Starkregen besser bewältigen

Ergebnisse der Untersuchungen liegen vor

Wie die Stadtlohner vor den Folgen eines Starkregens zu schützen sind, dazu wurde am Mittwochabend ein Konzept im Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss vorgestellt. Diplom-Ingenieur Manfred Rummler (Ingenieurbüro Rummler und Hartmann, Havixbeck) erläuterte die Eckpunkte.

STADTLOHN

, 18.11.2015, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Starkregen besser bewältigen

Sieben Schwerpunkte hat das Ingenieurbüro Rummler + Hartmann in Stadtlohns Wohngebieten ausgemacht.

Bereits im März hatte die CDU-Fraktion im Haupt- und Finanzausschuss eine solche Untersuchung gefordert. Jetzt liegen die ersten Ergebnisse vor, und das Konzept ist ausgearbeitet.

Bei ihrer Analyse haben die Ingenieure sieben Schwerpunktbereiche ermittelt: Steinkamp, Mühlenstraße, Telgenkamp/Losberg, Mühlenstraße, Meskesweide und Bohnenkampstraße. Vor allem in der Siedlung Hegebrockstraße sieht Manfred Rummler massive Probleme.

"Als die Kanalisation damals gebaut wurde, gab es noch andere Bemessungsgrundlagen", erklärte Rummler im Ausschuss. Hinzu komme, dass die alten Rohre durch Ablagerungen weniger Wasser aufnehmen könnten und sich die Niederschlagsdaten, die zur Berechnung herangezogen werden, seitdem verändert haben, so der Ingenieur weiter.

Straße als Ausgleichsfläche

Die Folgen: Bei Starkregen - der in grundlegenden Berechnungen nur alle 20 Jahre angenommen wird - sind die bestehenden Wasserrohre kurzzeitig überlastet. Dadurch steigt der Druck in dem verbundenen Rohrnetz an, der Wasserspiegel hebt sich und Keller, die nicht über eine Rückschlagklappe gesichert sind, können durch den Druck im Rohrsystem volllaufen. "Es steht in keinem wirtschaftlichen Verhältnis, ein Netz zu planen, das diese Wassermengen komplett aufnehmen kann", erklärte Rummler. So sei es auch durchaus gewollt, beispielsweise Straßen als "Retentionsflächen" (Rückzugsflächen) zu nutzen, damit das Wasser nach und nach abfließen kann. "Aber auch dafür müssen Voraussetzungen geschaffen sein", so Rummler weiter. Karl Herbstmann (UWG) merkte an, dass einige wesentliche Bereiche in dem Konzept gar nicht auftauchen, auch fehle die damals geforderte Bürgerinformation.

Basis geschaffen

"Wo kann sich der Bürger denn besser informieren, als in einer öffentlichen Sitzung", konterte Bürgermeister Helmut Könning. Und tatsächlich waren einige Stadtlohner erschienen, um sich über den Stand der Dinge zu informieren. "Man kann nicht die letzte Kreuzung berücksichtigen", sagte Otger Harks (SPD) in Richtung Herbstmann. Dies sei nun die Basis, auf der man weitermachen könne. "Ich habe heute eine Menge über das Thema gelernt", sagte Martin Böing, sachkundiger Bürger für die FDP. "Entweder sind die Straßen voll oder die Berkel." Cäcilia Völlker (CDU) wollte wissen, ob es für den Bereich des Kanalbaus auch Fördermittel gebe, wie bei Hochwasserschutzprojekten. Rummler: "Das ist mir nicht bekannt." "Ist eigentlich schon einmal untersucht worden, woher das Wasser kommt, wenn die Keller vollaufen?", wollte CDU-Mann Heinrich Ellers wissen. Könning: "Die Versicherungen suchen nach der Ursache."

 

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