Schlussakkord für Dirigent Eric Kotterink

Euregio Konzertgesellschaft

Für die Euregio Konzertgesellschaft endet am Sonntag eine Ära: Dirigent Eric Kotterink verlässt den Chor nach dem Stabat-Mater-Konzert in der St.-Joseph-Kirche - in aller Freundschaft, wie Kotterink und VHS-Direktor Dr. Nikolaus Schneider betonen.

STADTLOHN

, 02.03.2016, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dirigent Eric Kotterink.

Dirigent Eric Kotterink.

Es sei ein einvernehmlicher Schlusspunkt erreicht, erklärten Kotterink und Schneider im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. "Frisches Blut" tue dem Chor nun gut. Hintergrund der Entscheidung, die von Kotterink ausging, ist wohl auch die knappere finanzielle Ausstattung des Chores, die die Zahl der orchesterbegleiteten Auftritte einschränkt. Die Kosten für eine Konzertbegleitung durch ein Profi-Orchester beliefen sich auf mindestens 10000 Euro, so Schneider. In früheren Jahren hatte der Chor unter dem Dach der VHS vier bis fünf große Auftritte pro Jahr. Seit 2012 sind es maximal drei. Schneider: "Darauf muss sich der Chor einstellen, das ist mit einem neuen Dirigenten an der Spitze vielleicht einfacher." Kotterink unterstreicht das. "Ich habe die Sänger in den letzten Jahren sehr gut kennengelernt. Das ist ein Vorteil. Aber es kann auch ein Nachteil sein, wenn neue Wege zu gehen sind."

Abschied schmerzt

Groll hegt Kotterink, der drei weitere Chöre in den Niederlanden und das Symphonieorchester Nordhorn leitet, nicht. Doch der Abschied schmerze dennoch. Über seine Probenarbeit in Stadtlohn und die Chorauftritte in der Region sagt er: "Es war sehr schön. Das geht nie wieder aus dem Herzen."

15 Jahre lang hat der 48 Jahre alter Musiker aus Enschede die Proben des Euregio Chors in Stadtlohn geleitet. Die knapp 50 Chorsängerinnen und -sänger stammen nicht nur aus Stadtlohn, sondern auch aus Vreden, Gescher, Südlohn und Ahaus - sowie aus den Niederlanden und Münster.

Einen ausgezeichneten Ruf hat sich Chor mit ernsten Stücken aber auch mit "Entertainment", wie Kotterink es nennt, erarbeitet - von der Johannespassion bis zum "Weißen Rössl". Besonders gerne erinnert sich der Niederländer an die Carmina Burana in Vreden 2002 und an Dvoraks Requiem in Stadtlohn 2004. Der Dirigent schaffte auch den Spagat zwischen professionellen Ansprüchen und Laienmusik. Schneider: "Das entspricht dem Bildungsauftrag der Volkshochschule - mit dem Ergebnis erstaunlich guter Leistungen."

Bewegt und aufgewühlt

Kein Wunder, dass der Chor den Weggang seines leidenschaftlichen Dirigenten sehr bedauert. Sänger Wolfgang Pfahler: "Nach den Proben war ich immer so bewegt und aufgewühlt, dass ich hinterher kaum einschlafen konnte." Eric Kotterink hört das gerne. Zu seiner positiven persönlichen Bilanz der letzten 15 Jahre gehören noch zwei andere Dinge: "Ich habe Deutsch gelernt." Und was der eingefleischte Bach-Liebhaber vorher nie für möglich gehalten hätte: "Ein Chormitglied hat mir die Liebe zu Wagners Opern vermittelt."

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