Schwester Reintraud verstorben

Gebürtige Stadtlohnerin

Die gebürtige Stadtlohnerin Elisabeth Wolters (kl. Foto) ist verstorben. Seit 70 Jahren war die Ordensfrau als Schwester Reintraud in Peru für die Armen tätig. Am 2. Mai verstarb sie nach längerer Krankheit. Noch vor wenigen Wochen hatte sie in Peru ihr 75-jähriges Ordensjubiläum gefeiert.

STADTLOHN

07.05.2017 / Lesedauer: 3 min
Schwester Reintraud verstorben

Elisabeth Wolters 1973 in Duraznopampa mit einigen örtlichen Kindern.

Geboren wurde sie am 13. November 1922 als jüngstes von 13 Geschwisterkindern auf dem Hof Wolters in der Bauerschaft Wendfeld. Im Jahr 1940 trat sie mit 18 Jahren dem Orden der Hiltruper Missionsschwestern bei und legte zwei Jahre später ihr erstes Gelübde ab.

Im Juli 1947 verließ die junge Frau ihre Heimat, um im 12000 Kilometer entfernten Peru in der Mission tätig zu werden. Damals im Bewusstsein, dass sie ihre Heimat nie mehr wiedersehen würde.

Krankenschwester

Als Krankenschwester war Elisabeth Wolters in Arequipa und Lima tätig. Von 1960 bis 1973 wirkte sie als Oberin im großen Krankenhaus von Stella Maris in Lima. Unter anderem war sie 1970 bei den Rettungsarbeiten in der Missionsstation von Huaraz dabei, als ein Erdbeben eine Eislawine auslöste und die Geröllmassen die Stand Yungay mit 20000 Menschen unter sich begrub.

Von 1973 bis 1975 engagierte sich die Schwester in der Pfarrseelsorge in Duraznopampa, einem Indiodorf in Nordperu. Dort war sie mit dem Pferd zu den Menschen auf dem Land unterwegs. Anschließend war Schwester Reintraud neun Jahre in der 3000 Meter hoch gelegenen Stadt Huaraz eingesetzt. In Huaraz bauten die Hiltruper Missionsschwestern ein Schulzentrum auf, das sie heute noch leiten.

Von 1984 bis 1994 kehrte Elisabeth Wolters als Oberin zurück ins Krankenhaus von Stella Maris. Danach war sie bis 2007 bei der Versorgung der Armen in den Favelas der Hauptstadt Lima tätig. Zu ihren Aufgaben gehörten die Gesundheitsvorsorge, Essenszubereitung, Kinderkrippen, Gemeindeseelsorge, die Betreuung von Waisenkindern und Behördengänge.

Besuche in der Heimat

Genauso wichtig empfand sie aber zwischenmenschliche Aufgaben. Sie gab ihren Schützlingen Hilfe zur Selbsthilfe, machte ihnen Mut und spendete in Notlagen Trost. Vor zehn Jahren wurde sie durch mehrere Schlaganfälle gezwungen, ihr Wirken einzuschränken. Stattdessen kümmerte sie sich um ihre älteren Mitschwestern und betete viel. Nachdem die strengen Ordensregeln gelockert worden waren, durfte die Ordensfrau nach 17 Jahren in Peru erstmals 1964 zu ihrem ersten Heimaturlaub aufbrechen. Mehrfach besuchte sie danach Stadtlohn, zuletzt 2004. Daneben hielt Elisabeth Wolters in all den Jahren immer guten Briefkontakt zu ihrer großen Verwandtschaft in Deutschland. Sehr gefreut hat sie sich stets über Weihnachtspäckchen mit Zwieback und Spekulatius.

Mit 95 Jahren verstorben

Durch die jahrzehntelange Unterstützung aus ihrer Heimat konnte die Ordensschwester in Peru viel Not lindern und der jungen Generation eine Zukunft vermitteln. Die Kraft für die Missionsarbeit gewann sie aus ihrem Glauben. 2006 und 2009 war Großneffe Andreas Kersting bei ihr zu Besuch. Dabei erfuhr er, wie beliebt seine Großtante war. Er erinnert sich gut: Bei einem Besuch im Kinderheim von Lima-Ancon rannten die Kinder zu ihr und wollten auf den Arm genommen werden. Auch die Mitarbeiter des Kinderheims zeigten sich dankbar. Nach ihrem Tod am 2. Mai im Alter von 95 Jahren wurde sie einen Tag später unter großer Anteilnahme auf dem Friedhof in Lima-Callao beerdigt. Ein Tütchen mit Heimaterde von Wolters Eschland wurde ihr mit ins Grab gegeben.

  • Das Heimatrequiem findet am Sonntag, 14. Mai, um 11 Uhr in der Kirche St. Otger statt. Dazu ist die gesamte Gemeinde eingeladen.
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