Stadt befragt Bauwillige für maßgeschneiderten Städtebau

Neubaugebiet Erningfeld

STADTLOHN. Die meisten Stadtlohner Bauwilligen wollen ein klassisches Einfamilien- oder Doppelhaus mit Satteldach errichten. Im neuen Wohngebiet "Erningfeld" sollen aber auch die Häuslebauer zum Zuge kommen, die von einer Stadtvilla, einen Flachdachbau oder einen Bungalow träumen.

04.02.2016, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

85 Baugrundstücke sollen ab Herbst in dem neuen Baugebiet am Hessenweg westlich des Wohngebiets Am Losberg erschlossen werden. Voraussichtlich ab Frühjahr 2017 können sie bebaut werden. 70 Interessenten haben sich bereits gemeldet. Unter ihnen hat die Stadt Stadtlohn eine Umfrage zu den Planungsabsichten durchgeführt. Die Ergebnisse hat Mathias Pennekamp (Foto), Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen im Stadtlohner Rathaus, am Dienstagabend im Fachausschuss vorgestellt.

Wunsch nach planerischer Freiheit

Der Grund für die Umfrage: Einige der Bauwilligen hatten bei der Stadt angeregt, auf Gestaltungsvorschriften zu verzichten, sodass Bauherren und Planer sich freier entfalten können.

Den Wunsch nach planerischer Freiheit kann Pennekamp nachvollziehen. Auf der anderen Seite hat er aber auch das Gesamtbild des neuen Wohnviertels im Auge. Pennekamp: "Die Freiheitsgrade sollten so gewählt sein, dass das Quartier auch noch nach Jahrzehnten lebenswert ist und der Wert der Immobilien erhalten bleibt." Dies sei nicht nur von den einzelnen Immobilien, sondern auch vom Straßenbild insgesamt abhängig.

"Endlich zählt Bürgerwille"

Die Umfrage soll nun beides ermöglichen: das individuelle Wohnhaus in einer geordneten Struktur - quasi ein maßgeschneidertes Wohngebiet.

Nach den Wünschen der Bauwilligen wurden rund fünfzig Einfamilien- und Doppelhäuser, zwölf Stadtvillen, sechs Bungalows und mehrere Reihenhäuser gruppenweise eingeplant. Diese Vorgehensweise fand im Ausschuss ungeteilte Zustimmung. Erwin Plate (UWG) zeigte sogar Begeisterung: "Endlich ist was in Bewegung gekommen, endlich zählt der Bürgerwille. Das begrüßen wir sehr."

Dass bislang der Bürgerwille nicht gezählt habe, wollte Josef Wansing (CDU) nicht unterschreiben. Aber auch er betonte, seine Fraktion stehe dem "neuen Weg" positiv gegenüber. "Es ist für jeden etwas im Angebot." Auch Ludger Brockherde (SPD) freute sich: "Endlich gibt es viele Varianten." Er lobte auch die Möglichkeiten für den sozialen Wohnungsbau in der Reihenhausvariante.

Vergabe noch 2016

Die Richtung stimmt, meinte auch Bernd Schöning (FDP). Aber er konnte sich noch mehr Freiheiten vorstellen: "Die Häuser im Plan sind alle wie an einer Perlenkette aufgereiht, wie mit dem Lineal gezogen. Ich bin für eine weitere Lockerung der Baugrenzen." Am Ende aber beauftrage der Ausschuss die Verwaltung einstimmig, auf der Grundlage des Entwurfs die weiteren Planungsschritte einzuleiten.

Aus Sicht von Günter Wewers, dem Pressesprecher der Stadt, spricht nichts dagegen, dass die Grundstücke bereits im Herbst an die Bauwilligen vergeben werden - je nach gewünschter Bauart.

 

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