Stadtlohn Klassik: Große Gefühle und junge Talente beim Klavier-Konzert

rnStadtlohn Klassik

Obwohl es wegen des Coronavirus erst zu scheitern drohte, zog die perfekte Harmonie des Kammerorchesters und zweier Nachwuchs-Pianisten das Publikum in Stadtlohn in ihren Bann.

Stadtlohn

, 10.03.2020, 15:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Streicher, Flöten und Bläser. Ein ganzes Orchester und im Fokus ein großer, glänzender Flügel. Beim Stadtlohn Klassik Klavier-Konzert in der Konzertaula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums begleitete das Kammerorchester Sinfonietta Köln zwei junge Nachwuchspianisten. Im harmonischen Zusammenspiel schufen sie einen packenden Konzertabend, der das Publikum verzauberte. Wenn auch das Programm nicht vom Coronavirus verschont blieb.

Pianist aus der Lombardei durfte nicht ausreisen

Dirigent Cornelius Frowein erklärt dem Publikum, wie kurzfristig das Programm geändert werden musste. Denn Elia Cecino, einer der beiden Nachwuchs-Pianisten, „kommt ausgerechnet aus der Lombardei und durfte wegen des Corona-Virus dort nicht ausreisen“. Mit dem Litauer Edwin Svaikowski ist aber eine passende Vertretung gefunden.

Schon als das Orchester den Abend mit der Ouvertüre der Oper „L‘isola disabitata“ von Josef Haydn eröffnet ist den Spielern die Freude deutlich anzusehen und überträgt sich sofort aufs Publikum. Während sie spielen, grinsen sie sich gegenseitig an und trotz perfekten Spiels versprühen sie vor allem Leichtigkeit.

Bühne bebt unter den Füßen

Dann öffnet Cornelius Frowein die Klappe des großen Flügels und Edwin Svaikowski kommt auf die Bühne. Das Orchester beginnt zu spielen und während der Dirigent alles gibt, bebt die Bühne unter seinen Füßen. Dann setzt auch der Pianist ein, das Orchester wird etwas leiser und die gefühlvollen Klänge des Flügels erfüllen die ganze Aula.

Jetzt lesen

Ebenso gefühlvoll wie die Musik, ist Edwin Svaikowski. In jedem seiner mitfühlenden Gesichtsausdrücke lässt sich die Begeisterung für Mozarts Klaviersonate Nr.14 lesen. Diese perfekte Harmonie und das respektvolle Zusammenspiel von Pianist und Orchester halten den Zuhörer ganz und gar in diesem besonderen Moment fest.

„Es ist unglaublich, wie sich die Klänge so vieler Instrumente wie durch ein Wunder zusammenfügen“, erzählt eine Zuhörerin in der Pause begeistert. Dann geht es mit dem 17-jährigen Daniel Nemov und Ludwig van Beethovens berühmtem Klavierkonzert Nr. 2 weiter.

Publikum ist dankbar für mitreißendes Konzert

Begleitet vom sanften Ton der Streicher und den fröhlichen Flötenklängen wird aus der lieblichen Melodie in einem Tastenschlag eine kräftige, aus leise wird laut und aus schnell wird langsam. So schnell wie die Finger des Pianisten über die Tasten und die Bögen über die Violinen und Chellos fliegen, ist auch der Abend verflogen. Als das Publikum den Saal verlässt, scheint es erfüllt von einer seligen Dankbarkeit für diese mitreißenden Konzerte.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt