Stadthalle

Statiker geben keine Garantie: Stadthalle Stadtlohn vorerst gesperrt

Kein Theater, keine Abiparty, keine Musikproben: Die Stadtlohner Stadthalle ist bis auf Weiteres gesperrt. Der Grund: Es ist unklar, ob von der abgehängten Zwischendecke eine Gefahr ausgeht.

Die Stadt Stadtlohn hat die Stadthalle an der Dufkampstraße bis auf Weiteres gesperrt. Nach statischen Untersuchungen im Deckenbereich konnte die Fachleute nicht garantieren, dass von der Deckenkonstruktion keine Gefahr ausgeht.

„Darum hat die Stadt beschlossen, dass bis auf Weiteres keine Veranstaltungen in der Stadthalle stattfinden dürfen“, so Günter Wewers im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Erste Beigeordnete betont aber: „Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, weil uns zum jetzigen Zeitpunkt keiner sicher sagt: ,Ihr braucht euch keine Sorgen zu machen.“

Stadthalle wurde 1970 eingeweiht

Das eigentliche Dach der 1970 eingeweihten Stadthalle bereite den Statikern wenig Kopfzerbrechen, erklärt Günter Wewers. „Dort ist zwar Wasser eingedrungen und es gab auch Aufwölbungen. Die Leimbinder-Konstruktion ist aber grundsätzlich in Ordnung. Es sind lediglich Dacharbeiten an der Außenhaut erforderlich.“

Problematisch ist aber möglicherweise die abgehängte Zwischendecke, die 1985 eingebaut wurde. Die neue Deckenabhängung sollte die Akustik und die Atomsphäre in der Stadthalle, die 600 Sitzplätze bietet, verbessern. Wewers: „Die Tragfähigkeit der Abhängung mit Spanplatten und Flammschutzbeschichtung ist insgesamt fraglich. Die Statiker können jetzt noch keine verbindlichen Aussagen darüber treffen.“

Untersuchungen sollen in den nächsten Wochen Klarheit bringen

Nun sind genauere Untersuchungen vorgesehen. In einer Massen- und Lastenprüfung soll das Gewicht der Unterkonstruktion ermittelt werden. Dafür sind auch Materialprüfungen notwendig. Die Prüfarbeiten dauern etwa 14 Tage. Ein abschließendes Ergebnis wird zur nächsten Ratsitzung am 22. September noch nicht erwartet. Der Stand der Untersuchungen werde aber auf jeden Fall Thema in der Ratssitzung sein.

Im besten Fall, so Günter Wewers, kämen die Experten zu dem Schluss, dass die Konstruktion der abgehängten Decke völlig in Ordnung ist. Dann könnte die Stadthalle schon im Oktober wieder genutzt werden. Sollte die Zwischendecke aber als statisch unzureichend beurteilt werden, dann müsse sie entfernt werden.

Stadthalle soll möglichst bald wieder geöffnet werden

Günter Wewers: „Das soll dann aber ganz zeitnah geschehen. Wir wollen ja den Stadtlohnern möglichst bald ihre Stadthalle wieder zur Verfügung stellen.“ Wewers hofft, dass die Nikolausgesellschaft dort im November ihre Theateraufführungen wie geplant durchführen kann.

Allerdings ist die für den 11. Oktober in der Stadthalle geplante Theateraufführung des Kulturrings Stadtlohn-Vreden sicherheitshalber schon jetzt in den Theater- und Konzertsaal der Stadt Vreden verlegt worden. „Das ging problemlos. Auch die Musikvereine, die die Stadthalle für ihre Proben nutzen, haben mit großem Verständnis reagiert und andere Probenmöglichkeiten gefunden“, sagt Günter Wewers.

Verschobener Abiball nach Hengeler verlegt

Für die Abiturientinnen und Abiturienten des Geschwister-Scholl-Gymnasiums aber sei die Stadthallen-Sperrung „erstmal ein Schock gewesen“, sagt Schulleiter Jochen Wilsmann. Zur Erinnerung: Die Abiturientia hatte im Juni ihren Abiball wegen der Coronapandemie auf den September verschoben. Stattfinden sollte er in der Stadthalle.

„Der Abiball ist ja keine Schulveranstaltung. Die Organisation liegt in den Händen der ehemaligen Schülerinnen und Schüler. Die haben sich dann aber sehr lösungsorientiert gezeigt. Und sie sind bei der Suche nach einer Alternative von der Stadt gut unterstützt worden, wie ich gehört habe.“ Mit Erfolg: Der verspätete Abiball 2021 steigt am 18. September im Gemeindehaus Hengler.

Ob mit oder ohne Zwischendecke – die Zukunft der Stadt der Stadthalle insgesamt ist noch fraglich. Der Sanierungsstau ist hoch, die Sanierungskosten könnten sich auf über 3 Millionen Euro belaufen. Ein Neubau wäre mit geschätzten 7,5 Millionen Euro noch teurer. Eine Entscheidung hat der Rat noch nicht getroffen.

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Stefan Grothues