Richter droht mit Untersuchungshaft

Prozess gegen 25-Jährigen

Vor dem Amtsgericht in Borken wurde am Freitagmorgen der Prozess gegen einen 25-jährigen Stadtlohner fortgesetzt, der sich wegen verschiedener Betrugsdelikte verantworten muss. Gleich zu Beginn des zweiten Prozesstages verlas der Staatsanwalt eine weitere Anklage gegen den Stadtlohner.

Stadtlohn

, 09.06.2017, 10:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der 25-Jährige hatte sich - so die Anklage - in mehren Fällen Pakete unter falschem Namen zum Haus seiner Großmutter liefern lassen und diese dort angenommen. Darunter ein Trikotsatz für eine Fußballmannschaft und auch ein Goldbarren. Außerdem hat der Angeklagte Handys auf den Namen seiner Oma gekauft. Die hatte Strafanzeige erstattet.

Hatte sich der Angeklagte am ersten Prozesstag zu den Vorwürfen nicht geäußert, so nahm er gestern zu der neuerlichen Anklage Stellung. Ein inzwischen abgeschobener Flüchtling habe die Pakete bestellt, versuchte der Stadtlohner dem Gericht klar zu machen.

Zeugen gehört

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Zwei Zeugen hörte das Gericht am Freitag Vormittag. Dabei handelte es sich um einen Paketzusteller und einen Bewohner des Hauses, in dem die Pakete angeliefert wurden. In dem Haus soll der Angeklagte mehrfach Klingelschilder überklebt und mit einem falschen Namen versehen haben. Als dann Pakete unter diesem Namen angeliefert wurden, habe er sie angenommen. 

Ein dritter Zeuge konnte aus persönlichen Gründen nicht zum zweiten Verhandlungstag erscheinen. Der Richter hatte jedoch mit der Mutter des Zeugen telefoniert und Dinge erfahren, die ihn deutlich in Rage brachten. Demnach soll der Angeklagte mehrfach versucht haben, mit dem Zeugen telefonisch oder persönlich zu sprechen. Ihr Sohn habe Angst vor dem Angeklagten, er habe auch Angst davor, das dieser oder von ihm Beauftragte ihm etwas antun. 

Zeuge hat Angst vor dem Angeklagten

Der Richter machte dem Angeklagten klar, dass er diese Art der Zeugenbeeinflussung nicht duldet. "Wenn das weitergeht, gehen sie in Untersuchungshaft", machte der Richter am Ende des Prozesstages unmissverständlich deutlich. 

  • Der Prozess wird am 20. Juni mit weitere Zeugenbefragungen fortgesetzt.
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