Nostalgie zum Anfassen

Oldtimer-Trecker-Treffen

Es roch nach Diesel, Öl und Auspuff. Einige scheinbar altersschwache Traktormotoren stöhnten, tuckerten und ächzten, als wollten sie ihren Geist aufgeben. Doch sie hielten unter den begeisterten Blicken der vielen hundert Zuschauer durch. Die Trecker-Freunde aus Büren hatten wieder eingeladen, und viele, viele Interessierte waren gekommen.

STADTLOHN

von von Manfred Albersmann

, 05.09.2016, 14:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Punkt Mittag hörte es am Sonntag auf zu regnen - als hätte da jemand ein Einsehen. Sofort strömten die Eltern, Großeltern, Kinder und Oldtimer-Fans das Technikgelände. Es waren so an die 250 verschiedene Oldtimer-Traktoren, landwirtschaftliche Erntemaschinen und Geräte zu bestaunen. Was die Vorfahren in der Region schon so alles auf die Beine und unter die Räder gestellt hatten. Sogar eine alte Deutz Wasserpumpe aus den 1930er-Jahren zeigte noch Leben und förderte laut ratternd mit schlabberigen und altersschwachen Bändern das kostbare Nass aus und wieder in die Regentonne. Wofür das Gerät damals eingesetzt wurde, ist nicht ganz zu klären, möglicherweise für einen Feuerwehreinsatz.

Gepflügt wie früher

Nebenan hatten einige Kinder zwei Trecker erobert und versuchten nun auf ihre Art, ihnen neues Leben einzuhauchen und übten schon mal für den Ernstfall. Die Eltern schauen lächelnd zu und wurden vielleicht an ihre eigene Kindheit erinnert. Überm Zaun auf einem Acker zog eine alte Deutz-Kettenraupe aus 1954 einen Pflug wie zu alten Zeiten. Von wegen veraltete Technik: Direkte Fahrschule für eine Probefahrt gab es unter der strengen Leitung einiger "Fahrlehrer" für die Kids. Davon wurde natürlich regen Gebrauch gemacht. Währenddessen ließen sich einige Väter den Gebrauch von Kappsägen und Holzspalter, von Zapfwellen eines Treckers angetrieben, erklären.

"Treckerdeutsch"

Auf dem Gelände war ein babylonisches Sprachengewirr zu hören: Es wurde Hochdeutsch, Plattdeutsch und "Treckerdeutsch" gesprochen. Da nur "Fachleute" mit und ohne wirkliche Kenntnis der alten Maschinen zugegen waren, gab es viele Diskussionspunkte.

Denn der Gesprächsstoff ging bei der Vielzahl der verschieden Fahrzeugmarken nicht aus. Deutz, Holder, Ford, Wesseler, Mc Cormick, Güldner, Schlüter, Eicher, MAN, John Deere, Lanz, Unimog, Hanomag, Fendt und, und, und … riefen viele Erinnerungen wach. Auch die Vollgummi-Bereifung eines alten Lanz-Treckers ist heute schon mehr als Nostalgie und diskussionswürdig.

Die "gute alte Zeit"

Bei den leuchtenden Augen und aufgeregten Stimmen der Gesprächspartner kann man eigentlich schon gar nicht mehr verstehen, warum die Landwirte heute auf moderne Maschinen umgeschwenkt sind. Ja, ja, die "gute alte Zeit" wirkt immer noch bis heute. Und im nächsten Jahr trifft man sich ja wieder, bei den Treckerfreunden Büren.

 

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