Stadtlohn will eine Übersicht: Wo hängen lebensrettende Laien-Defis?

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Der schnelle Einsatz eines Defibrillators kann Menschen vor dem plötzlichen Herztod retten. Stadtlohn will nun ein Defi-Kataster aufbauen, damit im Ernstfall keine lange Suche erforderlich ist.

Stadtlohn

, 02.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Defibrillatoren sind echte Lebensretter. Viele Fälle von plötzlichem Herztod können durch den schnellen Einsatz der Geräte verhindert werden. Auch Laien können mit Hilfe der AED-Geräte (AED: automatisierter externer Defibrillator, auch „Laien-Defi“ genannt) mit auf der Brust platzierten Elektroden Strom durch das Herz schicken und es wieder im Takt schlagen lassen.

Alle vier Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch am plötzlichen Herztod. In vielen Fällen könnte ein Defi Leben retten. Dabei zählt jede Minute. Je schneller ein elektrischer Schock durch einen Defibrillator abgegeben wird, desto größer ist die Chance, dass das Herz wieder normal schlägt. Gemeinsam mit der Herzdruckmassage hat das Opfer gute Überlebenschancen bis der Notarzt kommt.

Defis in Schulen und in der VR-Bank

Doch wo findet sich im Ernstfall ein Laien-Defi? Im Geschwister-Scholl-Gymnasium zum Beispiel oder auch in der Herta-Lebenstein-Realschule. Auch die VR-Bank an der Neustraße ist mit einem Defi ausgestattet. Weitere Standorte gibt es in Unternehmen, aber sie sind nirgendwo zentral aufgelistet.

Das soll sich ändern. Einstimmig hat der Haupt- und Finanzausschuss beschlossen, dass die Stadt ein Defi-Kataster anlegen soll. Den Antrag hatte die CDU-Fraktion gestellt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Stowermann regte zudem an, zentral in Stadtlohn, beispielsweise am Rathaus, ein Defi-Gerät zu installieren, das rund um die Uhr frei zugänglich ist.

Kreisweite Lösung ist das Ziel

In einer Stellungnahme betonte die Verwaltung, dass es besser sei, das Kataster würde vom Kreis Borken erstellt und gepflegt, weil der Kreis ja auch für den kreisweiten Notruf verantwortlich sei. „Wegen der fehlenden Meldewege hat die Stadt auch keine Kenntnis, wenn ein AED vorübergehend außer Betrieb sein sollte. Es besteht die Gefahr, dass die Daten im Kataster im Notfall nicht aktuell sind“, so die Verwaltung.

Aus diesem Grund, so erklärte der Erste Beigeordnete Günter Wewers in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, habe die Stadt Stadtlohn die Idee schon im vergangenen Jahr an den Kreis herangetragen. „Der Kreis zeigte sich offen, sah aber insbesondere hinsichtlich der Meldewege eine große Herausforderung und eine lange Bearbeitungszeit.“

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Alle Fraktionen im Ausschuss hielten eine kreisweite Lösung für optimal. Einstimmig votierten die Politiker aber dafür, dass Stadtlohn nicht abwarten solle, sondern bereits mit dem Aufbau eines eigenen Defi-Katasters schon jetzt beginnen solle. Auch soll geprüft werden, wo in der Stadtlohner Innenstadt vandalismussicher ein freizugänglicher Defi aufgehängt werden kann.

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