2000 kleine Aalquappen hat der Angelsportverein Stadtlohn in der Berkel ausgesetzt. Die Fischart ist vom Aussterben bedroht. Der ASV beteiligt sich an einem besonderen Projekt.

Stadtlohn

, 05.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Gerade einmal so lang wie zwei Finger breit waren die winzigen Fische, die die Mitglieder des Angelsportvereins (ASV) Stadtlohn jetzt in die Berkel eingesetzt haben. 2000 kleine Aalquappen haben sie in die Natur entlassen. Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich bei Aalquappen aber nicht um Aale, sondern um Knochenfische. Der Fisch gehört zu den gefährdeten Tierarten.

„Eigentlich ist die Quappe ein Fisch, der natürlicherweise in der Berkel vorkommen sollte. Aber es gibt ihn hier so gut wie gar nicht mehr“, sagt Christian Niehues vom ASV. Deswegen hat sich der Verein dazu entschieden, sich einer Aktion des Landesfischereiverbandes Westfalen und Lippe (LFV) anzuschließen.

Kleine Fische werden vom Fischereiverband gezüchtet

Seit 2009 versucht der LFV, die Quappe wieder in der Lippe anzusiedeln. Mittlerweile werden jedes Jahr bis zu 15 Millionen Eier ausgebrütet. In speziell entwickelten Aufzucht-Zylindern wachsen die Larven heran, bis sie in den Seitenarmen der Lippe ausgesetzt werden.

Weil das Projekt in der Lippe so gut funktioniert hat, wird es nun ausgeweitet. Entlang der Berkel beteiligen sich nach Angaben von Christian Niehues verschiedene Vereine, unter anderem in Vreden, Gescher und Legden. 2000 kleine Aalquappen hat der ASV Stadtlohn vom Landesfischereiverband bekommen. „Wir haben sie bewusst in geschützten Bereichen ausgesetzt, um ihnen ein Überleben zu ermöglichen“, erklärt Christian Niehues. Ein Vertreter des LFV war vor Ort, um die Aktion fachmännisch zu begleiten.

Quappe steht auf der Roten Liste

Die Quappe steht in Nordrhein-Westfalen auf der Roten Liste der Tiere, die vom Aussterben bedroht sind. Das liegt nach Angaben des LFV unter anderem an der starken Abwasserbelastung der deutschen Flüsse in den 60er-Jahren. Auch warmes Wasser, das von der Industrie in die Flüsse geleitet wird, schadet den Quappen. Denn sie laichen im Winter bei extrem niedrigen Temperaturen.

So unterstützt der ASV Stadtlohn die Aalquappe dabei, die Berkel zurückzuerorbern

Der ASV hat die Tiere in einem geschützten Bereich in die Berkel gesetzt. © ASV Stadtlohn

Darüber hinaus wurden viele Flüsse begradigt. Dadurch fehlte den Quappen der natürliche Lebensraum. Sie halten sich vorwiegend in flachen Gewässern auf und laichen in Auen. Heute wird diese Entwicklung vielerorts rückgängig gemacht. Auch in Stadtlohn zählt im Unterlauf der Berkel vor allem der Naturschutzgedanke. Hier sind Überschwemmungen sogar gewollt und darüber freut sich die Quappe.

Christian Niehues wiederum freut sich, dass der Verein helfen konnte, die Quappe womöglich wieder in der Berkel anzusiedeln. „Jedes Tier hat seine Aufgabe und seinen festen Platz im Ökosystem“, erklärt er die Bedeutung dieses Projekts.

So unterstützt der ASV Stadtlohn die Aalquappe dabei, die Berkel zurückzuerorbern

2000 dieser winzigen Fische haben die Vereinsmitglieder in die Berkel eingesetzt. © ASV Stadtlohn

Die Quappe

  • Die Quappe (Lota Lota) ist ein Knochenfisch und der einzige Fisch aus der Ordnung der Dorschartigen, der ausschließlich im Süßwasser vorkommt.
  • Kein anderer europäischer Süßwasserfisch zeigt den für die Familie der Dorsche typischen, einzelnen Bartfaden am Unterkiefer.
  • Quappen bevorzugen kalte und sauerstoffreiche Gewässer-
  • Die Fische sind vor allem nachts und in der kalten Jahreszeit aktiv.
  • Die Aalquappe hat einen länglich gestreckten Körper. Die graugelbe Grundfarbe ist mit einer dunkelgrauen Marmorierung überzogen.
  • Die Aalquappe wird zwischen 40 und 60 Zentimeter groß und wiegt zwischen 250 und 600 Gramm.
Lesen Sie jetzt