurse. Das hat gereicht, um die Studiengebühren zu bezahlen“, sagt er. Auch in Deutschland bleibt sein Talent nicht unentdeckt. 2015 reist er für ein Projekt das erste Mal in die Bundesrepublik, 2016 gestaltete er die Aussichtsplattform des Longinusturms in Nottuln neu.

Sein nächstes Projekt entsteht gerade im „Kunstklärwerk“ an der Lessingstraße 51. Im Atelier des Stadtlohners Norbert Then arbeiten die beiden Künstler seit einigen Tagen an einer Metallkuppel, die ab dem 6. Oktober im Garten der Kolping Bildungsstätte Coesfeld stehen soll. Hintergrund ist die Aktion „Weltbaustelle Coesfeld“, mit der Grenzen überwunden und das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt gerückt werden sollen.

Ziele der Weltbaustelle im öffentlichen Raum sichtbar

„Die Ziele der Weltbaustelle sollen im öffentlichen Raum sichtbar gemacht werden. Große Flächen für ein Kunstwerk haben wir an unserer Bildungsstätte nicht, aber direkt am Wald jede Menge Platz. Deshalb kam uns die Kuppel in den Sinn“, erklärt Benedikt Vollmer, Geschäftsführer der Kolping Bildungsstätte Coesfeld.

Wie zwei Künstler in Stadtlohn mit einer Metallkuppel Grenzen überwinden wollen

Nobert Then (l.), Benedikt Vollmer (M.) und Emmanuel Owar nahmen das Kunstwerk am Montag unter die Lupe. © Johannes Schmittmann

Erst seit sechs Tagen schweißen Norbert Then und Emmanuel Owor an der Kuppel, die Fortschritte sind immens. Der Stadtlohner Künstler ist von seinem ostafrikanischen Kollegen ganz angetan: „Er hat vorher nie mit Metall gearbeitet, aber er war trotzdem sofort eine große Hilfe. Er lernt sehr schnell.“ Das Grundgerüst steht, nun wird an den Feinheiten gearbeitet.

Kuppel soll als Seminarraum dienen

Die Kuppel soll später sowohl als Seminarraum im Freien dienen als auch ein öffentlicher Ort der Begegnung sein. „Von außen möchten wir zum Beispiel Tomaten anpflanzen, die sich um die Metallstäbe ranken. In die Mitte kommt ein kleiner Ginkgo-Baum, der irgendwann durch die Decke der Kuppel wachsen kann“, erklärt Norbert Then.

Emmanuel Owor hofft, dass auch durch dieses Projekt die Menschen in seiner Heimat neue Hoffnung schöpfen. „Ich versuche, ein lebendes Beispiel dafür zu sein, dass es immer einen Weg gibt. Man muss aber an sich glauben“, sagt er. Für die Zukunft hat er einen großen Traum: „In meiner Heimatort möchte ich einen Ort schaffen, an dem Künstler zusammen kommen und sie gefördert werden.“

Das kurzfristige Ziel: Dass am 6. Oktober – zwei Tage vor seinem Rückflug nach Uganda – die Kuppel in Coesfeld an der Kolping Bildungsstätte feierlich eingeweiht werden kann. Am Mittwoch, 25. September, können Interessierte ab 18 Uhr bei selbst mitgebrachtem Wein, Musik und Kerzenschein im Atelier von Norbert Then die bisherigen Fortschritte in Augenschein nehmen.

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