Ein Stammzellenspender in der Media Klinik Köln, in der auch Paul Söbbing aus Stadtlohn und Erik Schlottbohm aus Südlohn ihre lebensrettende Spende machten. © Patric Fouad
Meinung

Schule fürs Leben: Vergesst mal den Lehrplan!

Eine Typisierungsaktion am Stadtlohner Gymnasium hat zwei Blutkrebspatienten Hoffnung auf Heilung geschenkt. Schulen sollten häufiger mal den Lehrplan vergessen, findet unser Autor.

Natürlich ist die Integralrechnung wichtig. Proteinbiosynthese gehört zum Stoff im Bio-Leistungskurs. Selbst Lateinvokabeln haben ihre Berechtigung. Manchmal braucht Schule aber auch mehr echtes Leben neben dem Lehrplan. Schließlich nimmt sie im Leben der Kinder und Jugendlichen einen immer größeren Platz ein.

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Stadtlohn hat vor einiger Zeit ganz lebensnah Fragen zur Stammzellentherapie behandelt. Nicht nur im Biologieunterricht. Nicht nur in einer ethischen Theoriediskussion. Sondern ganz praktisch mit einer großangelegten Typisierungsaktion. Ganz außerhalb des Lehrplans.

„Wie hältst du es mit der Stammzellenspende?“

Die Oberstufenschülerinnen und -schüler standen plötzlich ganz konkret vor der Frage: Wie hältst du es mit dem Thema Stammzellenspende? Einem Mann in Österreich und einem Mann in den USA, die an Blutkrebs leiden, hat genau diese Aktion Hoffnung auf ein Überleben geschenkt. Für sie wurden in Stadtlohn und Südlohn „genetische Zwillinge“ gefunden, deren Stammzellenspende jetzt Heilung verspricht.

Und wofür brauchen wir Lateinvokabeln? Um diesen schönen, 2000 Jahre alten Satz zu übersetzen: „Non scholae, sed vitae discimus – Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir.“

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Stefan Grothues