„Schwere Jungs“ sind weg - weniger Straftaten

Kriminalitätsstatistik

Ist das Leben in Stadtlohn sicherer geworden? Geht es nach den Zahlen, dann lautet die Antwort: ja. Denn im vergangenen Jahr sind in der Töpferstadt weniger Straftaten verübt worden als 2014. Die "Tausender-Marke" wurde unterschritten: Genau 982 Fälle hat die Kreispolizei in Borken gezählt. Die Behörde hat in dieser Woche die Statistik für 2015 vorgelegt. Vor allem bei Delikten wie Gewalt, Raub und Körperverletzung gab es einen Rückgang.

STADTLOHN

18.03.2016, 18:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Stadtlohn ist typisch für den Kreis Borken", sagt Polizeisprecher Frank Rentmeister. Kreisweit hat die Polizei 2015 mehr Licht als Schatten in der Kriminalitätsentwicklung festgestellt.

Woran liegt es, dass es in Stadtlohn gerade bei Gewalt, Raub und Körperverletzungen weniger Fälle als 2014 und auch im längerfristigen Jahresvergleich gab? "Das hat auch damit zu tun, dass einige Intensivtäter von der Bildfläche verschwunden sind", vermutet Rentmeister. Die Polizei sei den Rädelsführern "auf die Füße getreten" und habe den einen oder anderen "aus dem Verkehr gezogen".

Szene beruhigt

Im Stadtlohner Ordnungsamt hat man eine weitere Erklärung: "Durch die Schließung eines Pubs in der Innenstadt hat sich die Szene beruhigt", gibt Pressesprecher Günter Wevers die Einschätzung der Stadt wieder. Er lobt zudem die Arbeit der privaten Schutzinitiative "Nachtwanderer": Sie habe durch ihre regelmäßigen Rundgänge in den Sommermonaten zu der Entwicklung beigetragen.

Weiter verbessert hat sich laut Statistik im letzten Jahr auch die Aufklärungsquote. In vier von zehn Stadtlohner Fällen kam die Polizei den Tätern auf die Schliche. Genau 306 Tatverdächtige gerieten 2015 ins Visier der Ermittler.

Getrübt wird die Bilanz durch die Zunahme an Diebstählen um 9,1 Prozent. Ein detaillierter Blick zeigt aber, wo der Hase im Pfeffer liegt: Rückgänge bei den Diebstählen in Wohnungen und Läden, aber ein Zuwachs bei den Delikten rund ums Auto.

Serientäter trübt Statistik

Rentmeister: "Wir hatten im letzten Jahr einen Serientäter, und so etwas schlägt sich natürlich in der Statistik nieder", sagt der Polizeisprecher. Gerade bei den Autoaufbrüchen hat die Polizei aber auch mehr Fälle aufklären können, die Quote stieg um zehn Punkte auf 14,5 Prozent.

Bei den der Fahrraddiebstählen verweist Rentmeister auf eine erfreuliche Tendenz: "Ihre Zahl geht seit Jahren zurück." So seien im Kreisgebiet im Jahr 2007 noch 7000 Raddiebstähle angezeigt worden, 2015 waren es nur noch 3500 - Stadtlohn fällt 2015 mit einer Zunahme von 21,1 Prozent etwas aus dem Rahmen.

Dennoch: "Die Räder sind heute viel höherwertig, sie sind deshalb häufig auch besser gesichert und werden entsprechend seltener gestohlen", sagt Rentmeister.

Und dann gibt es in diesem Deliktbereich noch etwas ganz Spezielles: "Viele Versicherungen habe ihre Vertragsbedingungen bei Fahrraddiebstählen geändert. Da lohnt es sich nicht, die alte Leeze mal eben als gestohlen zu melden, wenn es dafür nichts mehr von der Versicherung gibt."

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