Stadtlohner fährt wieder ohne Führerschein, weil er Vertrag unterschreiben musste

Amtsgericht Ahaus

Wieder war ein 41-jähriger Mann aus Stadtlohn ohne Führerschein unterwegs. Vor Gericht gab er die Tat zu, zeigte aber wenig Einsicht. Schließlich müsse er zur Arbeit kommen.

Stadtlohn

, 26.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf der Burgstraße – hier ein Archivbild – hatte ein Polizist den Autofahrer gestoppt. Einen Führerschein konnte er nicht vorlegen.

Auf der Burgstraße – hier ein Archivbild – hatte ein Polizist den Autofahrer gestoppt. Einen Führerschein konnte er nicht vorlegen. © Markus Gehring (A)

Weil er mal wieder ohne Führerschein Auto gefahren ist, stand ein 41-jähriger Mann aus Stadtlohn am Dienstag vor Gericht. Die Tat gab er zu. Schließlich hatte ihn ja im vergangenen Oktober auch ein Polizist auf frischer Tat ertappt.

Dennoch zeigte der Mann nur wenig Einsicht: Er brauche ein Auto oder zumindest ein Mofa, um jeden Tag zur Arbeit zu kommen. „Im Moment fahre ich mit dem Bus. Das kostet für einen Weg 5,70 Euro“, sagte er vor Gericht. Der 41-Jährige arbeitet in einem Vredener Unternehmen.

Richter legt Stadtlohner Fahrrad, Mofa oder Umzug nahe

Beim Richter kam er damit nicht weit. „Sie könnten ja auch Fahrrad fahren“, donnerte der. Und im Zweifel wäre ja sogar ein Umzug nach Vreden denkbar. „Dann wäre auch Ihr Weg zur Arbeit kürzer“, erklärte der Richter. Außerdem brauche er für ein Mofa mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 Stundenkilometern keinen Führerschein. Sich darum zu kümmern, sei natürlich sein eigenes Problem.

Pikant: Seinen Führerschein hatte der Mann ursprünglich verloren, weil er betrunken Auto gefahren war. Das war im August 2018. Deswegen hatte ihn das Ahauser Amtsgericht im vergangenen Januar 2019 zu einer Geldstrafe verurteilt. Im März 2019 setzte er sich dennoch wieder hinter das Lenkrad. Auch damals wurde er wieder erwischt. Deswegen verurteilte ihn das Dorstener Amtsgericht erneut zu einer Geldstrafe und verlängerte die Führerscheinsperre.

41-Jähriger fiel schon mehrfach ohne Führerschein auf

Doch auch das führte offenbar zu keiner Einsicht. Dieses Mal hatte ihn ein Polizist in Stadtlohn auf der Burgstraße gestoppt. Seine Erklärung für die nicht-erlaubte Fahrt: Er habe in Ahaus einen Arbeitsvertrag unterschreiben müssen. Auch das wertete der Richter zumindest in Teilen zu seinen Gunsten: Zwar sei es keine Notlage, aber zumindest eine Drucksituation gewesen.

Richter und Staatsanwalt lassen Milde walten

Der Staatsanwalt wollte den 41-Jährigen allerdings dennoch mit keiner zusätzlichen Sperrfrist belegen. „Den Führerschein wiederzubekommen wird sowieso schon schwierig genug. Beruflich ist es für Sie sicherlich sinnvoll, dass Sie wieder am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Und auch der Gesellschaft ist daran gelegen“, argumentierte er.

Das sah auch der Richter so. Er verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 15 Euro.

Aktuell gilt noch die Sperrfrist bis März. Wann der Mann danach eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) und seinen Führerschein neu machen kann, liegt nicht in der Hand des Gerichts. „Das entscheidet das Straßenverkehrsamt beim Kreis Borken“, gab der Richter dem Mann mit auf den Weg.

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