Stadtlohner Firma entwickelt Technik gegen Eichenprozessionsspinner

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Das Stadtlohner Unternehmen Dücker hat Maschinen entwickelt, die bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners helfen sollen. Vier Anlagen wurden bereits an „prominente“ Abnehmer verkauft.

Stadtlohn

, 21.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den Bundesländern NRW und Rheinland-Pfalz sind sie in diesen Wochen bereits im Einsatz: Spezielle Maschinen der Firma „Dücker“, die dazu beitragen sollen, die Eichenprozessionsspinner-Plage in diesem Jahr einzudämmen. Beim Stadtlohner Unternehmen, das sich auf Maschinen für die Bereiche Umwelt-, Landschaftspflege und Landwirtschaft spezialisiert hat, wurde unter anderem ein Sprühkopf entwickelt, mit dem ein biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel auf die Eichen verteilt werden kann.

Diese Sprühköpfe können ganz einfach an den Armen der Dücker-Ausleger montiert werden. „Es handelt sich um eine sehr bewegliche Vorrichtung. So ist es nicht nur möglich, an schwierige Stellen zu kommen, sondern auch die teilweise 18 bis 20 Meter hohen Wipfel der Eichen zu erreichen“, erklärt Manfred Wensing, Vertriebsleiter bei Dücker. Auch die komplizierte Mischvorrichtung, bei der der Luftstrom mit Flüssigkeit gemixt wird, wurde in Stadtlohn entwickelt.

Enge Zusammenarbeit mit Biotechnologie-Unternehmen

Eng zusammengearbeitet wurde dabei mit dem Biotechnologie-Unternehmen E-Nema aus Schwentinental. Manfred Wensing erklärt: „Wir stellen nur die Mechanik und Technik zur Verfügung. Die biologische Schädlingsbekämpfung ist schließlich nicht unser Fachgebiet.“ E-Nema hat daher eine Spritzbrühe entwickelt, die zu einem großen Teil aus lebenden Nematoden besteht. Das sind Fadenwürmer, die als Nützlinge bereits seit Langem gegen Schnecken, Dickmaulrüssler oder die Larven des Gartenlaubkäfers eingesetzt werden.

Mit den Maschinen von Dücker erreicht man sogar 20 Meter hohe Baumwipfel.

Mit den Maschinen von Dücker erreicht man sogar 20 Meter hohe Baumwipfel. © Dücker

Nun wurde erkannt, dass sich auch der Giftraupe den Garaus machen können. Manfred Wensing erklärt: „Die Nematoden setzen sich, vereinfacht gesagt, auf die die Eichenprozessionsspinner, kriechen in sie hinein und bringen sie dann zum absterben.“ Anders als für chemische Giftstoffe müsse man für die Verwendung des biologischen Gemischs keine besonderen Auflagen erfüllen. „Es handelt sich ja nur um eine Mischung aus Alkohol, Wasser und Nematoden“, so Wensing.

Vier Anlagen an Bundesländer verkauft

Vier Anlagen hat Dücker bereits verkauft. Zwei an das Land Nordrhein-Westfalen, zwei nach Rheinland Pfalz. Dort wurden Anfang des Monats die ersten Eichen besprüht. Ein zweiter Durchgang folgte vor wenigen Tagen. „Zeitlich ist man da wenig flexibel, denn die Nematoden-Mischung muss in den Verpuppungsstadien zwei und drei aufgebracht werden, um Erfolg zu erzielen“, erklärt Manfred Wensing. Nun werden die Fachleute genau beobachten, wie sich die Population der Eichenprozessionsspinner in diesen Bereichen entwickelt.

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Zum Hintergrund: Bis vor einigen Jahren war der Eichenprozessionsspinner nur Fachleuten ein Begriff. Doch durch Massenvermehrung wurde er innerhalb kürzester Zeit zu einem Problem in ganz Deutschland. Denn: Die Brennhaare der Raupe können beim Menschen für unangenehmen Ausschlag sorgen. Weil Fachleute erwarten, dass die Plage sich durch trockene Winter eher verschlimmert als verbessert, haben Kommunen den Giftraupen den Kampf angesagt.

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