Stadtlohner produziert YouTube-Serie: Zweite Staffel über Mischwesen in Australien geplant

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Vor vier Jahren zog es den australischen Regisseur Ric Kneen nach Stadtlohn. Im vergangenen Jahr brachte er dann seine erste eigene Serie heraus – mit einem ungewöhnlichen Inhalt.

Stadtlohn

, 01.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein Mischwesen aus Halbinsekt und Mensch, das stolz ist, eine Raupe und Polizist zu sein? Und dabei noch überfordert vom Job ist und gerne mal einen trinkt, um die Herausforderungen und Sorgen des Alltags zu vergessen? Was unwirklich klingt, ist der Schwerpunkt einer Miniserie auf YouTube von Ric Kneen. Der gebürtige Australier lebt seit vier Jahren in Stadtlohn und arbeitet nebenberuflich als Regisseur.

Zusammen mit Sam Monaghan, dem Hauptdarsteller der Serie, produzierte er im vergangenen Jahr „Copperpillar“ – ein englisches Mischwort aus „Cop“ – zu Deutsch Polizist – und „Caterpillar“ – zu Deutsch: Raupe. „Wir wollten einerseits etwas Lustiges machen, aber andererseits auch ernste Inhalte vermitteln“, sagt der 32-Jährige. Ziel sei es gewesen, die Gegensätze eines Lebens mit typisch australischem Humor darzustellen.

Ric Kneen hatte nicht viel Zeit, die Serie zu drehen. Insgesamt neun Tage dauerten die Aufnahmen für die vier Teile der ersten Staffel.

Ric Kneen hatte nicht viel Zeit, die Serie zu drehen. Insgesamt neun Tage dauerten die Aufnahmen für die vier Teile der ersten Staffel. © Chris F.

Alle vier Folgen der Reihe – die zwischen 12 und 30 Minuten lang sind – sind auf YouTube zu sehen. Die gesamte Produktion wurde in neun Tagen gedreht. „Es war wirklich kurz und wir hatten wenig Zeit. Aber wir sind ein gutes Team und hatten viel Spaß“, erzählt der zweifache Familienvater, der gerade zum zweiten Mal Papa wurde. Sein Sohn ist knappe drei Monate alt, seine Tochter zweieinhalb Jahre.

Zweite Staffel mit vier Folgen

Aktuell ist die zweite Staffel geplant. Dabei sollen es wieder vier Folgen mit ähnlicher Länge im Vergleich zur ersten Episode werden. Spannend: Die zweite Staffel wird bei Stan, einem australischen Streamingdienst, laufen.

Nach Stadtlohn kam der lockere und sympathische 32-Jährige durch die Liebe. Seine Frau, mit der er in Stadtlohn ein Haus gebaut hat, hat er in Australien kennengelernt. „Sie machte dort im Jahr 2009 ein Jahr Work and Travel. Nachdem wir dann zusammen gekommen sind, blieben wir noch knapp sieben Jahre dort.“ Im November 2015 sollte es dann nach Stadtlohn gehen.

Der Start verlief für Ric Kneen jedoch alles andere als geplant. Eigentlich sollte er im Januar 2016 einen Integrations- und Sprachkurs machen. „Ich konnte kein Wort Deutsch, als ich hier ankam“, sagt er. Dann es kam jedoch zu einem Missverständnis und er konnte den Kurs erst im August beginnen. In der Zeit dazwischen drehte er einen Vlog – ein Video-Tagebuch – , machte Musik und nahm ein Teil eines Albums auf.

Auch in seiner Heimatstadt Brisbane lebte er von der Musik und trat mit seiner Gitarre regelmäßig bei Veranstaltungen wie Weihnachtsfeiern oder Hochzeiten auf. Zudem arbeitete der Stadtlohner für die australischen Fernsehsender Channel 7 und Fox Sports Australia.

Der gebürtige Australier Ric Kneen lebt seit etwas mehr als vier Jahren in Stadtlohn.

Der gebürtige Australier Ric Kneen lebt seit etwas mehr als vier Jahren in Stadtlohn. © Maximilian Konrad

Zu seiner Familie hat der Familienvater noch regelmäßigen Kontakt via Skype. „Mit meinen Eltern telefoniere ich jede Woche.“

„In Australien und Deutschland wird hart gearbeitet“

Nach mittlerweile mehr als vier Jahren fühlt sich der Regisseur in Stadtlohn sehr wohl. Auch die Sprachbarriere hat er so langsam überwunden, sein Deutsch ist sehr verständlich – wenn auch mit starkem Akzent. Wo liegen für ihn die Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und Australien? „Ich denke, beide Kulturen sind darauf ausgelegt, dass viel und hart gearbeitet wird.“

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Beim Setzen der Prioritäten hat er jedoch einen Unterschied festgestellt. Der Australier folge beispielsweise bei seinem Wohnort mehr seinem Herzen. Sprich: Ein leidenschaftlicher Surfer nimmt gern in Kauf, dass er in seinem Job weniger verdient, wenn sein Arbeitsplatz in der Nähe eines Strands liegt. In Deutschland werde dagegen der Wohnsitz eher nach der Arbeitsstätte ausgerichtet.

Momentan arbeitet er beim Stadtlohner Unternehmen Folien Lücke im Medien- und Marketingbereich. Dort produziert er Erklärvideos für Heimwerker oder auch Beiträge zu neuen Produkten. Aktuell hat Ric Kneen noch einige Projekte auf der Liste. Unter anderem will er ein Musikvideo von der Band Bullte aus Bo drehen.

Auf dem Filmplakat zur Serie "Copperpillar" sieht Hauptdarsteller Sam Monaghan sehr gefährlich aus.

Auf dem Filmplakat zur Serie "Copperpillar" sieht Hauptdarsteller Sam Monaghan sehr gefährlich aus. © Privat

Ob er sich vorstellen kann, für immer in Deutschland zu bleiben? „Das ist vollkommen offen. Momentan liegt die Priorität auf den Kindern. Wir werden uns irgendwann entscheiden.“


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