500.000 Euro Sachschaden bei Wohnhausbrand – Polizei beschlagnahmt Brandstelle

rnFeuer an der Schubertstraße

Großeinsatz an der Schubertstraße in Stadtlohn: Gut 60 Feuerwehrleute bekämpften in der Nacht zu Montag einen Wohnhausbrand. Das Feuer war in einem Wäscheraum ausgebrochen.

Stadtlohn

, 02.09.2019, 02:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Sachschaden in Höhe von rund 500.000 Euro entstand in der Nacht zu Montag bei einem Wohnhausbrand an der Schubertstraße in Stadtlohn. Menschen kamen nach Angaben der Polizei nicht zu Schaden.

In dem von zwei Personen bewohnten Haus – Vater und Sohn – war das Feuer kurz vor Mitternacht in der 1. Etage ausgebrochen. Der im ausgebauten Dachgeschoss schlafende Sohn war gegen 23.50 Uhr von einem lauten Knall aus dem Schlaf gerissen worden und ging daraufhin in die untere Etage.

Wäscheraum in Flammen

Der Mann stellte fest, dass der Wäscheraum in Flammen stand. Der Sohn weckte seinen im Erdgeschoss wohnenden Vater und verließ mit ihm gemeinsam sofort das Haus. Auch drei in einem Nebengebäude wohnende Menschen wurden geweckt und evakuiert.

„Menschen in Gefahr“, so lautete das Einsatzstichwort, mit dem die Leitstelle des Kreises Borken um kurz vor Mitternacht Vollalarm für die Feuerwehr Stadtlohn ausgelöst hatte. Der Brandort liegt Luftlinie keine 200 Meter vom Neubau der Feuerwache am Steinkamp entfernt, die in drei Wochen feierlich eingeweiht werden soll.

Beim Eintreffen der Wehr brannten der Wäscheraum und der Dachstuhl in voller Ausdehnung.

Anwohner ist selbst ehemaliger Feuerwehrmann

„Das habe ich so noch nie erlebt“, sagte am Tag nach dem Brand der 80-jährige Bewohner Josef Busen. Er sei lange Jahre bei der Stadtlohner Feuerwehr gewesen, aber dass sich ein Feuer so schnell ausbreitet, habe ihn total überrascht. „Wir haben noch gehofft, dass etwas zu retten ist“, sagt er resigniert.

Doch ein Blick in die ausgebrannten Räume hat diese Hoffnung für ihn am Montag zunichte gemacht. Auch er schildert einen lauten Knall kurz bevor sein Sohn und er auf die Flammen aufmerksam wurden.

Feuerwehr geht mit massivem Löschangriff vor

Es galt für die Feuerwehrleute, eine Ausdehnung der Flammen zu verhindern.

„Dazu wurde ein massiver Löschangriff von außen und innen gestartet“, erklärte in der Nacht Markus Vennemann, stellvertretender Wehrführer der Feuerwehr Stadtlohn. Sichtbar war das an dem Löschwasser, das in Mengen die Außenwände entlanglief.

Immer wieder quoll dichter Rauch aus dem Gebäude. Zur Unterstützung der Stadtlohner Wehr rückten Einsatzkräfte der Feuerwehr Gescher an. „So stellen wir sicher, dass genügend Atemschutzträger eingesetzt werden können“, erläuterte Markus Vennemann.

Um an Glutnester zu kommen, mussten Feuerwehrleute im dichten Rauch mithilfe des Teleskopleiterwagens der Stadtlohner Wehr Pfannen vom Dach nehmen.

Baum behindert Zufahrt

Ein Teleskopleiterwagen der Wehr aus Gescher konnte nicht bis zum Einsatzort vordringen. Ein an der Einfahrt zum Grundstück stehender Baum an der Schubertstraße verhinderte, dass der Wagen passieren konnte, die Zufahrt bot nicht genügend Platz.

Glutnester gelöscht

Insgesamt 60 Feuerwehrleute bekämpften den Brand. Weiter waren 16 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes aus Stadtlohn im Einsatz, die sich um die evakuierten Bewohner kümmerten. Der Rettungsdienst war mit vier Einsatzkräften vor Ort, die Polizei mit fünf Beamten.

Gegen 3.30 Uhr konnten bis auf 15 Einsatzkräfte alle Feuerwehrleute abrücken. Der Trupp blieb am Montag bis 6 Uhr vor Ort, um letzte Glutnester abzulöschen. Die Polizei hat die Brandstelle beschlagnahmt und die Ermittlungen zur Ursache des Geschehens aufgenommen. Nachbarn hatten Vater und Sohn noch in der Nacht sofortige Hilfe angeboten.

Anwohner sind Helfern sehr dankbar

„Die Feuerwehr hat einen tollen Job gemacht“, sagt Josef Busen. Er ist allen Helfern sehr dankbar. Dennoch steht er nun vor dem Nichts. „Es wird schon weitergehen“, gibt er sich zuversichtlich. Das Haus hatten Vater und Sohn vor ein paar Jahren erst aufwendig renoviert und ausgebaut.

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