Stadt entfernt Radweg-Beschilderung von Bahnallee

Leserhinweis

Erst vor zwei Wochen ist die durchgehende Radwegeverbindung auf der alten Bahntrasse von der Weerseloer Straße bis zur Bahnallee eröffnet worden. Fast gleichzeitig ist allerdings die Fortsetzung, der bis zum Breul führende Radweg entlang der Bahnallee, quasi abgeschafft worden.

STADTLOHN

, 07.12.2016, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadt entfernt Radweg-Beschilderung von Bahnallee

Der vormalige Geh- und Radweg an der Bahnallee hat keine Schilder mehr. Nach Angaben des Ordungsamtes handelt es sich nun nur noch um einen Gehweg. Nur noch Kinder bis zehn Jahren dürfen hier radfahren. Jugendliche und erwachsene Radfahrer müssen sich die Fahrbahn der Bahnallee mit den Autos teilen.

Darauf hat jetzt ein Leser unsere Zeitung aufmerksam gemacht. "Vor wenigen Wochen sind die blauweißen Rad- und Fußwegeschilder vom städtischen Bauhof abmontiert worden. Die Logik, die dahinter steckt, verstehe ich nicht", sagt der verärgerte Anlieger der Bahnallee, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte.

Er hat beobachtet, dass ohne Beschilderung immer mehr Radfahrer auf die Bahnallee ausweichen. "Und das ist doch gefährlich. Schließlich ist das hier keine Tempo-30-Zone. Hinzu kommt, dass hier auch viele LKW und Schulbusse unterwegs sind."

"Nur noch für Kinder frei"

Doch die Radfahrer handeln richtig, erklärt Ordnungsamtsleiter Thomas Gausling. Es gibt eine Radwegebenutzungspflicht nur dann, wenn ein Radweg durch ein blaues Schild mit weißem Fahrrad gekennzeichnet ist. Ohne die Beschilderung, so Thomas Gausling weiter, sei der Weg an der Bahnallee als Fußweg zu werten - und der dürfe nach der Straßenverkehrsordnung nur von fahrradfahrenden Kindern im Alter von bis zu zehn Jahren genutzt werden.

Aber warum sind überhaupt die blau-weißen Schilder abmontiert worden? "Fahrräder sind Fahrzeuge und gehören demnach auf die Straße", diese Auffassung setzt sich nach Gauslings Angaben bei Experten immer mehr durch. Neuere Untersuchungen zeigten, dass straßenbegleitende Radwege erheblich höhere Unfallzahlen produzieren, als wenn der Radverkehr auf der Fahrbahn mitfährt. Vor allem an Einmündungen sowie im Begegnungsverkehr seinen Radwege eine Gefahrenquelle. Auf der Fahrbahn dagegen sei die Sichtbeziehung zwischen Auto- und Radfahrer besser. "Dass Autofahrer Radfahrer auf gerader Strecke von hinten überrollen, das kommt eigentlich nicht vor", so der Ordnungsamtsleiter. Aus diesem Grunde würden gesonderte Radwege nur noch an Kreis-, Landes- und Bundesstraßen ausgeschildert.

"Normalfall"

Gausling: "Dass Radfahrer auf Gemeindestraßen ohne Radweg gut fahren - auch dort wo Tempo 50 gilt - ist ja in Stadtlohn normal, zum Beispiel auf der Klosterstraße, auf der von-Ardenne-Straße oder auf der Hegebrockstraße."

Aus Gauslings Sicht ergibt sich auch dort kein besonderes Unfallrisiko. "Was Radfahrer wirklich gefährdet, das ist Fahren ohne Licht oder Fahren auf der falschen Straßenseite."

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