Sprayer verschönern Unterführung am Gescher Dyk mit kunstvollen Graffitis

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Der Blaue Planet Erde ist ein neuer Blickfang in der Unterführung am Gescher Dyk. Junge Graffiti-Künstler haben ihn dort hingesprüht – ganz legal und zur Freude vieler Passanten.

Stadtlohn

, 05.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dunkelgrau sind ihre Kapuzenpullover, knallbunt sind ihre Bilder. Elf Stadtlohner Jugendliche im Alter von 15 bis 21 Jahren haben mit Graffitis die einst triste Unterführung am Gescher Dyk in eine farbenfrohes Gesamtkunstwerk verwandelt. Die ersten Graffitis entstanden bereits im vergangenen Jahr, vor wenigen Tagen wurden die letzten Wandsprayereien vollendet.

Der blaue Erdball mit einem Durchmesser von rund zwei Metern ist wohl das augenfälligste der neue Motive. „You have the power to change the world“ (Ihr habt die Kraft, die Welt zu verändern) – dieser Spruch umkreist in großen gelben Buchstaben das Erdenrund. Dicke Bienen sind im Anflug. Damit schlagen die jungen Künstlerinnen und Künstler einen deutlichen Bogen zum Thema Klima- und Umweltschutz.

Stadtlohner Graffiti-Motive sind beim SMS-Stadtmarketing auch als Postkarte erhältlich.

Stadtlohner Graffiti-Motive sind beim SMS-Stadtmarketing auch als Postkarte erhältlich. © Stefan Grothues

„#JuKo487“ steht hinten auf den Kapuzenpullovern der Jugendlichen, die sich jetzt wieder mit Farbspraydosen an den Betonwänden der Unterführung zu schaffen machten. „Wir haben die Nachbarn aber vorgewarnt“, sagt Cora Belker lachend. Schließlich wollten die Jugendlichen vermeiden, dass irgendjemand sie für illegale Sprayer hält und die Polizei verständigt.

Und was haben die Nachbarn gesagt? „Die haben sich gefreut“, sagt Cora Belker. Auch bei den vielen Radfahrern und Fußgängern, die die Unterführung des Westfalenrings nutzen, kamen die Graffiti-Künstler gut an. Das Funkenmariechen, die Dodgeball-Spieler und andere Stadtlohner Motive haben schon viele Freunde gefunden

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Die Kunstaktion „Create487“ ist ein offizielles Projekt des Stadtlohner Jugendkomitees Juko. Die „487“ steht für die ersten Ziffern der Stadtlohner Postleitzahl. Dieses Ziffernspiel ist ein unter Graffitikünstlern beliebter Code. Die Stadt Stadtlohn und der Kreis Borken als Straßenbaulasträger haben dem Kunstprojekt ihre Einwilligung gegeben. Und das Land Nordrhein-Westfalen sagte schon im vergangenen Jahr eine Förderung mit einem „Heimat-Scheck“ über 2000 Euro zu.

Davon bezahlt das Juko nicht nur die Farbspraydosen, sondern auch den professionellen Künstler Stefan Kuper, der auch künstlerischer Leiter der Jugendkulturwerkstatt in Stadtlohn ist. Die jungen Künstlerinnen und Künstler sind: Cora Belker, Alessia Bone, Johanna Wüpping, Alidas Schickal, Aidan Ellerkamp, Christina Dammfeld, Nele Eckelmann, Nils Groth, Darius Sonnenberg, Lena Laurich und Josefina Wittke.

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Neben der Erdkugel malten die Graffitikünstler bei ihrer jüngsten Aktion auch kunstvolle Namensdarstellungen der vier Stadtlohner Grundschulen. Die weiterführenden Schulen waren bereits im vergangenen Jahr verewigt worden. Und was bedeuten die Wikinger-Runen, die verstreut unter den Graffitis auftauchen? Aidan Ellerkamp sagt lachend: „Die habe ich gesprüht. Sie bedeuten: Liebe, Glück und Heimat.“

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