Rückendeckung für Kontrollen bei Festival

Diskussion im Stadtlohner Rat

Breite Rückendeckung für das Ordnungsamt: Nach der Jugendschutzkontrolle und der Lärmmessung auf dem Savage Music Festival in der Stadthalle am Samstag haben sich der Rat und der Bürgermeister am Mittwochabend demonstrativ hinter die Rathausmitarbeiter gestellt.

Stadtlohn

, 01.06.2017, 18:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rückendeckung für Kontrollen bei Festival

Die Stadthalle ist ein schlechter Disco-Ersatz, das hat sich am Wochenende gezeigt. Jetzt ist die Facebook-Diskussion in den Rat geschwappt.

Veranstalter und Partygäste hatten - vor allem im sozialen Netzwerk Facebook - von überzogenen Maßnahmen gesprochen, die letztlich zum vorzeitigen Ende der von rund 350 Gästen besuchten Party geführt hätten (Münsterland Zeitung berichtete).

"Kontrolle war normal"

"Wir sollten als Eltern froh sein, dass das Ordnungsamt aufpasst", erklärte Otger Harks, nachdem Ordnungsamtsleiter Thomas Gausling den Ablauf der Kontrolle durch drei Ordnungsamtsmitarbeiter geschildert hatte. Gauslings Fazit: "Die Kontrolle war ganz normal."

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Das veranlasste Otger Harks (SPD) zu der Einschätzung: "Ohne Facebook hätten wir gar kein Problem." Damit spielte er auf die seiner Ansicht nach zu emotionale und zu wenig faktenorientierte Diskussion im sozialen Netzwerk an.

"Unmoderiertes Forum"

In die gleiche Kerbe schlugen auch Andrea Wiggering-Cirkel (FDP) und Andreas te Vrugt (CDU). "Das Thema ist in einem unmoderierten Forum hochgekocht worden. Mich stört das. Mit dem Jugendwerk versuchen wir ja, etwas für die Jugend auf die Beine zu stellen. Das Thema Disco ist schon 20 Jahre alt. Dafür werden wir keine Lösung finden", so Andreas te Vrugt. Helmut Stowermann (CDU) dankte dem Ordnungsamt ausdrücklich für die Kontrollen: "Das gehört sich so. Das erwarten wir."

Richard Henrichs (Grüne), auf dessen Anregung hin sich der Rat mit dem aktuellen Thema befasste, betonte ebenfalls, dass dem Ordnungsamt nichts vorzuwerfen sei. "Aber es ist legitim, wenn Diskussionen, die in der Stadt kursieren, auch hier im Rat aufgegriffen werden." Das bekräftigte auch Marianne Stübbe (CDU): "Wir sollten nicht den Eindruck erwecken, dass uns das egal ist, dass wir kein offenes Ohr für die Jugend haben."

Negatives Echo nicht gut für die Stadt

Das meinte auch Karl Herbstmann (UWG): "Die Kommentare auf Facebook betreffen einen Bereich, den wir pflegen müssen. Ein Discothekenbau ist nicht Aufgabe der Stadt. Aber wir müssen nach möglichen Alternativen suchen." Das sah auch Bernd Schöning (FDP) so: "Das negative Echo ist nicht gut für die Stadt - auch wenn das Ordnungsamt keinen Fehler gemacht hat."

Reinhold Dapper (SPD) wurde konkreter: "Ja es gibt Mängel in der Stadt. Früher gab es 50 Kneipen, heute sind es nur noch 10. Wir dürfen den Jugendlichen aber keinen Sand in die Augen streuen. Wir können das Problem nicht lösen. Wenn wir ein Jugendcafé betreiben wollen, müssen wir viel Geld in die Hand nehmen. Da muss man sich entscheiden."

Bürgermeister Helmut Könnig kündigte eine Vertiefung der Diskussion im Fachausschuss an und betonte: "Das Rathaus ist offen für Anregungen!"

Drei Fragen an Nils Groth (17)

(gewählter Vertreter im Jugendkomitee des Jugendwerks)

„Für junge Leute wird in Stadtlohn nichts geboten“ – das war in den letzten Tagen oft auf Facebook zu lesen. Stimmt das eigentlich?

Ich würde das so nicht sagen. Das Jugendwerk bietet viele Aktionen an, auch Fahrten zu Freizeitparks, Kino-Shuttle oder den Index-Bus. Manchmal werden die Angebote aber schlecht angenommen. Darum sind wir auf Ideen der Jugendlichen angewiesen, damit wir das richtige Angebot machen können.

Was sollte die Stadt tun?

Die Stadt Stadtlohn ist schon sehr gut dabei. Wir haben für unsere Pläne und Veranstaltungen im Rathaus eigentlich immer ein offenes Ohr gefunden. Und die Stadt Stadtlohn hat uns auch Geld bereit gestellt. Das ist schon sehr, sehr gut. Eigentlich sind jetzt die Jugendlichen an der Reihe.

Wie können die Jugendlichen denn selber aktiv werden?

Viele haben sich auf Facebook aufgeregt. Besser wäre es, sich zusammenzuschließen und gemeinsam Ideen zu entwickeln. Das Jugendkomitee soll von Jugendlichen für Jugendliche sein. Um etwas bieten zu können, müssen jedoch alle zusammen halten und gemeinsam daran arbeiten. Deshalb unser Appell vom Jugendkomitee an alle Stadtlohner Jugendlichen: Ihr könnt uns per Nachricht an unsere Facebookseite www.facebook.com/jukostadtlohn/ oder persönlich bei unserer nächsten öffentlichen Sitzung am 27. Juni um 19 Uhr im Jump In ansprechen. 

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