Rat uneins im Fazit zur "Marktgilde"

14.11.2008, 18:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Stadtlohn Im Hauptausschuss war der Punkt lediglich "durchgewunken" worden - im Rat entzündete sich eine kurze, aber heftige Debatte, als es um die Änderung der Marktsatzung in Stadtlohn ging.

Hintergrund: Die Stadt hatte im vergangenen Jahr den Markt in die Regie der Deutschen Marktgilde gegeben - und damit die Hoffnung verbunden, dass besonders der schwächelnde Samstagsmarkt einen Aufschwung nimmt. Doch stattdessen hatte es vor allem Ärger mit den treuen Markthändlern gegeben: Die zeigten sich überhaupt nicht von den steigenden Gebühren und Kosten angetan. Das Endergebnis: Stadt und Gilde trennten sich wieder, und die Kommune trägt den Markt wieder selbst.

Wieder rückgängig

Dieser Vorgang geht nicht ohne Formalitäten ab: Genauso, wie die Marktsatzung geändert werden musste, um sie an den Betrieb durch die Gilde anzupassen, hatte die Stadt nun die Aufgabe, das wieder rückgängig zu machen. Dass dies ein notwendiger Schritt sei, stellte niemand in Frage.

Anders verhielt es sich jedoch bei der politischen Bewertung der "Episode Marktgilde". Reinhold Dapper (SPD) griff die Verwaltung scharf an: "Das war ein Schildbürgerstreich. Wer trägt dafür die Verantwortung?" Es sei schließlich absehbar gewesen, dass es mit der Marktgilde nicht klappt: "Wir haben davor gewarnt." Jetzt seien Kosten entstanden.

Versuch

Die anderen Fraktion teilten seine Sicht der Dinge allerdings nicht. UWG-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Kaiser forderte, "auf dem Teppich zu bleiben": Es sei eine politische Mehrheitsentscheidung für den Versuch mit der Marktgilde gewesen. Nun gehe es um die Perspektive, den Markt gemeinsam mit dem Stadtmarketing Stadtlohn neu in den Vordergrund zu bringen. "Es war eine Chance", zeigte sich Ludger Konrad für die CDU-Fraktion davon überzeugt, dass ein Scheitern nicht vorher absehbar gewesen sei: "Anderswo hat es ja geklappt." Und die seinerzeitige Entscheidung habe sich die CDU nicht leicht gemacht. Für die FDP reklamierte ihr Fraktionsvorsitzender Bernd Schöning schließlich ein politisches "Recht auf Irrtum und auch ein Recht auf Korrektur". to

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