Stadtlohner verkaufte einen Roller, den ein Bekannter bei ihm untergestellt hatte

Unterschlagung

Ein Wessumer hatte seinen Roller in der Garage eines Bekannten aus Stadtlohn untergestellt. Als er ihn abholen wollte, war er weg. Der Stadtlohner wurde wegen Unterschlagung verurteilt.

Stadtlohn

, 18.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Vor dem Amtsgericht Ahaus warf ihm die Staatsanwaltschaft am Dienstag vor, „sich ihm eine anvertraute Sache angeeignet zu haben“. Im Juli 2018 habe der 23-Jährige aus Wessum seinen Roller bei dem 30-jährigen Stadtlohner abgestellt, zitierte der Staatsanwalt aus der Anklageschrift. „Ich habe den Roller verschwinden lassen“, habe der Angeklagte dem Rollerbesitzer gegenüber gesagt, als er diesen habe abholen wollen. Der Wessumer erstattete daraufhin Anzeige. Der Roller war 180 Euro wert, und es gelte die Annahme, dass der Stadtlohner den Roller verkauft oder selbst genommen habe – die Anklage lautete deswegen auf Unterschlagung.

Angeklagter brauchte Geld für Marihuana

„Es war so. Ich bin da offen und ehrlich“, räumte der Angeklagte sofort zu Beginn der Verhandlung ein. „Ich habe den Roller verkauft, um meine Drogensucht zu finanzieren.“ Er habe Marihuana geraucht, das mache er jetzt aber nicht mehr, ergänzte er. Auf die Nachfrage des Richters schätzte er den Zeitraum seiner Drogenabstinenz auf etwa zwei Monate ein. Er sei damals schlecht drauf gewesen, habe sich Hilfe in einer psychiatrischen Tagesklinik gesucht und seitdem keine Drogen mehr genommen.

Wann genau und an wen er den Roller verkauft hatte, konnte der Mitarbeiter einer Werkstatt für Behinderte nicht mehr sagen: „Den kenne ich nur so, den Namen weiß ich nicht.“ 150 Euro habe er für den Roller erhalten. Ob er sich inzwischen bei dem Rollerbesitzer entschuldigt habe, wollte der Richter wissen. Noch nicht, so der Angeklagte. Er habe sich nach dem Vorfall mit dem Roller und anderer privater Sachen „erst wieder auf die Bahn bringen wollen“, sagte er vor Gericht. Mit seinem Bekannten aus Wessum und auch anderen habe er seitdem keinen Kontakt mehr.

Verfahren gegen Geldstrafe eingestellt

„Das war dumm von mir“, sagte der 30-Jährige rückblickend. „Das war nicht nur dumm, sondern auch strafbar“, belehrte ihn der Richter. Das sah der Angeklagte ein und sagte, er sei ja auch bereit, den Schaden zurückzuzahlen. Sein rechtlicher Betreuer bestätigte, dass das möglich sei. Daraufhin stellte der Richter mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft das Verfahren vorläufig ein.

Bis Ende Februar muss der Angeklagte dem Wessumer 180 Euro für den Roller zahlen und als Geldstrafe 600 Euro an die Landeskasse. Der 23-Jährige, der als Zeuge geladen war, musste nicht mehr aussagen und zeigte sich mit der vom Gericht vorgeschlagenen Lösung einverstanden.

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