„Quäl-dich-Tour“ für guten Zweck zahlt sich aus

13000 Euro Spenden

Was mit der Lust an der sportlichen Herausforderung angefangen hat, ist mittlerweile auch ein gutes Werk für wohltätige Zwecke. 13000 Euro haben 19 Radler aus Stadtlohn in diesem Jahr mit ihrer "Quäl-dich-Tour" eingefahren. Diese Spende haben sie jetzt zu gleichen Teilen an das Elisabeth-Hospiz und die Dieter-Bauer-Stiftung übergeben.

STADTLOHN

, 07.09.2015, 18:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Quäl-dich-Tour“ für guten Zweck zahlt sich aus

Rieke Liesmann, Leiterin des Elisabeth-Hospizes, und Dieter Bauer von der gleichnamigen Stiftung erhielten von den Teilnehmern der „Quäl-Dich-Tour“ die Spendenschecks.

Zum achten Mal ist die Gruppe von Stadtlohn nach Norderney gefahren, 236 Kilometer in acht Stunden. Eigentlich gar nicht zu schaffen für Amateur-Sportler. Doch Jahr für Jahr beweist die Gruppe, was alles möglich ist, wenn man nur will.

Dass sie damit Spenden erstrampeln, war anfangs gar nicht vorgesehen, erzählt Teilnehmer Matthias Geuking im Gespräch mit der Redaktion. "Eigentlich hat uns vor allem die sportliche Herausforderung gereizt. Dann kamen nach und nach Sponsoren, irgendwann hatten wir mal 200 Euro übrig und haben beschlossen, die zu spenden. So fing alles an."

Über 53000 Euro

Gemeinschaftlich habe man sich dann für diese beiden Einrichtungen entschieden. Warum gerade diese? "Das Hospiz ist einfach einzigartig und die Dieter-Bauer-Stiftung macht viel, hat eine schöne Mischung von Projekten, die sie unterstützt. Das liegt uns auch persönlich am Herzen."

Immer mehr Sponsoren kamen dazu, inzwischen unterstützen 40 Unternehmen und Gruppen aus Stadtlohn und Umgebung die Radler. Ab einer Spende von 300 Euro werden sie mit ihrem Logo auf dem Trikot der Radler verewigt. Über 53000 Euro sind so in den vergangenen Jahren zusammen gekommen.

Dankbare Empfänger

Jeweils 6500 Euro übergaben sie am Samstag an Heinz-Dieter Bauer und an Rieke Liesmann vom Hospiz, die sich sehr dankbar zeigten. Aber nicht nur finanziell möchten die Radler die beiden Einrichtungen unterstützen. Es gehe auch darum, sie durch die Tour bekannter zu machen. Geuking: "Wir hoffen, dass die Leute sich damit dann beschäftigen und sehen: Es geht nicht allen Menschen so gut wie uns."

In Stadtlohn sind die Radler mittlerweile schon bekannt. "Wir haben sogar eine kleine Fan-Gemeinde, die dann morgens um 5 Uhr dabei ist, wenn wir losfahren und uns viel Glück wünscht", erzählt Geuking. Regelmäßig sehen die Stadtlohner sie trainieren und es kommt öfter vor, dass sie angesprochen werden.

Sportlich von Haus aus

Nicht die ganze Truppe trainiert das ganze Jahr mit. Allerdings sind viele auch ausgelastet mit anderen Sportarten, sagt Geuking. Alle Teilnehmer seien von Haus aus sehr sportlich. Dennoch: 236 Kilometer rein aus Lust an der Bewegung? "Naja, ein bisschen verrückt muss man natürlich schon sein, um das zu machen", sagt Geuking lachend.

Und sie denken nicht ans Aufhören. Die neunte Tour im Sommer 2016 ist bereits in Planung, die Hotelzimmer auf Norderney müssen bald gebucht werden. Und im darauffolgenden Jahr steht das zehnjährige Jubiläum an. "Darauf freuen wir uns alle jetzt schon", sagt Geuking. "Wir hoffen, dass wir dann etwas Großes auf die Beine stellen und vielleicht noch mehr Spenden sammeln können."

Spenden gehen an zwei Einrichtungen

Das Elisabeth-Hospiz in Stadtlohn ist am 1. Juni 2003 eröffnet worden. Träger der Einrichtung sind der Kirchenkreis Steinfurt, Coesfeld-Borken, der Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden, die St. Antonius-Hospital Gronau GmbH, die St. Marien-Hospital Borken GmbH, und die Stiftung Krankenhaus Maria-Hilf, Stadtlohn. Das Hospiz begleitet Sterbende und deren Angehörige, wobei die bestmögliche Erhaltung von Lebensqualität und Linderung von Schmerzen im Fokus stehen. Zehn Prozent der erforderlichen Gelder müssen die Betreiber des Hospizes jedes Jahr aus eigener Kraft durch Spenden und Vereinsbeiträge auftreiben.

Die Dieter-Bauer-Stiftung wurde ebenfalls 2003 gegründet. Sie versucht, die Krebs- und MPS-Forschung voranzutreiben sowie Organisationen und betroffene Menschen zu unterstützen. Unterstützt werden gemeinnützige Organisationen, aber auch betroffene Personen und deren Familien und auch Schulen für geistig behinderte Kinder.

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