Leichtathleten müssen weiterhin auf ausgetretener Aschebahn trainieren

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Stadtlohns Leichtathleten brauchen weiter langen Atem. Seit Jahren drängen sie auf den Bau einer neuen Kunststoffbahn. Hoffnungen knüpften sie an ein Förderprogramm. Jetzt kam die Ablehnung.

Stadtlohn

, 08.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Vor knapp einem Jahr herrschte noch Optimismus im Ratsaal. Viele junge Sportler des SuS Stadtlohn saßen in den Zuschauerreihen, um mitzuerleben, wie die Kommunalpolitiker über ihren Herzenswunsch diskutierten: den Bau einer Tartanbahn (Kunststoffbahn) für die Läufer, Leichtathleten und Triathleten des SuS. Einstimmig stimmte der Haupt- und Finanzausschuss damals unter der Überschrift „Sportpark am Losberg“ einem großen Investitionspaket zu – allerdings unter dem Vorbehalt, dass das Vorhaben zu 45 Prozent vom Bund gefördert wird.

Gescheitertes Investitionspaket umfasste 2,5 Millionen Euro

Zum großen, rund 2,5 Millionen Euro schweren Investitionspaket gehörten neben der Tartanbahn im Hülsta Sportpark auch diese geplanten Maßnahmen:

  • Das Freibad soll ein neues Nichtschwimmerbecken erhalten. Das alte Nichtschwimmerbecken, das aus technischen Gründen nicht mehr weiterbetrieben werden konnte, ist in 2018 im Zuge der Erneuerung des Hauptschwimmbeckens mit Sand verfüllt worden.
  • Die Glasfront des Hallenbades und der Eingangsbereich des Bades sollen erneuert werden.
  • Der Rasenplatz im Hülsta Sportpark soll erneuert werden.

Die Hoffnung auf gut eine Millionen Euro Fördergeld aus Berlin ist jetzt dahin. Am Mittwoch bestätigte Günter Wewers als Sprecher der Stadt Stadtlohn auf Anfrage unserer Redaktion: „Aus der Förderung wird nichts. Vor rund acht Wochen haben wir einen ablehnenden Bescheid erhalten. Ohne Förderung gibt der städtische Haushalt die notwendigen Mittel nicht her.“

Große Enttäuschung beim SuS

Die Enttäuschung bei den Läufern, Leichtathleten und Triathleten des SuS ist groß. „Seit vielen Jahren ist die Tartanbahn ein großes Thema für uns. Und wir kommen einfach nicht weiter“, sagt Nina Martinko von der Laufabteilung des SuS. „Bei Regen ist die alte Aschebahn kaum nutzbar. Die Schulen nutzen das Stadion aus diesem Grund schon gar nicht mehr“, sagt Nina Martinko. Insbesondere die Leichtathleten und Triathleten und die vielen jugendlichen Sportler seien aber auf die Trainingsmöglichkeiten angewiesen.

Kunststoffbahn kostet 600.000 Euro

„Der SuS beschäftigt und betreut jede Woche nicht nur 2000 Kinder, sondern er hat auch schon viele überregional erfolgreiche Leichtathleten hervorgebracht. Dafür brauchen wir auch in Zukunft angemessene Trainingsmöglichkeiten, die der Verein nicht aus eigener Kraft schaffen kann“, sagt Nina Martinko. Die passionierte Läuferin ist zugleich auch Expertin für Tiefbaufragen. Als Ingenieurin weiß sie auch um die Kosten. „Der Bau einer Kunststoffbahn wird sicher 600.000 Euro kosten. Wenn auch wie geplant der Rasenplatz im Hülsta Sportpark erneuert wird, belaufen sich die Kosten auf rund eine Million Euro.“

Hoffnung auf neues NRW-Förderprogramm

Nina Martinko gehört beim SuS zu einem Team, dass nun gemeinsam mit der Stadt Stadtlohn neue Fördermöglichkeiten ausloten will. Einen möglichen Weg nennt Günter Wewers: Das Land NRW hat ein neues Förderprogramm aufgelegt.

Das Sportstättenförderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ stellt für die nächsten drei Jahre insgesamt 300 Millionen Euro zur Verfügung. Das Programm zielt konkret auf die Modernisierung und Sanierung von Sportstätten, die sich im Eigentum von Sportvereinen oder -verbänden befinden beziehungsweise gepachtet oder langfristig gemietet sind.

SuS bietet Eigenleistungen an

Der SuS-Vorsitzende Wilfried Steinhage gibt sich kämpferisch: „Wir brauchen die neue Bahn und wir bleiben in jedem Fall am Ball. Wenn es mit der Förderung von Bund oder Land nicht klappt, dann werden wir einen neuen Antrag an die Stadt stellen. Dann muss die Stadt das auch alleine stemmen können. Wir als Sportverein können keine Mittel hinzugeben. Aber wir können Eigenleistungen anbieten, so wie wir es schon beim Bau des Kunstrasenplatzes getan haben.“

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