Rumpelkammer entwickelt sich vom Provisorium zum Party-Hotspot

rnPartytreff auf Zeit

Von Après-Ski bis Schlagermove: In der „Rumpelkammer“ wird gefeiert, was das Zeug hält. Dabei entstand der beliebte Partytreff zufällig und für begrenzte Zeit. Noch ist die Party nicht zu Ende.

Stadtlohn

, 03.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Sturm Friederike am 18. Januar 2018 das Dach der alten Gaststätte Berger an der Mühlenstraße zerfetzte, schien das Schicksal des Hauses schon so gut wie besiegelt zu sein. Die neuen Eigentümer wollten es abreißen lassen. Heute geht es immer wieder stürmisch zu: Aus der alten Gaststätte Berger wurde die „Rumpelkammer“, momentan der Stadtlohner Partytreff schlechthin.

Neubaupläne 2018 auf unbestimmte Zeit zurückgestellt

Dirk Wörmer und Michael Avermann freut das sehr. Als die beiden vor zwei Jahren die alte Kneipe Berger gekauft haben, hatten sie eigentlich überhaupt kein gastronomisches Interesse.

Sie wollten den alten Gebäudekomplex möglichst schnell abreißen und auf dem prominent an der Berkel gelegenen, gut 800 Quadratmeter großen Grundstück einen Neubau errichten: Mit einem Versicherungsbüro im Erdgeschoss und Pflegewohngemeinschaften in den beiden Obergeschossen. Über den Abriss und Neubaupläne konnten sich die Investoren aber nicht mit der Stadt einigen.

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Jetzt bleibt das Gebäude bis auf Weiteres stehen. Die oberen Geschosse stehen leer. Aber in der Rumpelkammer brummt das Leben. Après-Ski, Karneval, Schlagermove, Metal-Konzert, Beach Party, Betriebsfeste, Weihnachtsfeiern, runde Geburtstage – auf offenen und geschlossenen Gesellschaften geben sich die Partygäste die Klinke in die Hand.

Queens Pub hinterließ eine große Lücke

„Das hat Stadtlohn gefehlt, seit es den Queens Pub nicht mehr gibt“, sagt Dirk Wörmer. Er sagt: „Mit der Kneipe habe ich aber nichts zu tun. Mein Platz ist nicht hinter der Theke.“ Michael Avermann nickt. Auch er steht nicht hinter der Theke.

Aber er steht hinter seiner Lebensgefährtin Manu Lenz, die als Wirtin die Fäden in der Hand hält. Und Stammtischkollege Georg Hintemann füllt als Hobby-DJ die Tanzfläche.

Sehr zur Freude der Hauseigentümer, denen das Leben in dem sonst verlassenen Haus wichtig ist. Und der Lückenschluss im Stadtlohner Gastronomieangebot. Längst ist der Verlegenheitsname „Rumpelkammer“ ein Markenzeichen geworden. Was genau ist eigentlich das Erfolgsrezept? Michael Avermann: „Vielleicht ist es ja gerade das Provisorische, die Möglichkeit, alternativ zu feiern.“

Treff für Generationen

Dirk Wörmer freut sich jedenfalls, dass per Zufall ein Treffpunkt für alle Stadtlohner entstanden ist: „An den drei Theken in der Rumpelkammer treffen sich verschiedene Generationen von jung bis alt, von 18 bis über 60. Und immer wieder werde ich von Leuten angesprochen, die sagen: ,Dirk, die Rumpelkammer muss auf jeden Fall bleiben!‘“

Doch die schönste Party geht einmal zu Ende. Der Abriss wird mittelfristig noch erfolgen. Dirk Wörmer und Michael Avermann wollen an dieser Stelle jetzt ein Haus mit Wohnungen und einem Geschäftslokal im Erdgeschoss errichten. „Wir warten aber ab, bis der Mühlenumbau und die Berkelpromenade fertig sind“, sagt Dirk Wörmer. Michael Avermann ergänzt: „Wir wollen unseren künftigen Mietern nicht die Dauerbaustelle vor der Haustür zumuten.“

2023 könnte die Party enden

2023 aber könnte es soweit sein. „Wenn die Stadt bis dahin ihre Hausaufgaben gemacht hat“, sagt Dirk Wörmer. Dann könnte der Abrissbagger die Rumpelkammer in einen Schutthaufen verwandeln. Im Neubau wird kein Platz für eine Gastronomie sein. Das ist die schlechte Nachricht für Partygänger. Die gute: Es gibt aber noch keinen fixen Zeitplan für den Abriss und den Neubau.

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