SKF bietet Hilfe für Menschen in Not unter einem Dach

SKF in Stadtlohn

Der Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) bietet jetzt für die allgemeine Sozialberatung feste Sprechstunden an. Es gibt aber weit mehr Angebote für Menschen mit Problemen und Nöten.

Stadtlohn

, 19.10.2018, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die drei Dipl.-Sozialpädagoginnen Silke Temming, Ruth Upgang und Silke Hessing (v.l.) arbeiten für den SKF. von Wangenheim

Die drei Dipl.-Sozialpädagoginnen Silke Temming, Ruth Upgang und Silke Hessing (v.l.) arbeiten für den SKF. von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Junge Frauen, die unverhofft schwanger werden, Ehepaare im Trennungsprozess, Senioren, die nicht wissen, woher sie das Geld für ein neues Hörgerät nehmen sollen – sie alle finden Hilfe beim Sozialdienst katholischer Frauen. Seit einem Jahr, seit das Otgerus-Haus eröffnet wurde und den Mitarbeitern Büros bietet, können die verschiedenen Angebote noch besser verbunden werden. Hier sind vier Beispiele.

Sozialberatung

Die allgemeine Sozialberatung liegt in den Händen von Dipl.-Sozialpädagogin Silke Hessing. Sie hat seit Neuem auch jeden Donnerstag feste Sprechstunden im Otgerushaus. „Armut ist das große Thema“, sagt Silke Hessing. Zu ihr kommen Männer und Frauen, die Mitte des Monats nicht wissen, wie sie noch etwas zu Essen kaufen sollen. Oder die ältere Witwe, die mit ihrer kleinen Rente nicht klar kommt, wenn Sonderausgaben anstehen. „Die Altersarmut hat zugenommen“, sagt die 46-jährige Beraterin, „aber viele trauen sich nicht zu uns, wollen unbedingt alleine klar kommen.“ Hier will sie ermutigen. Manchmal kann sie helfen, einen Antrag zu stellen, manchmal kann sie auf Schuldnerberatung oder andere Angebote verweisen. Denn allein schon das richtige Angebot für sich zu finden, kann bei den vielen Anlaufstellen, die es gibt, schwierig sein.

Schwangere Frauen

Frauen, die schwanger sind und Probleme haben, sind zum Beispiel bei Ruth Upgang (51) richtig. Sie betreut schwangere Frauen und junge Eltern mit Kindern bis vier Jahre. Eine Gruppe junger Mütter trifft sich im „Cafe la mama“ zu verschiedenen Themen. „Manche Familien begleite ich über einen längeren Zeitraum“, sagt Ruth Upgang. Manche fragen erst mal nach finanzieller Unterstützung. Dann aber geht es oft um andere Fragen. Gerade bei jungen Schwangeren unter 20 Jahren muss viel mehr geklärt werden. Wie kann Baby und Ausbildung vereinbart werden, was ist, wenn die Mütter selbst noch zuhause bei den Eltern leben, wie kann das Kind betreut werden – das sind Themen, bei denen Ruth Upgang hilft.

Alleinerziehende

Für Alleinerziehende hat Silke Temming (48) ein offenes Ohr. Dass dafür eine ganze Stelle bereitsteht, die vom Kreis Borken mitfinanziert wird, ist eher ungewöhnlich. Aber notwendig, so sagt sie. „Alleinerziehende führen alle Negativstatistiken an.“ Manche Ratsuchende kommen schon vor der Trennung zu ihr, manchmal sind es auch Paare, die wissen wollen, wie künftig der Umgang mit dem gemeinsamen Kind geregelt werden kann. Silke Temming bietet Rechtsseminare an aber auch Freizeitveranstaltungen. Da profitieren Alleinerziehende, die sich sonst den Besuch im Freibad nicht leisten könnten. Manchmal bleibt es bei einer einmaligen Beratung, aber Silke Temming begleitet Menschen auch über zwei Jahre. Wenn Kinder im Spiel sind, kann sie außerdem auf andere Dienste im Haus verweisen.

Familienpaten

Silke Hessing betreut ein weiteres Angebot: die Familienpatenschaften. Hier kann sie auf einen Stamm von acht bis zwölf Frauen zählen, die als ehrenamtliche Patinnen in junge Familien gehen. Für ein paar Stunden kümmern sie sich dann um die Kinder bis drei Jahren, während die Mutter endlich mal die Freundin treffen, in Ruhe das Haus putzen oder nach einer schlaflosen Nacht einfach mal ungestört ins Bett gehen kann. Seit neun Jahren gib es das Angebot, das immer besser angenommen wird, weil die Hemmschwelle für junge Mütter sinkt. Schwerer sei es dagegen, neue Patinnen zu finden, sagt Silke Hessing.

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